„Beinahe beispielloser Exzess“: DFB verhängt drastische Strafe gegen FCK
- Wegen der massiven Ausschreitungen seiner Anhänger beim DFB-Pokalspiel gegen Waldhof Mannheim am 21. August hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine drastische Strafe gegen die Roten Teufel verhängt
- Foto: Ralf Vester
- hochgeladen von Ralf Vester
FCK. Das hat es in dieser Dimension beim 1. FC Kaiserslautern lange nicht gegeben: Wegen der massiven Ausschreitungen seiner Anhänger beim DFB-Pokalspiel gegen Waldhof Mannheim am 21. August hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine drastische Strafe gegen die Roten Teufel verhängt. Der FCK muss 300.000 Euro zahlen. Zudem droht ein Heimspiel vor teilweise leeren Rängen. Der DFB spricht von einem „beinahe beispiellosen Exzess“.
Die Entscheidung vom Montag, 26. Oktober, hat es in sich: Neben der empfindlichen Geldstrafe ordnete das DFB-Sportgericht einen teilweisen Zuschauerausschluss für ein Heimspiel der ersten Mannschaft an. Allerdings wurde diese Maßnahme bis zum 31. März 2028 zur Bewährung ausgesetzt. Der FCK steht damit unter besonderer Beobachtung. Von der Geldstrafe darf der Verein immerhin bis zu 120.000 Euro in eigene Sicherheitsmaßnahmen oder Gewaltprävention investieren.
Raketen auf Zuschauertribüne abgefeuert
Hintergrund sind die massiven Vorfälle rund um das brisante Pokalderby beim SV Waldhof Mannheim. Bereits 85 Minuten vor dem Anpfiff hatten Kaiserslauterer Anhänger ihren Fanblock gestürmt und zahlreiche Bengalische Fackeln, Böller und Raketen gezündet. Pyrotechnik wurde auf das zunächst noch leere Spielfeld geschossen und geworfen.
Damit nicht genug: Rund 50 Minuten vor Spielbeginn rissen Anhänger eine komplette Sitzreihe mit etwa 15 Sitzen aus der Verankerung und warfen diese nach vorne. Auch unmittelbar vor dem Anpfiff sowie während der Begegnung wurde immer wieder massiv Pyrotechnik eingesetzt. Wegen der starken Rauchentwicklung musste das Spiel direkt nach dem Anpfiff für zwei Minuten unterbrochen werden.
Besonders schwer wiegen die Ereignisse nach Ende der regulären Spielzeit: Mindestens zehn Raketen wurden abgeschossen, eine davon landete auf der Haupttribüne. Zwei weitere wurden in deren Richtung abgefeuert. Selbst nach dem Kaiserslauterer Siegtreffer in der Verlängerung und dem anschließenden Abpfiff ging das Abbrennen von Pyrotechnik weiter.
DFB spricht von einer letzten Warnung
Entsprechend deutlich fällt die Reaktion des DFB aus. Thomas Bergmann, DFB-Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten, findet ungewöhnlich scharfe Worte: „Dieser Fall ist ein beinahe beispielloser Exzess, bei dem sich eine Standardbehandlung durch die Sportgerichte verbietet.“
Insbesondere die enorme Zahl pyrotechnischer Gegenstände und der Abschuss von Raketen in Richtung anderer Zuschauer seien nicht hinnehmbar. Bergmann macht unmissverständlich deutlich, dass die Grenzen überschritten seien und Verständnis oder Nachsicht nicht länger angebracht seien.
Die Bewährung beim teilweisen Zuschauerausschluss bezeichnet der DFB-Vizepräsident ausdrücklich als letzte Warnung. Gleichzeitig würdigt er, dass sich der FCK klar von den Ausschreitungen distanziert und konkrete Maßnahmen zur Aufklärung sowie zur Identifizierung der Verantwortlichen eingeleitet habe.
Für den Traditionsverein vom Betzenberg bleibt damit nicht nur eine gewaltige finanzielle Belastung. Die Entscheidung ist zugleich ein unmissverständliches Signal: Sollte es erneut zu vergleichbaren Vorfällen kommen, könnten die Konsequenzen für den FCK und seine Anhänger noch schmerzhafter ausfallen. [red/rav]
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.