Stolpersteine Kaiserslautern: Gedenken an jüdische Familien und Freund Fritz Walters
- Mit den Stolpersteinen wird in Kaiserslautern an Menschen erinnert, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Aufnahme zeigt die Stolpersteinverlegung im letzten Jahr
- Foto: Elisabeth Merkert/gratis
- hochgeladen von Monika Klein
Kaiserslautern. Eine Freundschaft, die Krieg und Diktatur überdauerte: Der jüdische Fußballer Erich Arthur Weiler war mit den späteren FCK-Legenden Fritz Walter und Werner Liebrich befreundet. An sein Schicksal und an die Geschichten weiterer jüdischer Familien sowie eines politischen Widerstandskämpfers erinnert die Stolperstein-Initiative Kaiserslautern am Sonntag, 23. August. Insgesamt werden an diesem Tag 13 neue Stolpersteine verlegt.
Das Gedenken gilt drei jüdischen Familien und einem politischen Opfer.
Familie Hoffstadt wurde deportiert und ermordet
Da ist die Familie Hoffstadt. Vater Siegfried, Mutter Veronika und Tochter Ellen wurden in den Osten deportiert und dort ermordet. Nur dem Sohn Hans, damals gerade 18 Jahre alt, gelang die Flucht nach Chile. Die Stolperstein-Initiative erinnert an sie ab 13.30 Uhr in der Karcherstraße 8.
Familie Kehr: Flucht, Deportation und ein tragisches Ende
Und da ist die Familie Kehr mit zwei Töchtern und der Großmutter. Sie verzog 1938 unfreiwillig nach Mannheim. Dort verstarb schon der Vater. Die beiden Töchter konnten mit Kindertransporten nach England und dann in die USA fliehen. Die Mutter und die Großmutter wurden 1940 nach Gurs deportiert, wo die alte Frau an den Strapazen starb.
Mutter Jenny gelang sogar noch die Flucht nach Spanien, doch dort bereitete sie durch Freitod ihrem Leben ein Ende, nachdem sie von Francos Guardia Civil aufgegriffen und inhaftiert wurde. Ab 14.15 Uhr erfahren die Anwesenden in der Glockenstraße 87 mehr über ihr Schicksal.
Familie Weiler kehrte nach 22 Jahren zurück
Die Familie Weiler war weitsichtig genug, 1936 ihr Geschäft aufzugeben, ihren Besitz zu verkaufen und nach Palästina auszuwandern. Ihr Sohn Erich Arthur war ein begabter Fußballspieler. Seine Freundschaft zu Fritz Walter und Werner Liebrich überdauerte Krieg und Diktatur.
Als die Familie Weiler nach 22 Jahren wieder nach Kaiserslautern zurückkehrte, waren die alten Fußballfreunde bei der Wohnungssuche und der Eingliederung behilflich. Die Stolperstein-Initiative gedenkt ihrer um 15 Uhr an der Ecke Fackelstraße/ Kerststraße.
Georg Steiner leistete Widerstand gegen die NS-Diktatur
Im Grünen Graben 5 wird an Georg Steiner erinnert. Als Mitglied der Naturfreunde und der SPD/SAP war er im Widerstand, wurde mehrfach verhaftet und 1942 in ein Strafbataillon an der Ostfront verlegt. Schwer verwundet starb er 1942. Ab 15.30 Uhr gedenken die Anwesenden an ihn im Grünen Graben 5.
Erna Hanau: Ein Stolperstein wird ausgetauscht
Ein 14. Stein für Erna Hanau im Grünen Graben 6 liegt bereits, doch wird er wegen neuer Erkenntnisse zu ihrer Biografie ausgetauscht. Ein Enkel von ihr reist eigens deshalb aus den USA an.
Die Stolperstein-Initiative Kaiserslautern lädt ein zum Gedenken an die Opfer und zur Mahnung, dass so etwas nie wieder geschehen darf, denn die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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