Innovative Ideen und Entwicklungen im Bereich der IT-gestützten Medizin
Vom Stress-Mentor bis zum OP-Roboter

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist gefragt

Kaiserslautern. Ob im Job oder in der Freizeit - immer mehr Menschen fühlen sich gestresst. Die App „Stress-Mentor“, die ein Team der Technischen Universität Kaiserslautern kürzlich auf den Markt gebracht hat, setzt an diesem Problem an und vermittelt bewährte Stress-Management-Methoden. Langeweile kommt dabei nicht auf. Der Nutzer muss sich um das Fabelwesen Elwetritsch kümmern, in dem er verschiedene Übungen macht. „Unsere Empfehlung ist es, spielerische Elemente gezielt mit dem zu verknüpfen, was vermittelt werden soll“, sagte Dr. Corinna Faust-Christmann, die die App mitentwickelt hat und diese am 29. Januar beim eHealth-Symposium Südwest 2020 im Business + Innovation Center (BIC) in Kaiserslautern vorstellte.
Mehr als 150 regionale Vertreter aus Medizin, Forschung, Wirtschaft und Politik nutzten das eHealth-Symposium, um sich über die rasanten Entwicklungen im Bereich eHealth auszutauschen und miteinander zu vernetzen. Im Zentrum der Veranstaltung, die bereits zum dritten Mal stattfand, stand die Frage: Wie kann das Gesundheitssystem von der Digitalisierung profitieren? „Wir wollen zeigen, wie innovativ unsere Region ist“, sagte Dr. Stefan Weiler, Geschäftsführer Business + Innovation Center Kaiserslautern (bic). Und Andreas Klüter, CTO und Geschäftsführer der Empolis Information Management GmbH, ergänzte: „Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen ist angekommen und birgt gerade im Rahmen des Digitale-Versorgung-Gesetzes viel Potenzial – das eHealth-Symposium zeigt was heute schon möglich ist.“
Im Rahmen der Veranstaltung wurden nicht nur neue Apps vorgestellt. Achim Kohli von dem Berner Unternehmen legal-i zeigte auf, wie sich das medizinische Versicherungsrecht mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) weiterentwickeln lässt. Legal-i extrahiert aus jedem Fall und jedem Dokument eine einzigartige DNA. Mit dieser DNA findet legal-i dann in Sekunden ähnliche Dokumente und Fälle mit ähnlicher DNA im Archiv von Versicherungen und Anwaltskanzleien. „KI ist unglaublich stark darin, Muster in Daten zu erkennen. Und wir sind stark in der Analyse der Daten“, sagte Kohli. Ziel sei es, das vorhandene Wissen zu vernetzen.
Auch das Westpfalz-Klinikum macht sich die Möglichkeiten der Digitalisierung zunutze. Seit einem Jahr ist dort der OP-Roboter DaVinci Xi® Multiport im Einsatz und ermöglicht minimal-invasives, millimetergenaues Operieren. Von einer Konsole aus steuert der Operateur den Telemanipulator mit Hilfe von Controllern und Fußpedalen. Den Verlauf der OP behält er über einen Bildschirm stets im Blick. „Der DaVinci Xi® Multiport ist das Beste, was der Markt derzeit hergibt“, sagte Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Christian Mönch, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationsmedizin und Ärztlicher Direktor. „Dennoch wird es immer einen geben, der an der Konsole sitzt und den Roboter steuert.“
„Ich freue mich, dass auch Experten aus unserem Haus wieder mit interessanten Vorträgen vertreten waren und wir den Praxisbezug zur Digitalisierung in der Medizin aufzeigen konnten“, sagte Peter Förster, Geschäftsführer Westpfalz-Klinikum GmbH. Neben der Präsentation des OP-Roboters standen unter anderem auch Vorträge zu den digitalen Möglichkeiten der Emotionsbeeinflussung sowie zur patientenspezifischen Therapieplanung am 3-D-Modell von Hirnaneurysmen auf dem Programm.
„Wir waren erstmalig als Mitveranstalter dabei. Die vielen guten Rückmeldungen haben mich sehr gefreut. Schön, dass wir mit Startups und unserem Netzwerk die Veranstaltung weiter verstärken konnten“, sagt Stefan Kohl, Geschäftsführer 5-HT Digital Hub Chemistry&Health.
Die Referate haben gezeigt: Die Gesundheitsbranche befindet sich im digitalen Umbruch und künstliche Intelligenz spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im Südwesten Deutschlands treiben bereits heute viele Mediziner, Kliniken, Forschungsinstitute, IT-Firmen und Start-ups diese Entwicklung voran und gehen völlig neue Wege im Bereich IT-gestützter Medizin.
Das Business + Innovation Center Kaiserslautern (bic), die Empolis Information Management GmbH sowie die Westpfalz-Klinikum GmbH haben das eHealth-Symposium Südwest gemeinsam aus der Taufe gehoben. Ziel ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit regionaler Akteure in der Medizin, Forschung, Wirtschaft und Politik im Südwesten zu stärken. ps

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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