Stadtmauer am Wadgasserhof ist gesichert – zweite Etappe folgt 2027
- Baudezernent Manuel Steinbrenner und Klaus Meckler stehen vor dem frisch sanierten Abschnitt der Stadtmauer am Wadgasserhof.
- Foto: Stadt Kaiserslautern
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Kaiserslautern. Wer am Wadgasserhof vorbeikommt, sieht es jetzt deutlich: Ein Teil der historischen Stadtmauer ist nach einer Sanierung wieder stabil und sauberer sichtbar.
Am Montag, 05. Oktober 2026, würdigte die Stadt den Abschluss des ersten Bauabschnitts auf der Südseite des Wadgasserhofs bei einer kleinen Zusammenkunft. Rund zwei Monate lang liefen dort Arbeiten, weil akute Einsturzgefahr bestand und gravierende Schäden behoben werden mussten.
Baudezernent Manuel Steinbrenner ordnete den Zeitpunkt in der Feierstunde zum Stadtjubiläum ein: „Dass wir passend zu unserem 750-jährigen Jubiläum der Stadtrechteverleihung ein bauliches Relikt aus etwa dieser Zeit revitalisieren konnten, macht dieses Projekt zu etwas ganz Besonderem“.
Was an der Mauer gemacht wurde
Die historische Stadtmauer begrenzt den Vorplatz des Wadgasserhofs Richtung Osten, beginnt an der Steinstraße, verläuft durch die östliche Außenwand des Wadgasserhofs und endet an der Ludwigstraße. Der sichtbare Teil von der Steinstraße bis zum Gebäude „erstrahlt nun in neuem Glanz“.
Steinbrenner erklärte auch, warum die Sanierung nötig wurde: „Die Natur und die Witterung hatten sich die Stadtmauer, die ein eindrucksvolles Zeugnis der vergangenen Jahrhunderte ist, zu eigen gemacht“. Eine der Wurzeln, die in die Mauer eingewachsen war, hängt nun zur Veranschaulichung in dem danebenstehenden Kastanienbaum. „Dass die Mauer all die Jahrhunderte überdauert hat, zeigt, wie stabil damals gebaut wurde. Zuletzt war sie jedoch extrem einsturzgefährdet und benötigte unsere Hilfe“, so Steinbrenner.
Die Stadt stabilisierte das Mauerwerk mit einer verankerten Schutzkrone, damit weniger Wasser eindringen kann. Außerdem verfugte das Team die Flächen mit Kalkmörtel und reinigte die Sichtflächen unter Begleitung des Instituts für Steinkonservierung schonend. Die Mauerschale nahm das Team sorgfältig ab, stellte sie nach Befund wieder her und hing sie mit Ankern an das gesunde Kernmauerwerk an; zusätzlich setzte es verdeckte Verpressanker.
Ein weiterer Schritt betraf den Betonsturz, der vermutlich zwischen den Weltkriegen entstand: Die Bauleute brachen ihn ab und stellten den ursprünglichen Zustand mit einem werksteingerechten Stützbogen wieder her. Dabei blieb der Referenzstein erhalten und wurde konserviert.
Wer geplant und gebaut hat
Das Referat Gebäudewirtschaft beauftragte das Ingenieurbüro Meckler+Partner mit der Planung. Das Team bezog neben einer Bestandsaufnahme auch historische Recherchen ein und arbeitete eng mit der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Referat Stadtentwicklung zusammen.
Die Ingenieure Keller Bau GmbH starteten Ende Juli 2026 mit den Arbeiten. Minimale Restarbeiten sollen in den nächsten Tagen abgeschlossen sein.
Klaus Meckler vom Ingenieurbüro Meckler+Partner sagte bei der Feierstunde: „Stadtgeschichte wird hier hautnah aus der Praxis präsentiert“. Er dankte für die Zusammenarbeit und die Umsetzung; sein Dank galt auch dem Nachbarn, mit dem die Maßnahme abgestimmt wurde.
Steinbrenner betonte ebenfalls die kurze Umsetzung: „Wir haben hier eine vorbildlich durchgeführte Maßnahme. Der Prozess von der Entscheidung zur Sanierung bis zur Fertigstellung ging raketenschnell. Das ganze Team hat zielgerichtet daran mitgewirkt, dass unsere Stadtgeschichte auch weiterhin sichtbar bleibt.“
Was als Nächstes ansteht – und was es kostet
Der zweite Bauabschnitt soll im Frühjahr 2027 auf der Nordseite des Wadgasserhofs bis zur Ludwigstraße starten. Als Grund nennt die Stadt die Verarbeitung des Fugenmaterials: Dafür braucht es eine konstante Temperatur von über 5 Grad Celsius.
Die Sanierung der historischen Stadtmauer im Bereich des Wadgasserhofs kostet voraussichtlich insgesamt etwa 350.000 Euro. Für den ersten Bauabschnitt rechnet die Stadt mit rund 145.000 Euro.
Ein Detail bleibt auch nach der Sanierung so: Weil auf dem Nachbargrundstück ein Neubau entsteht, bleibt die östliche Seite der historischen Stadtmauer auf einer Länge von etwa 13 Metern auch künftig nicht sichtbar. [red]
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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