Bachelorabschluss + Pandemie – und dann?
Der Duale Master Trainee - Alumnus der DHBW Karlsruhe hat die Chance ergriffen

Was tun, wenn die sonst ach so verlässlich brummende Wirtschaft mit Beginn der eigenen Bachelorarbeit – und damit dem nahenden Einstieg ins reguläre Arbeitsleben – plötzlich lahmt? Was, wenn zum Studienende im besten Fall Kurzarbeit ansteht statt der sonst prall gefüllten Auftragsbücher? Wegen der pandemie-bedingten Unsicherheit und der großen Nachfrage verlängert das DHBW CAS seinen Dualen Master Trainee für die Technik-Studiengänge. Über diesen Weg zur Qualifizierung zum Master binden Arbeitgeber ihre Bachelorabsolvent*innen an sich – als Alternative zur Nicht-Übernahme.
Maximilian Scholer hat das alles schon hinter sich – den Corona-Schreck, das fassungslose Staunen, wo sonst nur wirtschaftliche Sicherheit herrschte, das völlig unerwartete Bangen um den eigenen Job. Der heute 24-Jährige steckte vergangenes Frühjahr mitten in der Maschinenbau-Bachelorarbeit an der DHBW Karlsruhe. thyssenkrupp System Engineering mit Hauptsitz in Heilbronn wollte den Ingenieur zwar auf keinen Fall gehen lassen, doch mehr als ein Jahresvertrag war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.
Herr Scholer, wie haben Sie die erste Corona-Welle vergangenes Frühjahr erlebt?
Scholer: „Die Verunsicherung unter uns Studierenden war wahnsinnig hoch. Plötzlich war die Auftragslage teils etwas dünn, unsere betriebliche Übernahme unsicher. Das war vorher für mich undenkbar. Im Bereich Werkzeug- und Anlagenbau stellen wir im Technology Center in Wadern-Lockweiler Presswerkzeuge für Karosserieteile im Fahrzeugbau her. Ich kenne thyssenkrupp System Engineering seit meiner Ausbildung zum Werkzeugmechaniker, die ich dort 2014 begonnen habe – und plötzlich war im Anschluss an den Bachelor nur ein auf ein Jahr befristeter Vertrag möglich.

Aber Sie steckten den Kopf nicht in den Sand. Was haben Sie gemacht?
Scholer: Zwar hatte ich das Masterstudium schon ins Auge gefasst, aber es war ursprünglich nicht direkt nach dem Bachelor geplant. Als ich vom Dualen Master Trainee am DHBW CAS hörte, habe ich dieses Angebot direkt recherchiert und kurzfristig umdisponiert. Es folgten einige Gespräche mit meinen Vorgesetzten, meinen Ausbildern und der Personalabteilung. Hierbei hat sich sehr schnell gezeigt, dass dies ein sehr gutes Angebot für beide Seiten ist, mit dem wir das Bestmögliche aus der Situation machen. Neben mir nutzen bei thyssenkrupp System Engineering seit Oktober noch zwei Kollegen den Dualen Master Trainee.

Jetzt studieren Sie ein Jahr lang Weiterbildungsmodule aus dem Masterangebot und haben die Garantie, danach in das Masterstudium einsteigen zu können, wo Ihnen die jetzigen Module angerechnet werden. Was noch?
Scholer: Ich habe finanzielle Sicherheit für die nächsten zwei Jahre bis zum Ende des Dualen Masters. Die Vergütung orientiert sich dabei an der branchenüblichen Trainee-Vergütung. Außerdem übernimmt mein Arbeitgeber die gesamten Studiengebühren, und ich werde für alle Uni-Termine freigestellt. Das war ein super Kompromiss für beide Seiten. Ich sehe den Dualen Master Trainee überhaupt nicht als Notlösung, sondern als sehr gute Möglichkeit, trotz Studium weiterhin sehr nah an meinem Beruf zu bleiben. Mein Unternehmen hat sofort mitgezogen. Wir haben sehr schnell entschieden. Das ist optimal gelaufen!

Mastermodule direkt nach dem Bachelor sind sehr anspruchsvoll. Wie meistern Sie das?
Scholer: Da ich schon meine Ausbildung bei thyssenkrupp System Engineering gemacht habe, hatte ich den Vorteil, dass ich bereits unsere Produkte und einen Teil der internen Abläufe kannte. Auf dieser Grundlage konnte ich schon im Bachelor schnell auf einem höheren Niveau profitieren. Und auch jetzt hilft meine Vertrautheit mit dem Unternehmen und vor allem den Kollegen sehr. Die grundlegenden Dinge haben sich noch weiter gefestigt, und durch meinen Einsatz während der Ausbildung kenne ich auch einen Großteil der Kollegen in der Werkstatt, was mir in meinem täglichen Arbeitsablauf enorm weiterhilft.

Wie managen Sie Weiterbildung und Beruf gleichzeitig?
Scholer: Das ist im Master sehr schön gelöst: Die Studienmodule sind in Drei-Tages-Blöcken organisiert. Das bedeutet, dass ich quasi unterbrechungsfrei bei der Arbeit sein kann, kontinuierlich in meinen beruflichen Projekten weiterarbeite, Änderungen mitbekomme etc. Zwar ist der Master schon sehr sportlich gestrickt und teils wird es zeitlich auch mal sehr eng. Alles in allem ist es aber mit einem ordentlichen Zeitmanagement gut zu schaffen.

Der derzeitige Online-Betrieb wegen der Pandemie bringt weitere Herausforderungen mit sich. Wie erleben Sie diese?
Scholer: Natürlich sind Präsenz-Veranstaltungen besser. Aber der Online-Betrieb ist am DHBW CAS absolut top organisiert. Da kann man sich wirklich nicht beschweren. Ich würde nichts verändern. Zum Beispiel wurde mein Landkreis einen Tag vor einer Veranstaltung Risikogebiet. Da nicht nur wir Studenten von thyssenkrupp System Engineering, sondern auch einige von anderen Firmen kurzzeitig in diese Situation gekommen waren, hat die Hochschule innerhalb von einer Stunde entschieden, auf online umzustellen und das auch geschafft. Außerdem finde ich das einheitliche Vorgehen mit zentralen Entscheidungen gut. Das bringt Klarheit für alle.
Klar – die Situation ist nicht einfach, und weit im Voraus weiß niemand, was sein wird. Aber wir müssen die Situation alle so nehmen, wie sie ist. So wurde die Klausurwoche zwar recht spontan aber immer noch rechtzeitig abgesagt. Ich kann sagen: Die Verwaltung am CAS macht da wirklich das Beste draus. Ich habe keine weiteren Verbesserungsvorschläge!

Wie soll es nun für Sie weitergehen?
Scholer: Nach der großen Verunsicherung vor einem Jahr sehe ich die Situation und mein Studium nun als große Chance! Ich bin ein sehr zielstrebiger Mensch. Der Duale Master Trainee war eine recht kurzfristige, jedoch bewusste Entscheidung. Dank der großen Modulauswahl kann ich mich genau da weiterentwickeln, wo ich bei mir Lücken sehe. Ich stimme das Studium also in größtmöglichem Maße auf mein Berufsfeld ab, belege zum Beispiel auch Marktanalyse und Projektmanagement – genau das, was bei mir im Unternehmen gebraucht wird.
Niemand weiß, wohin die Reise geht, jedoch könnte ich mir in einigen Jahren auch eine Position mit Personalverantwortung vorstellen. Also nehme ich gern auch betriebswirtschaftliches Expertenwissen mit. Der Master wird mir helfen, mir bei meinen kommenden Aufgaben stets ein fundiert hinterlegtes, interdisziplinäres Gesamtbild zu machen. Ich will wissen, warum Dinge gemacht werden – und wie wir sie noch besser machen können!

Vielen Dank für das Interview!
Zum Dualen Master Trainee: https://www.cas.dhbw.de/trainee-programm/

Interview und Text: Alexandra Schnurr, DHBW CAS

Autor:

Susanne Diringer aus Karlsruhe

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