FCK im freien Fall: Historische Pokal-Blamage gegen Hertha BSC
- Der bittere Blick auf die Anzeigetafel dokumentiert das Debakel für den FCK
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FCK. Der 1. FC Kaiserslautern erlebte am Dienstagabend im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Hertha BSC Berlin sein Waterloo im Olympiastadion. Mit 6:1 kassierten die Roten Teufel eine denkwürdige Packung, die lange nachhallen dürfte. Eine deutliche Reaktion wollte FCK-Coach Torsten Lieberknecht nach dem ebenfalls schon bedenklichen Auftritt seines Teams in Braunschweig sehen. Die Hoffnung darauf währte lediglich knapp fünf Minuten. Ivan Prtajin hatte anfangs noch die Führung für die Pfälzer auf dem Kopf.
Katastrophaler Auftakt: Frühe Fehler leiten den Untergang ein
Dann kam der grausame Fehlpass von Maxwell Gyamfi in den Lauf des Berliners Schuler, der dankend zur 1:0-Führung für die „Alte Dame“ vollendete. Von da an mussten die Hausherren eigentlich nur noch auf die Fehler der Gäste warten, nach denen sie überfallartig kontern konnten. Und mit individuellen und kollektiven Aussetzern geizten die Lautrer an diesem Abend nicht.
Angriff auf Angriff rollte auf das Tor von Pokal-Torwart Simon Simoni zu. Das 2:0 und 3:0 sorgten früh für die Vorentscheidung. Dazu gab’s noch drei Pfosten- und Lattenknaller, die dazu hätten führen können, dass bereits zur Halbzeit das halbe Dutzend voll gewesen wäre. Das 1:3 kurz vor der Pause von Marlon Ritter fiel aus heiterem Himmel. Es sorgte für eine Viertelstunde Hoffnung bei den rund 5000 mitgereisten FCK-Fans, zumindest kein Debakel zu erleben und vielleicht noch einmal heranzukommen.
- Rund 5000 FCK-Fans waren mitgereist
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Kurze Hoffnung, dann endgültiger Kollaps
Aber spätestens das 4:1 nach einer Stunde brach den Roten Teufeln endgültig das Genick. Simoni sah dabei schon nicht gut aus und fabrizierte vor dem 5:1 dann auch noch einen kapitalen Fehlpass. Das 6:1 ließ auch nicht lange auf sich warten – Auflösungserscheinungen pur. Die FCK-Defensive sorgte an diesem Abend für so etwas wie begleitetes Toreschießen für die Berliner, die es noch gnädig machten mit den Gästen. Dass Torjäger Prtajin verletzt raus musste, war noch die Kirsche auf der Torte.
Erklärungsversuche für diesen neuerlichen Blackout fallen schwer. Torsten Lieberknecht hatte einige Wechsel gegenüber dem Braunschweig-Spiel vorgenommen, die allesamt nicht zündeten. Der Abwehr fehlte jegliches Tempo gegen die flinken Herthaner. Das wirkte teils wie Porsche gegen Trabi. Spätestens nach dem 2:0 fiel die Mannschaft wie ein Kartenhaus in sich zusammen und ergab sich in ihr Schicksal.
Von Reaktion keinerlei Spur, es war eine Demontage in alle Einzelteile. Das hatte schon Züge davon, gegen den Trainer gespielt zu haben. Lieberknecht fand auf der Pressekonferenz danach nur schwer Worte für das Versagen seines Teams. Er beschönigte allerdings nichts und schämte sich als Kopf der Mannschaft einfach nur für den erbärmlichen Auftritt.
Krise spitzt sich zu – Diskussionen um Trainer und Kader unausweichlich
Natürlich gab es auch die ein oder andere Durchhalteparole und dass er sein Gesicht in den aufkommenden Gegenwind halten werde. Der 52-Jährige wirkt zuletzt jedoch ratlos und hat seine Elf durch diverse Umstellungen und Positionswechsel eher verunsichert als beflügelt. Es wird überdeutlich, dass die Personaldecke hier und da zu dünn ist, um oben mithalten zu können. Wenn zwei, drei Leistungsträger wegbrechen, wird es düster, der zweite Anzug passt überhaupt nicht. Lediglich bei Heimspielen setzt der FCK Zeichen, aber in der Fremde ist das an Harmlosigkeit kaum zu überbieten.
- Trainer Torsten Lieberknecht schämte sich für den Auftritt seiner Mannschaft
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Die Roten Teufel laufen Gefahr, in den Wochen vor der kurzen Winterpause die Aussicht auf einen Platz im oberen Tabellendrittel zu verspielen. Gegen Dresden, Bielefeld und Magdeburg wird es mit einem derartigen Negativlauf im Rücken nicht leichter. Nach der Weihnachtspause warten mit Hannover, Schalke, Elversberg und Darmstadt gleich vier dicke Brocken.
Wohin geht die Reise?
Quo vadis, FCK? Spätestens wenn es am Samstag auch zu Hause gegen Dresden schiefgeht, wird die Trainerdiskussion endgültig aufflammen. Zudem täten zwei, drei echte Verstärkungen im Winter der Mannschaft gut, verbunden mit der Abgabe von mindestens ebenso vielen Bankdrückern und Kaderauffüllern.
Am 10. Dezember folgt auch die Jahreshauptversammlung, die bei weiter ausbleibendem sportlichem Erfolg auch nicht unbedingt zu einem kuscheligen Abend für die Verantwortlichen werden dürfte. Stürmische und richtungsweisende Wochen also für den 1. FC Kaiserslautern. Die Zeit der Ruhe im Verein und Umfeld ist jedenfalls fürs Erste vorbei. rav
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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