Schulstunde mit Künstlerin Getrud Schneiderheinze
Kunstunterricht im Weißenburger Tor

Die Schülerinnen waren vom Kunstunterricht im Weißenburger Tor begeistert.
  • Die Schülerinnen waren vom Kunstunterricht im Weißenburger Tor begeistert.
  • Foto: Wigand Schneiderheinze
  • hochgeladen von Jessica Bader

Germersheim. Am Freitag, 15. November, tauschten zehn Schülerinnen der zehnten Klasse der Geschwister-Scholl-Realschule plus in Germersheim ihr Klassenzimmer mit dem Ausstellungsraum im Weißenburger Tor. Auf Einladung des Tourismus-, Kultur- und Besucherzentrums stand eine außergewöhnliche Unterrichtsstunde im Fach Kunst auf dem Lehrplan. Begleitet wurden die Schülerinnen von ihrer Klassenlehrerin Silvia Hammann und Schulleiter Gernot Stentz.

Die Künstlerin Gertrud Schneiderheinze aus Leimersheim, die bis letzte Woche ihre aktuelle Ausstellung „Musik liegt in der Luft“ im Weißenburger Tor der Öffentlichkeit zeigte, freute sich auf den Unterricht mit den Jugendlichen. Ihre Vorliebe ist das Schnellzeichnen von Personen, insbesondere Musikern während ihres Live-Auftritts. Und genau diese Zeichenmethode galt es den interessierten Schülerinnen an diesem Vormittag näherzubringen.
Auf die Künstlerin aufmerksam wurde Schulleiter Gernot Stentz nach einem Zeitungsbericht über die Vernissage. Da er selbst das Fach Kunst unterrichtet, war das Interesse sehr groß, mit seinen Schülerinnen einmal „raus aus dem Klassenzimmer und sich hinein in ein anderes Lernumfeld zu begeben“, wie er sagt.

Hatten die Schüler bislang nur Motive aus Zeichnungen oder Fotos abgemalt, konnten sie sich im Unterricht von Gertrud Schneiderheinze erstmalig an das (Ab-)Zeichnen eines dreidimensionalen Objekts herantasten. Die Künstlerin leitete die Schülerinnen an, worauf es ankommt, einen Menschen „live“ zu zeichnen. Sie gab wertvolle Tipps und zeigte, auf welche Art und Weise die Schülerinnen das Blatt vor dem Zeichnen zunächst einteilen sollten, damit später auch die Proportionen stimmen.

Sie besprach und erläuterte hierzu zwei Techniken, um die Größenverhältnisse einzuüben. Zum einen handelte es sich um die Rastertechnik und das diagonale Verfahren mit Punkten, um mehr Dynamik in der Zeichnung zu schaffen. Gertrud Schneiderheinze erklärte den Schülerinnen eine wichtige Vorgehensweise: je größer und markanter das Instrument, desto eher beginne man mit dem Zeichnen des Instruments. Im Anschluss werden der Körper, dann der Kopf und schließlich die Augen gezeichnet.

Nach kurzen Lockerungsübungen stellte sich die erste Freiwillige als Model zur Verfügung und setzte sich mit einer Flöte vor die Schülergruppe. Im späteren Verlauf kam im Wechsel auch ein Horn zum Einsatz. „Die Resultate konnten sich nach zwei Unterrichtsstunden sehen lassen. Es hat mir und den Schülerinnen sehr viel Spaß gemacht, alle waren interessiert und haben sehr gut mitgemacht, Talent ist auf alle Fälle vorhanden. Ich hoffe, dass ich sie dazu bewegen konnte, den Impuls weiterzutragen und dass sie alle noch viel Freude am Malen und Zeichnen haben werden“, wünscht sich Gertrud Schneiderheinze.

Die Meinung der Schülerinnen nach den beiden Schulstunden war einstimmig positiv: Allen hat es sehr gut gefallen und sie würden sich freuen, wenn der Unterricht wiederholt werden könnte. Gertrud Schneiderheinze zeigte sich davon nicht abgeneigt und schlug vor, im Frühling, dann im Stadtpark Fronte Lamotte, eine weitere Unterrichtsstunde einzuplanen. Von dieser Idee, Kunstunterricht unter freiem Himmel anzubieten, waren die Klassenlehrerin und der Schulleiter sehr angetan. „Wir versuchen unseren Schülerinnen und Schülern musisch-künstlerische Erlebnisse zu ermöglichen und somit ihre Fähigkeiten dementsprechend zu fördern. Malen und Zeichnen beispielsweise trainiert die motorischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen. Wir wollen die Kreativität unserer Schülerinnen und Schüler fördern, denn damit leisten wir als Schule und Lehrer einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler“, sagt Schulleiter Gernot Stentz. Klassenlehrerin Silvia Hammann fügt hinzu: „Es ist auch wichtig, dass wir zum Beispiel mit dem Kunstunterricht im Weißenburger Tor eine neue Materie angeboten haben, in die die Schülerinnen und Schüler einsteigen können, um die Erfahrung zu machen, eine neue Aufgabe angenommen und auch gemeistert zu haben. Dies fördert zum Beispiel Mut und Selbstbewusstsein.“

Bürgermeister Marcus Schaile begrüßte diese außergewöhnliche Schulstunde im Weißenburger Tor: „Ich finde es ganz lobenswert, dass Schulleitung und Lehrer bereit sind, auch neue Wege zu gehen, um Lerninhalte nachhaltig zu vermitteln. Und dass wir hier in einem alten Festungsgebäude, im ehemaligen Stadttor, dieses schulische Vorhaben unterstützen konnten, das freut mich wirklich sehr.“

Aktuell nimmt die Geschwister-Scholl Realschule plus an einem Kreativ-Wettbewerb des Kultusministerium Rheinland-Pfalz teil. Drei Schülerinnen haben Weihnachtsmotive gemalt und eingesendet. ps

Autor:

Jessica Bader aus Ludwigshafen

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