20 Jahre geschlossen: Aula im Museum Pfalzgalerie ist zurück
- Nach fast 20 Jahren ist die historische Aula im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern wieder für Besucher zugänglich. Das Foto zeigt die Eröffnung mit dem Bezirkstagsvorsitzenden Hans-Ulrich Ihlenfeld
- Foto: mpk/gratis
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Kaiserslautern. Fast 20 Jahre lang war sie für Besucher verborgen. Jetzt ist die historische Aula im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) wieder da – aufwendig restauriert, mit Blick auf ihre Geschichte und bereit für ein neues Kapitel. Rund 650.000 Euro wurden in die Renovierung und Restaurierung des rund 140 Quadratmeter großen Raums investiert. Künftig soll hier wieder gelesen, diskutiert, getagt und gefeiert werden.
Nach 20 Jahren ist die Aula wieder zugänglich
„Die verlorene Tochter kehrt in den Schoß der Mutter zurück“ – mit diesem Bild beschrieb Bezirkstagsvorsitzender Hans-Ulrich Ihlenfeld die Wiedereröffnung der Aula im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk). Am Donnerstagabend, 17. September, wurde der rund 140 Quadratmeter große Raum nach umfassender Renovierung und Restaurierung offiziell eröffnet.
Nach fast 20 Jahren ist die Aula damit wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich und kann künftig für Veranstaltungen rund um Kunst und Kultur, für Vorträge, Lesungen und Tagungen aber auch für private Veranstaltungen genutzt werden.
„Mit der Aula gewinnt das Museum einen besonderen Ort zurück, an dem Menschen zusammenkommen und Kunst und Kultur auf unterschiedliche Weise erleben können“, so Ihlenfeld. Die neuen Nutzungsmöglichkeiten seien nicht nur ein Gewinn für das Museum, sondern auch für die Stadt Kaiserslautern. „Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass das Erleben von Kunst und Kultur angemessene Räume braucht.“
Vom Depot zurück zum Kulturort
Die Aula blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in den 1950er-Jahren diente sie als Mehrzweckraum der damaligen Gewerbeschule, aus der später das "mpk" hervorging. Unter anderem wurde sie als Filmsaal genutzt. Ab 2007 benötigte das Museum den Raum als Depot für Teile der Grafischen Sammlung und für Skulpturen. Seitdem war die Aula für Besucherinnen und Besucher nicht mehr zugänglich.
Dass sie nun wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt werden konnte, hängt unmittelbar mit dem Ankauf des ehemaligen Gebäudes der Landeszentralbank in der Kaiserslauterer Fischerstraße zusammen. Dort stehen dem "mpk" neue Depotflächen zur Verfügung. Durch die Auslagerung von Kunstbeständen wurde in der Pfalzgalerie selbst wieder Platz geschaffen.
Auch Museumsdirektor Steffen Egle zeigte sich bei der Eröffnung erfreut über die Rückkehr des Raums: „Für uns ist es etwas ganz Besonderes, die Aula zurückzubekommen und sie künftig wieder mit Leben füllen zu können. Mein großer Dank gilt dem Bezirksverband Pfalz, der dieses Projekt möglich gemacht und intensiv begleitet hat. Ebenso danken wir den Freunden der Pfalzgalerie, die uns bei der Ausstattung der Aula ganz wesentlich unterstützen.“
Die 1950er-Jahre sind wieder sichtbar
Bei der Restaurierung wurde die Geschichte des denkmalgeschützten Gebäudes bewusst aufgegriffen. Farben, Formen und Materialien orientieren sich an der Gestaltung der Nachkriegszeit. Die großen Fensterelemente aus den 1950er-Jahren mit ihren schlanken Stahlrahmen wurden aufwendig restauriert und zeigen sich wieder in ihrer ursprünglichen Farbigkeit. Auch die historische Faltwand zwischen Aula und Kunstgang blieb erhalten. Wird sie geöffnet, verändert sich die Raumwirkung und gibt den Blick über Kaiserslautern frei.
Künftig soll die Aula für unterschiedliche Formate genutzt werden – von Veranstaltungen des Museums über Vorträge und Lesungen bis hin zu Tagungen. Auch externe Nutzerinnen und Nutzer können den Raum künftig anmieten. Ab Januar 2027 sind entsprechende Anfragen möglich. Je nach Veranstaltungsformat finden in der Aula rund 100 Personen Platz.
650.000 Euro für die historische Aula
Rund 650.000 Euro investierte der Bezirksverband Pfalz in die Renovierung und Restaurierung des Raums. Die Möblierung und die noch ausstehende Veranstaltungstechnik kommen zusätzlich hinzu. Bei der Ausstattung erhält das Museum wichtige Unterstützung durch die „Freunde der Pfalzgalerie e. V.“: Der Verein ist für die Bestuhlung in Vorleistung gegangen und wirbt über ein Crowdfunding weitere Mittel ein. Auch hier bleibt die Gestaltung der 1950er-Jahre sichtbar. Die ausgewählten Stühle der „Serie 7“ wurden 1955 von Arne Jacobsen entworfen und fügen sich bewusst in das historische Raumkonzept ein.
Zur Eröffnung begrüßten Ihlenfeld und Egle zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und dem Umfeld des Museums. Für den musikalischen Rahmen sorgte Marcus Walder, Pauker und Percussionist vom Pfalztheater. An der Planung und Gestaltung der Aula waren Christina Jagsch und Hannes Fröhlich vom Kaiserslauterer Büro Jagsch Architekten beteiligt.
Erste Lesung direkt zur Eröffnung
Wie der Raum künftig genutzt werden kann, zeigte sich bereits direkt im Anschluss an die Eröffnung. Mit einer Lesung der Autorin und Kunstrechtsexpertin Sasa Hanten fand noch am selben Abend die erste Kulturveranstaltung in der neuen Aula statt. Hanten, die nahe Kaiserslautern aufgewachsen ist und heute in Köln und Wien lebt, stellte ihren neuen Roman „Talent zum Glück“ vor. Die Lesung entstand in Kooperation mit der Buchhandlung Blaue Blume. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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