Was passiert bei Dunkelflauten?
Wie sieht die Energieversorgung in 10 Jahren aus?

Foto: unsplash.com / Fré Sonneveld
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Die Wählergruppe FÜR Karlsruhe im Karlsruher Gemeinderat hat eine Anfrage an die Stadtverwaltung zum Thema „Netzausbau und Energieversorgung“ gestellt. Darin wurde u.a. nachgefragt, wie die Entwicklung des Strombedarfs in den nächsten 10 Jahren sein wird oder welche Strategien die Stadt Karlsruhe verfolgt, um die Energieversorgung auch während Dunkelflauten und bei Spitzenlasten sicherzustellen. Die Antworten der Stadt Karlsruhe auf die Anfrage zeigen, dass bereits Schritte unternommen werden, um die Energieversorgung der Zukunft zu sichern. Dennoch sieht FÜR Karlsruhe Potenzial, diese Bemühungen weiter zu stärken und zu konkretisieren.

Es ist erfreulich, dass die Stadtwerke Karlsruhe mit der Erdverkabelung der Freileitungen und dem Aufbau eines digitalen Zwillings des Stromnetzes bereits konkrete Ansätze verfolgen. Die Maßnahmen schaffen eine wichtige Grundlage für den sicheren Betrieb des Stromnetzes, auch bei steigender Einspeisung durch Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen.

„Dies sollte unbedingt weiter verfolgt werden. Die Fortschritte, die im Bereich der Netzmodernisierung erzielt wurden, sind ein ermutigender Schritt in die richtige Richtung“, erklärt Stadtrat Friedemann Kalmbach von FÜR Karlsruhe. „Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir die langfristigen Herausforderungen wie die Speicherung von Überschussstrom und die Versorgungssicherheit in Spitzenlastzeiten weiterhin im Blick behalten und auch technische Entwicklungen, die in diesem Bereich erzielt werden, mitnehmen. Das es eine Zusammenarbeit mit dem KIT gibt, sehen wir positiv. Man sollte das Know-How, das vor Ort zu Verfügung steht, unbedingt nutzen.“

Die Entscheidung der Stadt, verstärkt auf Heimbatteriespeicher zu setzen, begrüßt FÜR Karlsruhe. Gleichzeitig sollten mögliche gesetzliche Hemmnisse frühzeitig identifiziert und gemeinsam mit der Landes- und Bundespolitik an Lösungen gearbeitet werden, damit technische Innovation nicht an bürokratischen Hürden scheitet. Es wäre sinnvoll, ergänzend auch Konzepte für städtische Speicherprojekte zu entwickeln, um langfristig zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen.

"Die Stadt Karlsruhe hat sich mit der Einführung intelligenter Systeme viel vorgenommen. Experten sehen die Pläne der Stadt als sehr ambitioniert. Vernünftige und realistische Planung wird deshalb ein ein entscheidender Faktor werden. Wir möchten die Verantwortlichen der Stadt ermutigen, hierbei konkrete Maßnahmen und Zeitpläne für die Einbindung privater Haushalte und deren Kapazitäten zu entwickeln. So können alle Bürgerinnen und Bürger aktiv Teil der Energiewende werden."

Die Frage nach der Finazierung der zukunftigen Energieversorgung sorgt bei vielen noch für Fragzeichen. Die voraussichtlichen Investitionen werden in den kommenden zehn Jahren bei etwa 350 Millionen Euro liegen. Geld, was die Stadt aufgrund von hohen Schulden, nicht aufbringen kann. Zusätzlich sollen die Kosten in den Jahren 2035 bis 2045 noch einmal 400 Millionen betragen, was zu insgesamt 750 Millionen Euro an Finanzierungskosten führen wird.

"Die Stadt befindet sich in einer waschechten Finanzkrise. Um uns eine Investition in dieser Größenordnung leisten zu können, müssten wir weitere Schulden aufnehmen. Und das durch die gestiegenen Zinsen teuer geworden. Für die Fianzierung haben wir bis jetzt noch keinen schlüssigen Plan gesehen", so Stadtrat Kalmbach zu den hohen Kosten für die Änderungen des Karlsruher Stromnetzes.

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Autor:

Marius Meger aus Karlsruhe

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