Die "deutsche Toskana": Warum in der Pfalz mehr Feigen wachsen als irgendwo sonst in Deutschland
- Feigen am Baum - frisch gepflückt eine Delikatesse
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Südpfalz. Wer an Feigen denkt, hat meist Bilder von Italien, Griechenland oder der Provence vor Augen. Sonnendurchflutete Hänge, mediterrane Gärten und warme Sommer. Kaum jemand vermutet, dass ausgerechnet die Pfalz da durchaus mithalten kann. Sie gilt als Deutschlands Feigen-Hochburg. Dabei wachsen zwischen Rhein und Haardt schätzungsweise rund 50.000 Feigenbäume und -sträucher – tatsächlich so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland. Eine Zahl, die selbst viele Pfälzer überrascht - aber man nennt die Pfalz ja nicht ohne Grund die "Toskana Deutschlands".
Römisches-Relikt - der pfälzer Feigenbaum ist gelebte Geschichte
Der Grund dafür, dass besonders in der Südpfalz so viele Feigenbäume wachsen, liegt im außergewöhnlichen Klima der Region. Die Pfalz zählt zu den wärmsten Gegenden Deutschlands. Viele Sonnenstunden, vergleichsweise milde Winter und geschützte Lagen schaffen Bedingungen, wie sie Feigen lieben. Deshalb gedeihen die ursprünglich aus Vorderasien stammenden Bäume hier oft so gut, dass sie Jahr für Jahr reichlich Früchte tragen.
- ein Feigenbaum: Von ihnen soll es rund 50.000 in der Pfalz geben
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Die Geschichte der Pfälzer Feige reicht richtig weit zurück. Schon aus der Römerzeit wurden in der Pfalz Feigenkerne gefunden. Vieles spricht dafür, dass die Römer die Pflanze mit in die Region brachten. Seitdem gehört sie – neben Wein und Mandelbäumen – längst zum Landschaftsbild der Pfalz.
Regionale Spezialität aber kaum gewerbsmäßiger Anbau
Trotz der großen Zahl an Feigenbäumen gibt es in der Pfalz kaum gewerbsmäßigen Anbau. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Feigen sind äußerst empfindlich. Sie verderben schnell und reifen nicht alle gleichzeitig. Während an einem Ast bereits süße Früchte gepflückt werden können, brauchen andere noch Tage oder sogar Wochen. Deshalb landen die meisten Pfälzer Feigen nicht im Supermarkt, sondern direkt aus dem Garten auf dem Teller, werden zu Marmelade verarbeitet oder finden ihren Weg in Hofläden und die regionale Gastronomie.
Erntezeit
Wer in den kommenden Wochen aufmerksam durch die Pfalz fährt, entdeckt sie fast überall: Feigenbäume in Vorgärten, an alten Hofmauern oder in sonnigen Innenhöfen. Sie sind längst mehr als nur eine mediterrane Besonderheit. Sie zeigen, wie außergewöhnlich das Klima der Pfalz ist – und warum eine Frucht, die viele nur aus dem Urlaub kennen, hier längst ein kleines Stück Heimat geworden ist. Und da Feigen Hitze dementsprechend gut vertragen, kann auch dieses Jahr mit einer guten Ernte gerechnet werden.
Die rund 80 Gramm schweren Früchte reifen in der Regel zwischen Mitte Juli und Mitte September. In besonders günstigen Jahren ermöglicht das milde Pfälzer Klima sogar eine zweite Ernte im Spätherbst. Ein ausgewachsener Feigenbaum trägt durchschnittlich 100 bis 200 Früchte, sodass die gesamte Pfälzer Ernte auf mindestens 80.000 Kilogramm geschätzt wird.
Tipp
Auf den Webseiten von pfalz.de finden sich viele Tipps und Hinweise rund um die Pfälzer Feigen. Hier gibt es auch eine "Feigenbörse", in der sich Verkäufer und interessierte Käufer eintragen können. Außerdem finden sich hier jede Menge tolle Feigen-Rezepte.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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