Klimawandel, Medizin und KI: Dafür wurden RPTU-Absolventen ausgezeichnet

Zehn Absolventinnen und Absolventen der RPTU wurden von der Sparkassenstiftung für herausragende Abschlussarbeiten im Deutschordensaal ausgezeichnet: Hartmut Rohden (v. l.), Beate
Kimmel, Professor Dr. Werner Thiel, Andre Benedikt Bold, Gianna Lisa Nicolai, Maximilian Koch, Emma Herbst, Daniel Jochum, Vanessa Utz, Sarah Wanke, Justin Jordan Paulitsch und Annika Müller
 | Foto: Sparkasse KL/gratis
  • Zehn Absolventinnen und Absolventen der RPTU wurden von der Sparkassenstiftung für herausragende Abschlussarbeiten im Deutschordensaal ausgezeichnet: Hartmut Rohden (v. l.), Beate
    Kimmel, Professor Dr. Werner Thiel, Andre Benedikt Bold, Gianna Lisa Nicolai, Maximilian Koch, Emma Herbst, Daniel Jochum, Vanessa Utz, Sarah Wanke, Justin Jordan Paulitsch und Annika Müller
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Kaiserslautern. Wie lassen sich Gebäude nachhaltiger bauen? Wie reagieren Bäume auf den Klimawandel? Und wie können Datenbanken oder Weinhefen künftig effizienter arbeiten? Zehn Absolventinnen und Absolventen der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) wurden jetzt von der Sparkassenstiftung für Abschlussarbeiten ausgezeichnet, die Lösungen für aktuelle Herausforderungen liefern.

Zehn Abschlussarbeiten mit Praxisbezug ausgezeichnet

Die Preisträger:

Sarah Wanke, M.Sc., Fachbereich Architektur, Betreuer Prof. Dirk Bayer, für ihr nachhaltiges, integriertes Wohn- und Lebenskonzept in Pirmasens-Gersbach, das einen Entwurf darstellt, wie beispielsweise eine brachliegende Schuhfabrik zu Wohnungen und zugleich zu einer Produktionshalle für Hausdämmmaterial aus dem regional im Überfluss vorhandenen Rohstoff Stroh umzuwidmen wäre.

Nachhaltiges Bauen und Klimaschutz

Daniel Jochum, M.Sc., Fachbereich Bauingenieurwesen, Betreuer: Prof. Christian Glock, Laudator Prof. Karsten Körkemeyer, für seine Arbeit zu nachhaltigem Bauen. Er untersuchte, wie Betondecken dimensioniert werden müssten, damit sie ressourcenschonend und
wiederverwendbar sind und in der Folge die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zur herkömmlichen Herstellungsweise um die Hälfte reduzieren.

Vanessa Utz, M.Sc., Fachbereich Biologie, Betreuer: Prof. Michael Schroda, für ihre Analysemethode anhand von Buchenblättern Vorhersagen über mögliche Veränderungen von Bäumen im Pfälzerwald anstellen zu können. Aufgrund des Klimawandels sind Bäume zunehmend höheren Temperaturen ausgesetzt – was dadurch in den Bäumen passiert, wolle man mittels betrachtetem Proteom erfahren, wie Forschungsleiterin Dr. Katherine A. Muñoz Sepúlveda erläuterte. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt.

Forschung für Medizin, Informatik und Wirtschaft

Annika Müller, M.Sc., Fachbereich Chemie, Betreuer: Prof. Sabine Becker; sie hat ein organisches Molekül als Sensor eingesetzt, mit dem man innerhalb einer Zelle das chemische Element Zink adressieren kann. Zink ist für die Gesundheit der Menschen von Bedeutung. 

Gianna Lisa Nicolai, M.Sc., Fachbereich Informatik, Betreuer: Prof. Sebastian Michel, für ihre Arbeit zu Datenbanken. Sie hat eine Methode erarbeitet, wie Datenbankabfragen umformuliert werden können, damit schneller korrekte Antworten ausgegeben werden, was immer dann zum Einsatz komme, wenn direkte Daten aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung stehen.

Dipl.-Ing. Maximilian Koch, Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Betreuer: Prof. Roland Ulber, betrieb einen Bioreaktor mit keramischen Filterscheiben, um die Wirkung von Weinhefen zu optimieren. Bedeutsam werde dies, da zu erwarten sei, dass sich das Nährstoffangebot für Hefen aufgrund des Klimawandels verändern wird.

Forschung mit Nutzen für die Zukunft

Emma Herbst, M.Sc., Fachbereich Physik, Betreuer: Prof. Elke Neu-Ruffing, sie hat in ihrer Arbeit nachgewiesen, dass in Diamanten auf atomarer Ebene magnetische Phänomene auftreten und zwar in der Nähe von einzelnen Verbindungen, die Licht absorbieren und wieder emittieren können. Die Erkenntnis dürfte für biologisch-medizinische Anwendung von Bedeutung werden, sagte Laudator Prof. Rolf Düller und hob die Arbeit als gelungenes Beispiel für die gegenseitige Befruchtung von Biologie, Chemie und Physik hervor.

Andre Benedikt Bold, M.Sc., Fachbereich Raum- und Umweltplanung, Betreuer: Prof. Boas Kümper, für seine Beschreibung von sowohl planerischen als auch juristischen Steuerungsinstrumenten, um den Flächenverbrauch zu begrenzen, wobei die  verschiedenen Interessen und Inanspruchnahmen der Landesplanung berücksichtigt wurden.

Justin Jordan Paulitsch, B.Sc., Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Prof. Florian Sahling, hat auf Grundlage der sogenannten Weltformel der Logistik, einer mathematischen Formel, untersucht, wie schwankende Energiepreise die Produktionsplanung von
Unternehmen beeinflussen.

Jan-Luca Werner, M.Sc., Fachbereich Mathematik, Betreuer Prof. Karl-Heinz Küfer, waren verhindert und konnten nicht an der Preisverleihung teilnehmen.

Bei der 42. Preisverleihung im Deutschordensaal zollte Hartmut Rohden, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kaiserslautern, den Preisträgern höchste Anerkennung. Der mit der Auszeichnung verbundene Geldpreis sei „zwar sicherlich sehr schön – viel entscheidender ist aber die Anerkennung“, sagte Rohden. Der Preis der Sparkassenstiftung werde sich als ein Vorteil im künftigen beruflichen Werdegang niederschlagen.

Die Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Kaiserslautern, Oberbürgermeisterin Beate Kimmel, zeigte sich beeindruckt von den Überlegungen, Interessen und intellektuellen Herausforderungen, denen sich die Absolventen und Absolventinnen stellten und Antworten fanden. „Da braucht es niemandem bange werden“, sagte sie, man könne nur staunen und dürfe angesichts der Leistungsfähigkeit zuversichtlich und vertrauensvoll in die Zukunft blicken. 

Professor Dr. Werner Thiel, Vizepräsident für Forschung der RPTU, sagte, die Preisverleihung durch die Kaiserslauterer  Sparkassenstiftung sei eine große Auszeichnung für die wissenschaftliche Gemeinschaft in der Region und längst nicht  selbstverständlich.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Sax Pur, einem Saxophon-Ensemble der Kreismusikschule Kaiserslautern mit Tim Mühlenbroc, Lea Reiss, Noah Wahl und Leiter Wilfried Bernath.

Sparkassenstiftung fördert Innovationen

In diesem Jahr hat das Stiftungskuratorium zehn Bachelor- beziehungsweise Masterarbeiten mit jeweils 400 Euro und einer Urkunde bedacht. Die Stiftung wurde 1984 gegründet und verfügt über ein Kapital von 250.000 Euro, aus dem jährlich Innovationen in Wissenschaft und Forschung an der RPTU gefördert werden. red

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Autor:

Monika Klein aus Kaiserslautern

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