„Rheinzammer Markt“ und Kirchweih am vierten Augustwochenende
Ein buntes „Tivoli“ für Jung und Alt

Auf dem Rheinzammer Markt ist richtig was los.
  • Auf dem Rheinzammer Markt ist richtig was los.
  • Foto: Trauth
  • hochgeladen von Amanda Kollross

Rheinzabern. Traditionell heißt es am vierten Wochenende im August: „Rheinzammer Markt“ – Kirchweihfest – heuer vom 25. bis 28. August. Viele Gäste aus der gesamten Südpfalz wird es wieder zum Marktplatz in der Bahnhofstraße ziehen, wo sich rund um den urigen Kastanienhain ein buntes „Tivoli“ für Jung und Alt erstreckt. Ob Feinschmecker, Glücksritter, Rosenschütze, Leckermäulchen oder Neuigkeitensucher – das Fest bietet die verschiedensten Gründe zum Besuch. Bequem lässt sich der Rheinzaberner Markt mit der S-Bahn erreichen, Linie S 51 und S 52 halten am nur wenige Meter vom Festplatz entfernten Bahnhof.

Neuerungen habensich bewährt

Gemeinde und Schausteller,vor allem die Besucher, sind zufrieden über die nun im dritten Jahr greifenden Neuerungen. Ein einladender Sommergarten im Bereich des Kinderkarussells bietet schöne Blickwinkel zum Beobachten der Flaneure jeglichen Alters. Reichlich Grün und gastronomische bzw. schaustellerische Angebote animieren insbesondere junge Familien zur längeren Verweildauer, während die Kinder Karussell fahren. Sonnenschirme schaffen zusätzlichen Schatten.Vier Tage full PowerDer „Rheinzammer Markt“ verläuft ansonsten nach bewährtem Muster, zu dem eine Reihe von Aktionen und Ritualen zählen: Nach der feierlichen Eröffnung am Samstag mit Festumzug, Errichtung des Kerwebaums, Fassanstich etc. bildet ein musikalischer Frühschoppen mit Weißwurstessen am Kerwesonntag, ab 11 Uhr, den Auftakt zum zweiten Tag. Der MV Lyra unterhält mit Blasmusik, während die Familie Hartmann sich in bewährter Weise als Konzert-Sponsor erweist. Derweil verbreiten kulinarische Köstlichkeiten ihren Duft und laden zum Mittagessen ein. Der Kerwemontag hat sein besonderes Flair. Traditionell zieht es viele Besucher aus den Nachbargemeinden zum idyllischen Marktplatz, dessen Biergartenatmosphäre besonders geschätzt wird. Dank eines guten Radwegenetzes lässt es sich auch etwas ausgiebiger genießen. Der Dienstag steht dann im Zeichen des Ausklangs, schließlich muss der letzte Cent vom „Kerwegeld“ unter die Leute gebracht werden.Gefeiert und geschmaust wird jedoch nicht nur auf dem Marktplatz: Auch die Rheinzaberner Gastronomen laden zum Kerweessen ein – nach wie vor eine gerne gepflegte Tradition im Dorfgasthaus.

Drei Ausstellungen als Bonbons

Vor oder nach dem Rummelplatzbesuch gibt es heuer gleich drei Ausstellungen. Highlight dabei: Die frisch eröffnete Sonderausstellung „Archäologische Schätze der Pfalz – Eine Zeitreise durch 300 Millionen Jahre im Terra Sigillata Museum (Samstag von 11 bis 15 Uhr, Sonntag von 11 bis 17 Uhr). Eintauchen ins frühere Landleben, dessen Höhepunkt die Kerwe war, lässt es sich bei Hildegard und Alfred Müller im ehemaligen Bauernhof in der Rappengasse 14. „Leben und Arbeiten – früher“ heißt die Ausstellung (Sonntag von 13 bis 18 Uhr).  Schließlich zeigen die Modelleisenbahnfreunde am Kerwesonntag (von 13 bis 18 Uhr) ihre Modellbahnanlage im Keller der KiTa Mühlgasse.

Umzugsstart diesmal bei der Grundschule

Der Rheinzaberner Markt startet in bewährter Weise mit einem schwungvollen Auftakt. Gemeinde und Kulturgemeinschaft organisieren einen farbenprächtigen Umzug, der sich um 17.15 Uhr an der Grundschule in der Rappengasse in Bewegung setzt und durch Rappengasse, Hauptstraße und Bahnhofstraße zum Marktplatz führt. Wegen Bauarbeiten muss dieses Jahr der Startpunkt verlegt werden.

Zugabfolge festgelegt

Mit schmissiger Blasmusik geleitet der MV Lyra den Festzug zur „Wies’n“. Es folgen der Kerwebaum und die wunderbare Erntekrone. Seit 45 Jahren wird sie Rudi Arbitter liebevoll gebunden. Nun legt er die Verantwortung in jüngere Hände. Danach kommen mit einer gezierten Bier-Schubkarre die Festwirte (heuer der SVO und der Förderverein des SVO). Der Schützenverein mit seinen Böllern schließt sich an.
Eine Riesenschar von Kindern und Eltern der Kitas und der Grundschule bildet den Schluss des feierbegierigen „Lindwurms“. Stolz tragen die Kleinen ihre bei drückender Hitze in der KiTa gebastelten Kerwestecken. Vor dem Start erhält jedes Kind von der Gemeinde das/die traditionelle Kerwebrezel überreicht. Dazu gibt es Winkefähnchen in den Farben der Gemeinde.Die Feuerwehr packt anGegen 17.30 Uhr am Marktplatz angekommen, übernimmt die Feuerwehr den Kerwebaum, um ihn mit Kraft und Verve routiniert aufzurichten. Jeder Handgriff sitzt. So mancher Feuerwehrmann war schon als Kind beim Umzug dabei. Währenddessen greifen der Ortsbürgermeister und die Beigeordneten zur Schaufel, um das Wahrzeichen des Dorfes mit Erdreich zu stabilisieren. Mitreißende Marschmusik der MV-Musiker lässt dabei jede Anstrengung vergessen. Verstärkt wird das „Schaufel-Team“ durch Prominente aus der Politik, die sich so ihr Freibier verdienen dürfen.

Warten auf den Moment

Wehen dann die bunten Bänder des Erntekranzes hoch oben im Wind, so ist es Zeit für die obligatorische „Kerwered“ des Ortsbürgermeisters, ehe die Eröffnungsböller der Hubertus-Schützens ankündigen: Es ist Freibierzeit. Alljährlich bedeutet dies für den Ortsbürgermeister höchste Konzentration, um mit wenigen Holzhammerschlägen den Zapfhahn ins Fass zu treiben, damit endlich der kühle Gerstensaft fließen kann. Auf diesen Moment warten die prominenten Gäste ebenso durstig wie die Zaungäste. Für Gerstensaftverächter steht gratis Pfälzer Sonnenschein im Schoppenglas bereit. Tanja Hartmann spendiert Freikarten für ihr Karussell, so dass es rundgehen kann: „Kerwe bis zum Dienschdach Owend“.

Mitbringsel nicht vergessen

Die Rheinzaberner und alle Gäste indes sind angehalten zu feiern, dass sich die Balken biegen und das Fest zum Erfolg wird. Da die Kirchweih aber immer auch mit Nostalgie verbunden ist, erinnert der Ortsbürgermeister stets an das Mitbringsel für Oma, Opa, Alte und Kranke. Sie erinnern sich gerne an die Zeiten von Bratwurst mit Kraut, Zuckerstangen, Makronen, Magenbrot und „Mohrenköpfen“. Der Jahrmarkt, wie die Kerwe im Römerdorf heißt, hat noch immer viel Faszination bewahrt. ps

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