Neues Operationsmikroskop in der Neurochirurgischen Klinik am Klinikum Karlsruhe
Integriertes Endoskop, robotische Funktionen und Imaging-Option

Neues Operationsmikroskop im Einsatz bei einer neurochirurgischen Operation
  • Neues Operationsmikroskop im Einsatz bei einer neurochirurgischen Operation
  • Foto: Markus Kümmerle
  • hochgeladen von Jo Wagner

Karlsruhe. Bei Operationen am Gehirn, am Rückenmark und an der Wirbelsäule kommen in der Neurochirurgischen Klinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe modernste technische Geräte zum Einsatz. „Mit dem neuen robotischen Operationsmikroskop der Firma Zeiss steht uns seit Februar dieses Jahres eine Weltneuheit zur Verfügung“, berichtet Uwe Spetzger, Facharzt für Neurochirurgie und Direktor der Neurochirurgischen Klinik. Dabei handelt es sich um ein OP-Mikroskop, das nicht nur brillante Vergrößerungen liefert, sondern auch mit einem integrierten Endoskop ausgestattet ist. „Früher musste der Chirurg während der Operation zwischen zwei Systemen hin und her wechseln. Nun hat er beide Funktionen in einem Gerät gleichzeitig zur Verfügung“, erklärt Spetzger. Dieses neue Operationsmikroskop, welches sowohl bei Gehirn- als auch Wirbelsäulenoperationen zum Einsatz kommt, vereinfacht die Arbeit des Operateurs enorm, versichert der Klinikdirektor.

Neben dem integrierten Endoskop bietet das neue Operationsmikroskop aber noch weitere Vorteile: „Mithilfe von robotischen Funktionen kann man beispielsweise genau den Weg zu einem Hirntumor planen und umsetzten“, so Spetzger. Das Mikroskop übersetzt den vorher mit Hilfe der Neuronavigation erstellten Operationsplan in eine gezielte Bewegung und leitet somit den Operateur exakt zu der Stelle, an der der Eingriff nötig ist. „Dies ist eine Risikominimierung und dient der Patientensicherheit“, stellt Spetzger fest.

Ein weiterer Pluspunkt ist die „integrierte multimodale Imaging-Option“. Sie ermöglicht es, zum Beispiel während der Operation Gehirntumoren in verschiedenen Farbspektren darzustellen. „Aufgrund dieser Fluoreszenz werden die Grenzen zwischen dem Tumor und dem gesunden Hirngewebe besser sichtbar und erleichtern dadurch die Präparation“, erläutert der Klinikdirektor. Diese technische Möglichkeit kommt unter anderem auch bei Hirngefäßoperationen, wie etwa bei Aneurysmen, zum Einsatz. „Es ist absolut bahnbrechend, dass man während der OP den Blutfluss genau beobachten kann“, versichert Spetzger.

Ein Prototyp des neuen Operationsmikroskops war zu Testzwecken bereits im November 2017 in der Neurochirurgischen Klinik im Einsatz. „In Deutschland sind wir somit eine der ersten Kliniken, die mit diesem innovativen Gerät arbeiten“, berichtet Spetzger.(ps)

Infos: www.klinikum-karlsruhe.de

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