Schülerteam aus Kaiserslautern erreicht Platz fünf bei „Jugend gründet“
Auszeichnung für Geschäftsidee

Das Schülerteam aus Kaiserslautern: Celine Heinzmann, Alina Armbrust, Anna-Larissa Lersch, Pascal Baumbauer und Saskia Zwing (von links)  Foto: PS
  • Das Schülerteam aus Kaiserslautern: Celine Heinzmann, Alina Armbrust, Anna-Larissa Lersch, Pascal Baumbauer und Saskia Zwing (von links) Foto: PS
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Kaiserslautern. Acht spannende Geschäftsideen präsentierten acht Schülerteams aus Bad Wurzach, Bruchsal, Tuttlingen (Baden-Württemberg), Oppenheim, Kaiserslautern, Daun (Rheinland-Pfalz) und Traunstein (Bayern) der „Jugend gründet“-Experten-Jury am 11. April in Oberkochen bei Zeiss.
Anna-Larissa Lersch, Saskia Zwing, Pascal Baumbauer, Celine Heinzmann und Alina Armbrust, Schüler der Berufsbildenden Schule 2 Kaiserlautern wurden beim „Jugend gründet“-Pitch-Event für die Präsentation ihrer Geschäftsidee mit Platz fünf ausgezeichnet.
Als „Life Savers“ stellten sie ihre Geschäftsidee „LSS – Life Saver System“ vor. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitssystem, das Schäden und Todesfälle von Mensch und Tier in überhitzten Autos minimieren soll, indem eine Warnmeldung erfolgt bevor lebensbedrohliche Temperaturen erreicht werden, falls sich Personen oder Tiere im Auto befinden. „Wir retten Menschen und Tiere, die sich nicht selbst befreien können, vor einem qualvollen Hitzetod!“, erklärten sie bei ihrem Pitch der Jury. Die Jury lobte das Schülerteam aus Kaiserslautern für seinen „guten Lösungsansatz für ein relevantes Problem und einer beeindruckenden Tabelle zur Verdeutlichung des Problems“.
„Wirtschaft muss man in Zusammenhängen denken, und das genau ist es, was Jugend gründet vermittelt“, erklärte „Jugend gründet“-Projektleiterin Franziska Metzbaur in ihrer Laudatio. Sie forderte die Schülerinnen und Schüler auf, die durch Innovationen in der Gesellschaft anstehenden Veränderungen aktiv mitzugestalten. Die Welt werde jeden Tag verändert. Komplexe Problemlösungskompetenz, kritisches Hinterfragen des Status quo und Kreativität; diese drei seien Schlüsselqualifikationen für ein erfolgreiches und glückliches Leben in einer sich stetig ändernden Welt. „Mit der Erarbeitung eigener Geschäftsideen, der Übersetzung der Ideen in konkrete Handlungspläne und den Pitches haben die Teams gezeigt, dass sie diese Qualifikationen alle quasi schon gemeistert haben“, konstatierte Franziska Metzbaur.
Nach den Kurz-Pitches sprach Franz Donner, Senior Vice President Human Resources of Zeiss Group, den „Jugend gründet“-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern seinen „größten Respekt“ für den bisher im Wettbewerb erreichten Erfolg aus. Im Anschluss brachte Dr. Philipp Strack, Head of Zeiss Ventures und „Jugend gründet“-Jury-Mitglied, in seinem Impulsvortrag den Schülerinnen und Schülern den „Spirit“ der ersten Mondlandung nahe und regte zum Nachdenken an, wie sie ihre eigenen „Ideen und Innovationen auf den Mond bringen“ können. Bereits vor 50 Jahren, bei der ersten Mondlandung, hat die Zeiss-Technologie eine große Rolle gespielt, so wurden die ersten Bilder der Mondlandung ein Teil der Menschheitsgeschichte. Den Schülerinnen und Schülern gab Strack als Rat mit auf den Weg: „Immer wieder viel Neues versuchen und Grenzen ausloten“.
Seine ganz persönlichen Tipps lauten: „Früh, in jungen Jahren gründen. Nicht zu viel in Analogien denken. Einen Plan B im Hintergrund halten. Nicht übertrieben leidenschaftlich sein und mit klarem Kopf denken.“
Neben der Produktidee des Schülerteams aus Kaiserslautern wurden Ideen für ein Alarm-Armband gegen sexuelle Übergriffe vorgestellt, für individuelle Handyhüllen aus recyceltem Plastik, Pads mit App, als digitale Einkaufshilfe, Schweinefutter aus Algen und Insekten, ein System für bargeldloses Bezahlen mit Kryptowährung im Einzelhandel, eine digitale Plattform zum Verkauf der eigenen Daten an Werbetreibende und ein kostenloses Handyspiel mit Sammelkarten und „Augmented Reality“.
Außer dem Pitch-Event in Oberkochen, dem letzten in dieser Reihe, gab es in den Vorwochen bereits Pitch-Events in Berlin und in Leipzig. Die Pitch-Events sind die Belohnung für die Teams mit den besten von 739 Businessplänen, die im Wettbewerbsjahr 2018/19 bei „Jugend gründet“ eingereicht wurden.
Am Folgetag des Pitch-Events in Oberkochen wurden die Schüler und ihre Betreuer eingeladen zu einer Besichtigung im „Medical Solution Center“, wo die beiden Hauptbereiche vorgestellt wurden, in denen das Unternehmen Zeiss tätig ist: Ophthalmologie (Augenheilkunde) und Mikrochirurgie. Es folgten der Impulsvortrag „Innovation, Produktentwicklung - von der Idee zum Produkt“, von Jörg Schmitz, Head of Zeiss Consumer Products und ein abschließendes Gespräch mit Dr. Michael Totzeck, Corporate Research and Technology.
„Jugend gründet“ ist ein bundesweiter Online-Wettbewerb, seit 2003 gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. In der ersten Spielphase haben die Teilnehmer die Aufgabe, einen Businessplan für eine innovative Geschäftsidee zu entwickeln. In der zweiten Spielphase im zweiten Schulhalbjahr starten alle Teilnehmer in eine Startup-Simulation. Das Planspiel simuliert acht Geschäftsjahre, in denen es gilt, ein virtuelles Unternehmen mit möglichst nachhaltigen strategischen Entscheidungen durch die Höhen und Tiefen der Konjunktur zu führen.
Die gesamtbesten Teams aus beiden Wettbewerbsphasen (Businessplan- und Planspielphase)
werden Ende Juni zum Bundesfinale nach Stuttgart eingeladen. Auf das Siegerteam wartet eine geführte Reise ins Silicon Valley (USA). Ausführliche Informationen zum Bundeswettbewerb gibt es auf www.jugend-gruendet.de. ps

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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