„Nils bei’s Paffe“: Wohnprojekt der Bau AG mit Wir-Gefühl in Kaiserslautern
- So soll der Gebäudekomplex des "Nils"-Wohnprojekts auf dem Pfaff-Gelände in Kaiserslautern aussehen
- Foto: Skizze Bau AG/gratis
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Kaiserslautern. Bezahlbarer Wohnraum ist in Kaiserslautern gefragt. Ganz besonders, wenn dahinter zusätzlich ein Konzept steht, das das Wir-Gefühl in den Fokus stellt. Die Bau AG Kaiserslautern hat Ende 2025 bekanntgegeben, dass sie ein drittes Nils-Projekt mit der Bezeichnung "Nils bei's Paffe" auf dem Pfaff-Gelände umsetzt. Zu den ursprünglich zwei geplanten Infonachmittagen in dieser Woche ist ein dritter hinzugekommen mit jeweils rund 200 Interessierten.
Von Monika Klein
"Die Nachfrage ist enorm", hält Thomas Bauer, Vorstand der Bau AG, bei der Vorstellung des Nils-Wohnprojektes fest, von dem zwei – eines im Grübentälchen, eines im Goetheviertel – bereits umgesetzt wurden. "Nils" steht als Abkürzung für nachbarschaftlich, inklusiv, lebenswert und selbstbestimmt und beschreibt das Miteinander. Es soll auch in die Umgebung ausstrahlen, die Nachbarn mitnehmen, sodass ein "Dorf in der Stadt" heranwächst.
- Informierte über Details des Wohnprojekts "Nils bei's Paffe": Thomas Bauer, Vorstand der Bau AG
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Die „Guud Stubb“ als Herzstück des Wohnkonzepts
Dreh- und Angelpunkt ist die "Guud Stubb", das Quartiersbüro mit einer Managerin als Ansprechpartnerin bei Fragen, Sorgen und sonstigen Anliegen. Die "Guud Stubb" ist aber auch der Ort, wo die Menschen zusammenkommen, ob zum Spielen, zum gemeinsamen Kochen und Essen, zum Singen oder zum Plaudern. "Es ist sehr gewünscht, dass sich die Mieter einbringen. Das Projekt lebt vom Engagement der Menschen, die dort wohnen", unterstreicht Bauer. Dies beinhalte auch, den Gedanken der Nachbarschaftshilfe und der Gemeinschaft zu leben.
Wohnungen, Kita und Grünflächen auf dem Pfaff-Gelände
Das soll auf dem Pfaff-Gelände nicht anders sein. Auf einem quadratischen, rund 3600 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein L-förmiger Gebäudekomplex an der Einmündung der Birgit-Reinert- in die Albert-Schweitzer-Straße. Bebaut werden knapp 1500 Quadratmeter. Von der ursprünglich U-Form sei abgesehen worden, um die Grünfläche möglichst groß zu halten und so eine höhere Wohnqualität bieten zu können, erläutert der Vorstand.
Im Erdgeschoss zieht eine viergruppige Kindertagesstätte ein. In den vier darüber gelegenen Geschossen entstehen insgesamt 50 Wohnungen, davon 30 Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 54 bis 68 Quadratmetern, 15 Drei-Zimmer-Wohnungen mit 83 bis 88 Quadratmetern und fünf Vier-Zimmer-Wohnungen mit 110 Quadratmetern. Sie werden teils über Fördermittel, teils frei finanziert. Für geförderte Wohnungen liege die Kaltmiete voraussichtlich zwischen sieben und 8,20 Euro pro Quadratmeter, für frei finanzierte bei rund elf Euro, informiert Bauer.
Das 160 Quadratmeter große Quartiersbüro mit der "Guud Stubb" und einer Terrasse wird als eigenständiges Gebäude auf dem Außengelände erbaut. Hier wird es auch einen Spielplatz mit Geräten für alle Generationen und eine Boulebahn geben. Außerdem entsteht eine Tiefgarage mit rund 45 Stellplätzen.
Ambulanter Pflegedienst als Kooperationspartner
Wie auch in den anderen Nils-Projekten ist der ambulante Pflegedienst des Ökumenischen Gemeinschaftswerkes Pfalz als Partner mit im Boot. Über ihn können Mieter bestimmte Leistungen, etwa Unterstützung im Alltag oder in der Haushaltsführung, freiwillig, nicht verpflichtend buchen. Ebenso stehen die Mitarbeiter bei Fragen rund um die Pflege und Teilhabe zur Verfügung.
Bei der anschließenden Fragerunde interessierte die Anwesenden der Zeitplan, die Kriterien, die als Mieter erfüllt werden müssen, welche Faktoren für eine Zusage ausschlaggebend sind und was zu tun ist, um in der Warteliste aufgenommen zu werden. Bauer informierte, dass der Baubeginn noch in diesem Jahr erfolgen solle und mit einer Bauzeit von zwei Jahren gerechnet werde. Derzeit warte man noch auf den Förderbescheid beziehungsweise auf die Genehmigung vor dessen Eintreffen zu beginnen.
So werden die Bewohnerinnen und Bewohner ausgewählt
Gabriele Gehm, Leiterin des Nils-Projektes, erläuterte, dass die Auswahl der Bewohner nach dem Wohnkonzept getroffen werde. Es solle eine Balance zwischen den Personen gefunden werden, die sich engagieren und ihren Nachbarn helfen, und denen, die Unterstützung von anderen benötigen. Auch sei eine Durchmischung von jungen Mietern über Singles und Familien bis zu Senioren vorgesehen. Weitere Kriterien seien die Personenzahl und das Einkommen und damit verbunden die zur Verfügung stehenden Wohnungen.
- Knapp 200 Interessenten waren zu der ersten der drei Infoveranstaltung der Bau AG am Dienstag, 20. Januar 2026, gekommen. Vorstand Thomas Bauer und Gabriele Gehm (rechts) erläuterten unter anderem, nach welchen Kriterien die künftigen Mieter ausgewählt werden
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Gehm legte den Interessenten ans Herz, eine Selbstauskunft auszufüllen. In einem nächsten Schritt werden die Bewerber zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, um ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen. Auch regte sie an, die beiden bestehenden Nils-Projekte zu besuchen und mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. So sei es möglich, sich ein eigenes Bild von der Gemeinschaft zu machen und sich darüber klar zu werden, ob dieses Wohnkonzept für einen selbst geeignet sei.
Weitere "Nils"-Projekte sollen folgen
Die Bau AG Kaiserslautern plant weitere "Nils"-Projekte, teilt Bauer mit. Im Blick seien die Standorte Bännjerrück und Betzenberg. Aufgrund der hohen finanziellen, aber auch personellen Belastung, die ein solches Projekt mit sich bringe, werden keine zwei Nils-Bauten parallel errichtet, erläutert er. Frühestens nach Bezug der Wohnungen von "Nils bei`s Paffe" beginne ein nächstes Vorhaben.
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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