Nach 13 Jahren Baustelle: Viadukt in Kaiserslautern wieder komplett freigegeben
- Nach 13 Jahren ist das Viadukt nun endlich wieder in beiden Richtungen befahrbar. Die Trippstadter Straße wurde fertiggestellt.
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Kaiserslautern. Für viele Verkehrsteilnehmer in Kaiserslautern endet eine jahrelange Geduldsprobe: Mit der Freigabe des letzten Teilstücks der Trippstadter Straße zwischen Viadukt und Logenstraße ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadt abgeschlossen. Seit dem 11. Juni kann das von der Deutschen Bahn neu errichtete Eisenbahnviadukt wieder in beide Richtungen befahren werden. Besonders erfreulich: Der abschließende Straßenausbau wurde rund zwei Monate früher fertiggestellt als ursprünglich geplant.
Neue Straßenführung mit mehr Platz für Radfahrer
Nachdem Ende 2025 die Gabionenwand zur Sicherung des Bahndamms fertiggestellt worden war, erneuerten Versorgungsunternehmen zunächst Glasfaser-, Fernwärme-, Strom- und Gasleitungen. Anschließend erfolgte der vollständige Ausbau des rund 2.100 Quadratmeter großen Straßenabschnitts.
Neben der Fahrbahn entstanden neue Geh- und Radwege sowie barrierefreie Bushaltestellen. Um die Trippstadter Straße als wichtige Ost-West-Verbindung aufzuwerten, wurden auf beiden Straßenseiten Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet. Der Gehweg auf der Dammseite entfiel dafür. Fußgänger und Parkplätze befinden sich künftig auf der Nordseite entlang der Wohnhäuser. Die Kosten für den Ausbau belaufen sich auf rund 900.000 Euro.
„Eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt hat ein gutes Ende gefunden“, erklärt Baudezernent Manuel Steinbrenner. Durch die Wiedereröffnung der Trippstadter Straße als Teil der Südtangente werde insbesondere die Zollamtstraße spürbar entlastet. Zudem stärke die neue Verkehrsführung die Verbindung zwischen Innenstadt, Universität und den bestehenden Fahrradachsen.
Karcherstraße bleibt Einbahnstraße
Trotz der Wiedereröffnung des Viadukts bleibt die Einbahnstraßenregelung in der Karcherstraße bestehen. Nach Einschätzung der Stadt hat sich die Maßnahme bewährt, da sie die Verkehrsbelastung reduziert und die Sicherheit verbessert.
Die Straße liegt in einer Tempo-30-Zone und wird von Wohnbebauung, dem Stadtpark sowie wichtigen Schulwegen zum Hohenstaufen-Gymnasium und zur Goetheschule geprägt. Darüber hinaus verbessert die Regelung die Leistungsfähigkeit der Kreuzung am Viadukt, da sich der Aufstellbereich für abbiegende Fahrzeuge vergrößert.
Die Stadt kündigte an, die Verkehrsentwicklung rund um das Viadukt sowie an den angrenzenden Kreuzungen weiterhin zu beobachten und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.
Vom Sorgenkind zum Millionenprojekt
Das ursprüngliche Viadukt stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde zwischen 1846 und 1893 in mehreren Bauabschnitten errichtet. Nach einer Sonderprüfung im Jahr 2005 wurde dem Bauwerk ein schlechter Zustand bescheinigt, weshalb eine grundlegende Erneuerung notwendig wurde.
Der Baustart erfolgte 2013. Verzögerungen, Vertragskündigungen und mehrere neue Ausschreibungsverfahren führten jedoch dazu, dass sich die Arbeiten über viele Jahre hinzogen. Erst im Sommer 2020 konnten die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Das neue Überführungsbauwerk besteht aus einem Stahlbeton-Rahmenbauwerk und einer Stahlbrücke.
Während die Gesamtkosten ursprünglich auf rund 14 Millionen Euro geschätzt wurden, liegen sie inzwischen bei rund 52,56 Millionen Euro. Davon trägt die Stadt Kaiserslautern etwa 10,5 Millionen Euro, den übrigen Anteil übernehmen die Deutsche Bahn und das Land Rheinland-Pfalz. [red]
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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