7000 Ochsenfrösche erlegt: So groß ist das Problem am Oberrhein
- Ochsenfrösche sind deutlich größer als heimische Frösche. (Archivbild)
- Foto: Uli Deck/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Karlsruhe. In Gewässern rund um Karlsruhe werden weiterhin invasive Ochsenfrösche bekämpft. Im vergangenen Jahr haben Fachleute mit Kleinkaliberwaffen fast 7000 Tiere getötet, um heimische Arten zu schützen.
Nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe wurden 609 ausgewachsene Ochsenfrösche sowie 6378 Jungtiere erlegt. Zusätzlich entfernten Helfer rund 16000 Kaulquappen aus den betroffenen Gewässern.
Deutlich mehr Abschüsse als im Jahr davor
Die Zahl liegt deutlich über dem Ergebnis aus dem Jahr davor. Damals wurden nur etwa 800 Tiere erlegt, darunter rund 300 ausgewachsene Frösche. Laut Regierungspräsidium waren die Witterungsbedingungen im vergangenen Jahr deutlich günstiger für die Bejagung. Mit vergleichbarem Aufwand konnten deshalb erheblich mehr Tiere entnommen werden.
Ein großer Teil der Kaulquappen wurde im Naturschutzgebiet Altrhein Kleiner Bodensee nordwestlich von Karlsruhe gefangen. Dort kamen unter anderem Reusen zum Einsatz.
Neue Jagdsaison hat begonnen
Die Bekämpfung der Tiere geht weiter. Die diesjährige Jagdsaison beginnt derzeit. Ehrenamtliche Taucher sind bereits aktiv und fangen das ganze Jahr über Kaulquappen. Außerdem werden erneut Methoden aus der Fischerei getestet, um die Maßnahmen zu ergänzen.
Invasive Art bedroht heimische Tiere
Der Nordamerikanische Ochsenfrosch gilt am Oberrhein als gebietsfremde Art. Er frisst nahezu alles, was er überwältigen kann. Dazu zählen andere Frösche, Fische und sogar kleine Vögel. Ausgewachsene Tiere werden bis zu 25 Zentimeter groß. Schon die Kaulquappen können eine Länge von bis zu 15 Zentimetern erreichen.
Ein Weibchen legt bis zu 50000 Eier. Dadurch können sich die Tiere sehr schnell vermehren. Natürliche Feinde wie Krokodile oder Alligatoren fehlen in Deutschland. Deshalb breitet sich die Art in geeigneten Gewässern besonders stark aus.
Vorkommen konzentriert sich auf Region Karlsruhe
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde kommt der Ochsenfrosch in Deutschland vor allem in der Oberrheinebene bei Karlsruhe vor. Ein früheres Vorkommen bei Bonn ist bereits vor rund 20 Jahren verschwunden.
Betroffen sind vor allem Gewässer in Eggenstein Leopoldshafen, Linkenheim Hochstetten, im nördlichen Stadtgebiet von Karlsruhe und in Dettenheim. Im vergangenen Jahr wurden laut Regierungspräsidium keine neuen Gewässer besiedelt.
Auch jenseits des Rheins in Rheinland Pfalz gibt es einzelne Vorkommen. Dort wird die Art ebenfalls bekämpft.
Meldung bei ungewöhnlich großen Fröschen
Behörden bitten darum, ungewöhnlich große Frösche oder Kaulquappen in Gartenteichen zu melden. Hinweise nimmt das Regierungspräsidium Karlsruhe per E Mail oder telefonisch entgegen.
Der Hintergrund ist die besondere Entwicklung der Tiere. Die Kaulquappen können in hiesigen Breiten bis zu drei Jahre im Wasser bleiben und dort sogar überwintern. Das erschwert die Bekämpfung zusätzlich. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |