Gelebtes Europa: PAMINA-Kleinprojektefonds fördert deutsch-französische Begegnungen
- SAVOIR VIVRE
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Europa. Grenzüberschreitende Kunst, Musik und Begegnung prägen den Jahresbeginn 2026 im Eurodistrikt PAMINA. Eine Kunstausstellung in der Zehntscheune in Wissembourg, ein deutsch-französischer Nachwuchsbandwettbewerb sowie zwei Zirkusaufführungen bringen Menschen beiderseits der Grenze zusammen. Möglich werden diese Aktivitäten durch EU-Mittel aus dem PAMINA-Kleinprojektefonds. Bislang wurden sieben Projekte bewilligt, weitere Fördermittel aus dem Interreg VI A Oberrhein Programm stehen noch bis Anfang 2029 zur Verfügung. Anlass für eine erste Zwischenbilanz.
Förderrahmen für grenzüberschreitende Projekte
Über den PAMINA-Kleinprojektefonds können Träger von deutsch-französischen Begegnungsprojekten eine Förderung aus dem europäischen INTERREG Oberrhein Programm beantragen. Der Förderaufruf läuft von September 2024 bis März 2029 und richtet sich an zivilgesellschaftliche Initiativen in den Bereichen Jugend, Sport, Kultur und nachhaltige Entwicklung.
Ziel des EVTZ Eurodistrikt PAMINA ist es, das Zusammenwachsen des grenzüberschreitenden Raums zu stärken, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und erfolgreiche Aktionen langfristig zu verstetigen. Für den gesamten Förderzeitraum stehen 600.000 Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. Gefördert werden bis zu 60 Prozent der Projektkosten; das Gesamtbudget eines Kleinprojekts muss zwischen 5.000 und 65.000 Euro liegen.
Bereits umgesetzte Projekte
Im Rahmen der bislang geförderten Vorhaben wurden bereits zahlreiche Aktionen realisiert. So machte die „Mobile Ausstellung zum Thema Lebensraum Rhein“ während des Sommers pädagogische Materialien für Jung und Alt direkt in den Rheinauen zugänglich – nachhaltig transportiert per Lastenrad. Deutsche und französische Besucherinnen und Besucher konnten sich vor Ort mit ökologischen Themen auseinandersetzen.
- Mobile Ausstellung zum Thema Lebensraum Rhein
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Der Projektträger, das Maison de la nature du delta de la Sauer et d'Alsace du Nord, organisierte darüber hinaus im Oktober und November ein deutsch-französisches Naturfotofestival im Rahmen eines weiteren Kleinprojekts. In Rastatt, Wissembourg und Karlsruhe präsentierten Fotografen aus der Region und darüber hinaus ihre Arbeiten. Mehr als 2.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Das Festival habe den Dialog zwischen deutschen und französischen Gästen ebenso wie zwischen den Fotografinnen und Fotografen gefördert, betont Pascal Gérold, Naturpädagoge im Maison de la Nature du Delta de la Sauer et d'Alsace du Nord.
Auch im Kulturbereich setzten Projekte Akzente. Im Oktober fand in Annweiler am Trifels im Rahmen des Projekts SAVOIR VIVRE des Landkreises Südliche Weinstraße eine Ausstellung statt, bei der Kunstschaffende von beiden Seiten der Grenze miteinander in Dialog traten. „Kunst kann zur Sprache der Freundschaft werden“, sagte die Kuratorin der Ausstellung, Sabine Adler. Ergänzend wurde in Wissembourg ein Überseecontainer mit Graffiti neugestaltet und in einem Workshop ein partizipatives Wandbild geschaffen. Eine weitere Kunstausstellung in Wissembourg ist noch bis zum 1. Februar 2026 zu sehen; eine Graffiti-Aktion am Bahnhof Rohrbach folgt am 19. April 2026.
Im Themenfeld Jugend organisierte das FÖJ-Konsortium der Umweltverbände BUND, NABU und GNOR Rheinland-Pfalz (FÖJ-KUR) im April und November 2025 Seminare für Einrichtungen, die junge Menschen im deutsch-französischen Freiwilligendienst aufnehmen. Ziel ist es, mehr Einsatzstellen für junge Menschen aus dem Nachbarland zu schaffen und zugleich die Qualität der Betreuung zu verbessern.
Ausblick auf weitere Begegnungen 2026
Auch 2026 stehen weitere grenzüberschreitende Projekte an. Zum Jahresbeginn startete ein deutsch-französischer Nachwuchsbandwettbewerb. Beim Finale am 21. März 2026 im Millénium in Haguenau können jeweils eine deutsche und eine französische Band einen Auftritt beim Juggle Maniac Festival im Juli 2026 in Cleebourg gewinnen. Bewerbungen sind noch bis zum 15. Februar möglich.
Im Rahmen des im Dezember bewilligten Kleinprojekts „Manege ohne Grenzen“ erarbeiten Schülerinnen und Schüler des Alfred-Grosser-Schulzentrums Bad Bergzabern und der Ecole Saint Jean Ohleyer Wissembourg gemeinsam das Zirkusstück „mehr, Mehr, MEHR“. Die Aufführungen finden am 10. Februar in der Nef in Wissembourg sowie am 12. Februar in Bad Bergzabern statt.
Darüber hinaus soll 2026 im Château Langenberg in Wissembourg mit D’Lichtung / La Clairière ein dauerhafter Ort der Begegnung, des Dialogs und der Bewegung entstehen. Geplant ist ein zweisprachiges und vielfältiges Programm. „Ein Höhepunkt wird das Mitmach-Festival am 18. und 19. Juli auf dem Ecolieu Langenberg, bei dem Besuchende aller Generationen beiderseits der Grenze sich ein Seminar-Programm aus einer Vielfalt von Angeboten rund um ökologische Lebensweise, Kultur, Musik und Bewegung zusammenstellen können“, erklärt Sibylle Wiesemann, Projektleiterin beim Verein Association Langenberg.
Weitere Informationen zu den Projekten sowie zum PAMINA-Kleinprojektefonds sind auf der Website des Eurodistrikt PAMINA abrufbar unter www.eurodistrict-pamina.eu/de/kleinprojektefonds.html
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Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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