Nächstes Auswärtsdesaster für den FCK: Thomas Hengen stellt Mentalitätsfrage
- Thomas Hengen stellt bei der Mannschaft des FCK die Mentalitätsfrage
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FCK. Wie sich die Bilder in dieser Saison doch immer wieder gleichen, wenn der 1. FC Kaiserslautern auf Reisen geht. Nach dem kurzen Zwischenhoch bei der Hertha folgte am Freitagabend beim 0:3 in Kiel das nächste Kapitel der zahlreichen desolaten Auswärtsauftritte.
Daher ist die reine Geschichte des Spiels schnell erzählt. Gute zehn Minuten lang währte die Hoffnung, dass bei Holstein Kiel vielleicht der dritte Sieg in Folge gelingen könnte. Der FCK bestimmte die Partie und hätte durch Nataan Skyttä (4.) und Marlon Ritter (10.) früh in Führung gehen können. Wie fragil das Gebilde der Roten Teufel auf des Gegners Platz jedoch ist, zeigte sich nur wenige Minuten später.
Rückstand zieht FCK komplett den Stecker
Aus dem Nichts traf Umut Tohumcu mit einem Sonntagsschuss in der 16. Minute zum 1:0 für die Störche. Und damit änderte sich fortan alles. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht fiel schlagartig wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Der Stecker war gezogen, die Roten Teufel waren in der Folge komplett raus und fanden nie wieder zurück in das Match.
Die KSV dominierte nach Belieben und ließ noch vor der Pause durch Phil Harres (36.) und David Zec (40.) das 2:0 und 3:0 folgen – zur Pause war einmal mehr „de Kees gess“ für die Pfälzer. Trotz kräftigen Durchwechselns in der zweiten Halbzeit war den Gästen kein neues Leben mehr einzuhauchen. Kiel betrieb Chancenwucher, was die Lautrer letztlich vor einem auch ergebnistechnischen Debakel bewahrte.
Nach dem Spiel trat ein sichtlich angefressener Thomas Hengen vor die Kamera. Der Geschäftsführer Sport des FCK stellte auch angesichts der indiskutablen Laufleistung die Mentalitätsfrage im Hinblick auf die Spieler und beklagte mangelnde intrinsische Motivation. Womöglich bereite man ihnen in Kaiserslautern zu sehr eine Wohlfühloase, so dass sie diese Komfortzone nur ungern verlassen würden.
Woran liegt's? Spieler, Trainer, Funktionäre?
Stellt sich nur die Frage, an wem dieses seit Jahren schwelende Dilemma außer an den Spielern noch liegt? Die Einstellung und ein vor allem auswärts beim besten Willen nicht zu erkennendes Spielsystem sind eigentlich reine Trainersache. Torsten Lieberknecht scheitert daran ebenso wie seine Vorgänger Markus Anfang und Dirk Schuster. Echte Konstanz ist seit Jahren ein Fremdwort – egal wie Trainer und Spieler auch heißen.
Oder sieht man bei den Spielerverpflichtungen eben doch nicht genau genug hin, was den Charakter anbetrifft? Das wiederum wäre dann allerdings Thomas Hengen und den Sportdirektoren Enis Hajri und Marcel Klos anzulasten. Wobei Klos noch nicht so lange an Bord und daher noch am wenigsten daran beteiligt ist. Auch bei Trainerverpflichtungen fehlt dem FCK seit langen Jahren das glückliche Händchen oder die Gabe, den wirklich passenden Coach aus dem Hut zu zaubern.
Heimspiel gegen Braunschweig in der Wohlfühloase
Es gilt, ab jetzt einmal mehr jeden Stein umzudrehen und grundlegende Weichen zu stellen, auch wenn das wieder einmal einen großen personellen Umbruch bedeuten könnte. Die Saison ist buchstäblich beim Teufel. Mit derartigen Leistungen sind Platz 6 oder gar noch 5 absolut kein Thema mehr. Zum Glück steht am kommenden Freitag, 24. April, 18.30 Uhr, ein Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig an. In der Komfortzone Fritz-Walter-Stadion stimmt wenigstens meistens die Motivation und es kommt oft etwas Zählbares dabei heraus. rav
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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