Hitze, Wäsche und große Ideen: Der "Lautrer Schatten" als Treffpunkt für die Menschen
- Das Projekt „Lautrer Schatten“ soll auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen und neue Ideen für eine lebenswerte Innenstadt anstoßen
- Foto: Monika Klein
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Kaiserslautern. Farbenfrohe Bettlaken, flatternde Kopfkissenbezüge und ein ungewöhnlicher Treffpunkt mitten in der Innenstadt: Der „Lautrer Schatten“ hat sich in den vergangenen Wochen zu einem Ort für Begegnungen, Kultur und Diskussionen entwickelt. Trotz sommerlicher Hitze zieht das Projekt zwischen Fackelbrunnen und Tourist Information zahlreiche Besucher an. Bis Ende August stehen noch Konzerte, Workshops, Kunstaktionen und ein großes Abschlussfest auf dem Programm.
Trotz Hitze zieht es Besucher zum "Lautrer Schatten"
Seit Mittwoch, 10. Juni, flattert Wäsche mitten in der Innenstadt von Kaiserslautern. Kopfkissenbezüge, Betttücher und buntbemalte Laken hängen auf den quer gespannten Leinen zwischen Traversen. Selbst wenn es noch so heiß ist, sitzen darunter Jung und Alt. Die Leute machen Pause, essen ein Eis, trinken Kaffee und reden miteinander, lautes Telefonieren inklusive.
Alle paar Tage müssen die Wäschestücke mühsam mit einer langen Stange entwirrt werden. Denn sie verheddere sich immer wieder, berichten Petra Neumahr und Annette Coen vom Organisationsteam des Vereins Klimalautern. Auch werfe sie jetzt mitten im Hochsommer leider nicht genug Schatten.
- Bis Ende August lädt der „Lautrer Schatten“ mit Konzerten, Workshops und Aktionen kostenlos in die Innenstadt ein.
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Nach ihren Beobachtungen haben sich selbst bei 30 Grad und mehr immer Besucherinnen und Besucher eingefunden, etwa zum Hitze-Aktionstag der Caritas, zur Diskussion rund um Stadtplanung in Zeiten des Klimawandels und überhitzter Innenstädte sowie zu vielen weiteren Veranstaltungen und Aktionen zu ganz unterschiedlichen Themen.
Vielleicht, so hofft das Team des „Lautrer Schattens“, heizt sich die Fläche in den kommenden Wochen bis Ende August nicht mehr ganz so gnadenlos auf. Die Sonne steht dann schon tiefer und hat nicht mehr ganz so viel Kraft, die Schatten werden länger. Und vielleicht, so hofft das Team auch, werden die Abende lau und luftig.
Ideen für gespendete Bettlaken gesucht
Am Samstag, 29. August, dem letzten Tag des Projekts, kann im Rahmen des Abschlussfestes darüber abgestimmt werden was mit den vielen gespendeten Wäschestücken passiert, die nicht zum Einsatz kamen. "Die Beteiligung Kaiserslauterer Bürgerinnen und Bürger war überwältigend", erzählen sie. Unter der E-Mail-Adresse info@klimalautern.de werden Ideen und Vorschläge gesammelt. Das Vorhaben, das die meisten Stimmen erhält, soll dann umgesetzt werden.
Nach insgesamt zehn Wochen, mehr als 40 Veranstaltungen, zahlreichen Begegnungen und Gesprächen wird der "Lautrer Schatten" dann abgebaut. Gedacht war er als ein partizipatives Projekt, ein Experiment, das weiter und nachhaltig wirken soll.
Der "Lauter Schatten" will bewegen und anregen
"Der „Lautrer Schatten“ ist mehr als Wäsche auf der Leine. Wie kein Sommer zuvor macht dieser Sommer deutlich, was die Kaiserslauterer Innenstadt braucht. Sie braucht klimaresiliente Gebäude und Quartiere, grüne Freiflächen, ein Leitbild für mehr Stadtgrün, ob an Fassaden, auf Dächern, durch Bäume und Wald. Der „Lautrer Schatten“ will dafür sensibilisieren, anregen zu Austausch und Diskurs, anstiften zu Ideen und ermutigen zum Handeln", erläutern die Organisatoren.
Geplant sind noch viele weitere Veranstaltungen, die alle kostenlos sind, etwa Konzerte mit hiesigen Musikern, Kunst- und sportliche Aktionen. Mehr Infos und das Veranstaltungsprogramm sind im Netz unter https://klimalautern.de/lautrer-schatten/ zu finden. red/lmo
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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