Kritik beim 1. FC Kaiserslautern: Hitzige Debatte um Festival-Post
- Der 1. FC Kaiserslautern hat das Festival in Kusel schon häufiger unterstützt, in diesem Jahr war der Wirbel darum aber enorm groß. (Archivfoto)
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FCK. Für Fans des 1. FC Kaiserslautern steht der Verein nach einem Social-Media-Beitrag in der Kritik. Auslöser ist die Unterstützung des Clubs für das Festival „Kein Bock auf Nazis“ in Kusel.
Am Donnerstag, 2. Juli, veröffentlichte der Fußball-Zweitligist ein Foto der Mannschaft mit den Machern des Festivals, auf dem auch ein T-Shirt mit Antifa-Flagge sowie eine weitere Person mit dem aufgedruckten Zahlencode 161 zu sehen ist, der für die Buchstaben AFA steht. Dies wiederum steht für Antifa oder auch Antifaschistische Aktion. Dazu schrieb der Verein, der FCK stehe für Vielfalt und Toleranz und unterstütze das Festival auch in diesem Jahr. Zudem rief der Club dazu auf, in Kusel ein Zeichen gegen Hass und Intoleranz zu setzen.
Unter dem Beitrag sammelten sich tausende Kommentare. Ein beträchtlicher Teil davon fiel deutlich kritisch aus. In den Reaktionen hieß es unter anderem, Politik habe im Fußball nichts zu suchen. Einzelne Nutzer drohten zudem mit der Kündigung von Mitgliedschaften und Dauerkarten.
Verein reagiert auf die Diskussion
Der FCK erklärte später, man habe auf die vielfache und emotionale Diskussion reagiert. Der Club stehe seit jeher für Vielfalt, Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander. Rassismus, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit, Hass und Gewalt hätten beim Verein keinen Platz.
Landespolitik schaltet sich ein
Widerspruch kam von der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Pia Schellhammer. Sie nannte es begrüßenswert, wenn sich Vereine für Demokratie und gegen Rechtsextremismus einsetzten. Dieses Engagement werde in der Gesellschaft immer wieder eingefordert.
Gensch erklärte wiederum, wer glaubwürdig gegen Hass und Hetze eintreten wolle, müsse sich von jeder Form des Extremismus distanzieren. Er wünsche sich Einsatz und Leidenschaft auf dem Rasen und nicht auf dem politischen Spielfeld. Nach Angaben aus dem Umfeld des Clubs gibt es dazu auch einen Austausch mit FCK-Vorstandschef Gero Scira.
Interne Abläufe sollen überprüft werden
Zugleich betonte der FCK, parteipolitisch neutral zu sein. Der Verein lasse sich nicht von politischen Gruppierungen oder extremistischen Strömungen vereinnahmen – weder von rechts noch von links. Die Haltung gegen Rechtsextremismus sei nach Darstellung des Clubs ein Bekenntnis zu Menschenwürde, Demokratie und Zusammenhalt, nicht zu bestimmten Organisationen, Symbolen oder Gruppen.
Allerdings verschärfte sich die Kritik nach der Stellungnahme eher noch zusätzlich. Der Verein kündigte an, sachliche Rückmeldungen ernst zu nehmen und interne Prüfprozesse bei künftigen Veröffentlichungen zu schärfen. dpa/red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |