Sage und Wirklichkeit
Teufelstisch

Der Teufelstisch aufgenommen von dem Wochenblatt-Reporter Claudia Partee
  • Der Teufelstisch aufgenommen von dem Wochenblatt-Reporter Claudia Partee
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  • hochgeladen von Roland Kohls

Teuflisch.Um den Teufelstisch bei Hinterweidenthal rankt sich so manche Sage. Die Uni Bonn erklärt die Entstehung des bizarren Pilzfelsens – als erste in der Reihe der schönsten Geotope Deutschlands.

Als der Teufel einmal im Hinterweidental bei Hauenstein unterwegs war, hatte er Hunger und wollte rasten, fand aber nichts, wo er sich niederlassen konnte. Da nahm er kurzerhand ein paar Felsen und baute sich einen Tisch daraus. Als die Menschen im Tal den riesigen Tisch am nächsten Morgen sahen, erschraken sie. „Da hat der Teufel sein Mitternachtsmahl gegessen“, sagten sie. Ein junger Mann jedoch verlachte die Leute. Er glaubte nicht an den Teufel. „Ich werde heute Nacht dorthin gehen und mit dem Teufel zusammen essen“, sagte er im Scherz. Und in der Nacht brach er tatsächlich auf zu dem Teufelstisch und ward nie mehr gesehen.

So geht eine Legende vom Teufelstisch bei Hinterweidenthal, die auch der Mundartdichter Johann Martin Jäger alias Fritz Claus in einem Gedicht verewigte. Dort hat der Teufel so manches hinterlassen: Teufelsschmiede und Teufelsküche – bizarre Felsgebilde, die dort vielfach im Pfälzerwald zu finden sind. Der Teufelstisch jedoch ist das bekannteste und mit 14 Metern Höhe der größte sogenannte Pilzfelsen im Dahner Felsenland und wurde 2006 mit dem Prädikat „Nationaler Geotop“ ausgezeichnet. Anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Deutschen Geologischen Gesellschaft -Geologische Vereinigung (DGGV) im Jahr 2023 hat die Organisation das Projekt 30 Geotope3 initiiert und als erstes wurde der Teufelstisch vom Geologischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vorgestellt.

Geologie des Bundsandsteins im Pfälzerwald

Der für den Pfälzerwald so typische Buntsandstein stammt aus einer Zeit vor etwa 250 Millionen Jahren, als Mitteleuropa inmitten des Superkontinents Pangäa lag. Es war eine große Wüste. Aber wenn es in den umgebenden Hochgebirgen regnete, stürzte das Wasser in riesigen Flüssen hinab in große Senken und es entstanden große Seen. Aber auch der Wind brachte Sedimente ins sogenannte zentrale Bundsandsteinbecken. Rund 200 Millionen Jahre später bricht im Paläogen der Oberrhein-Graben auf. Teilschollen heben sich, stellen sich teilweise schräg – so erhebt sich auch der Pfälzerwald.
Seither werden die jüngeren Schichten durch Erosion wieder abgetragen und der Sandstein kommt wieder ans Tageslicht. Die Tischfelsen bestehen aus den sogenannten „Rehbergschichten“, nach den „Trifelsschichten“ die ältesten Buntsandsteinschichten. Die Rehbergschichten bestehen aus härteren und weicheren Sandsteinschichten. Wenn nun eine Felsplatte aus härterem Material auf weicherem Stein liegt, erodierte der Boden rings um den härteren Stein, aber unter dem harten Felsen bleibt das weichere Material geschützt vor Erosion und es entstehen Tisch- oder Pilzfelsen wie der Teufelstisch. rk 

Die schönsten Geotope

Deutschlands schönste Geotope werden von der DGGV im Internet als 3-D-Modelle modelliert und vorgestellt. Als erstes wurde der Teufelstisch präsentiert: www.digitalgeology.de.

Retterin der Burg
Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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