Neue KI-Rechenpower für Kaiserslautern: Wer von 20 Millionen Investition profitiert
- Wirtschaftsminister Michael Ebling (Mitte) und Wissenschaftsminister Clemens Hoch (rechts) besuchten das DFKI in Kaiserslautern
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Kaiserslautern. Das Land Rheinland-Pfalz will den KI-Standort Kaiserslautern weiter ausbauen: Rund 20 Millionen Euro sollen in die Modernisierung der Rechen- und Dateninfrastruktur des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) fließen. Von der Investition sollen nicht nur die Forschung, sondern auch Unternehmen und Start-ups profitieren.
Über die Pläne informierten sich Wirtschaftsminister Michael Ebling und Wissenschaftsminister Clemens Hoch am heutigen Montag, 3. August, bei einem Besuch des DFKI sowie der Fraunhofer-Institute IESE und ITWM. Die Einrichtungen gehören zu den zentralen Akteuren des rheinland-pfälzischen KI-Ökosystems und stehen beispielhaft für die enge Verzahnung von Spitzenforschung, Technologietransfer und wirtschaftlicher Anwendung.
Mit dem geplanten Infrastrukturprojekt CompAI sollen leistungsfähige GPU-Rechenkapazitäten sowie moderne Speicher- und Dateninfrastrukturen des DFKI geschaffen werden. Finanziert werden soll das Vorhaben aus dem Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“. Ziel ist es, die Voraussetzungen für moderne KI-Forschung weiter zu verbessern und Innovationen schneller in die wirtschaftliche Praxis zu bringen.
„Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, betonte Wirtschaftsminister Michael Ebling. Rheinland-Pfalz verfüge über hervorragende Voraussetzungen, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu KI-Anwendungen zu erleichtern. Die Forschungseinrichtungen in Kaiserslautern leisteten dabei einen wichtigen Beitrag.
Auch Wissenschaftsminister Clemens Hoch hob die Bedeutung des Standorts hervor. Die enge Zusammenarbeit von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen habe Kaiserslautern zu einem international anerkannten Zentrum für Künstliche Intelligenz gemacht. Wissenschaftliche Spitzenleistungen könnten hier besonders erfolgreich in konkrete Anwendungen überführt werden.
Moderne KI-Infrastruktur für Forschung und Unternehmen
Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des DFKI in Kaiserslautern, betont: „Die Zuwendung ermöglicht den nächsten signifikanten Schritt bei der kontinuierlichen Erweiterung und Modernisierung unserer KI-Recheninfrastruktur. Damit können wir die neuesten Generationen von KI-Prozessoren (GPUs) bereitstellen und die erforderlichen Rahmenbedingungen für deren Betrieb schaffen."
Davon sollen auch Projektpartner aus der Wirtschaft – insbesondere mittelständische Unternehmen und Start-ups – profitieren, indem sie die zusätzlichen Rechenkapazitäten für Forschungs- und Entwicklungsprojekte nutzen können. Gleichzeitig soll die Investition dazu beitragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern.
Kaiserslautern zählt zu den führenden KI-Standorten
Rheinland-Pfalz verfügt über eine KI-Landschaft mit rund 320 Unternehmen, die KI entwickeln oder einsetzen, mehr als 100 wissenschaftlichen Arbeitsgruppen sowie 181 Studiengängen mit KI-Bezug. Insbesondere der Technologie- und Forschungsstandort Kaiserslautern nimmt dabei eine herausragende Rolle ein.
Mit der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), dem DFKI sowie den Fraunhofer-Instituten ITWM und IESE verfügt der Standort über ein europaweit einzigartiges Netzwerk wissenschaftlicher Einrichtungen mit Kompetenzen unter anderem in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Software Engineering, Simulation, High Performance Computing und Quantencomputing.
Einblicke in Forschung für Software und nachhaltige Mobilität
Beim Besuch des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) informierten sich die Minister über den Einsatz von KI bei der Entwicklung verlässlicher Software. Vorgestellt wurden Anwendungen aus Industrie und Gesundheitswesen – von digitalen Laboren für intelligente Automatisierung bis hin zu KI-gestützten Lösungen für vernetzte Gesundheitssysteme.
Am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) standen Investitionen in den Standort sowie Forschungsarbeiten zur nachhaltigen Mobilität im Mittelpunkt. Präsentiert wurden unter anderem digitale Zwillinge für Reifen. Mithilfe mathematischer Modelle sollen Reifenabrieb und Mikroplastikemissionen künftig präziser vorhergesagt werden.
Der Besuch unterstrich die Bedeutung des Forschungsstandorts Kaiserslautern für Rheinland-Pfalz. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft soll dazu beitragen, Zukunftstechnologien schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen und die Innovationskraft des Landes nachhaltig zu stärken. red/lmo
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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