Bahnstrecke Landau–Germersheim: Reaktivierung nimmt nächste Hürde
- Reaktivierung der Bahnstrecke Germersheim Landau neu bewertet
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Germersheim. Die Reaktivierung der Bahnstrecke Landau–Germersheim rückt näher: Das rheinland-pfälzische Mobilitätsministerium hat die Strecke mit einem Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) von 1,86 positiv bewertet und in Planungsphase 1 und 2 überführt. Damit gehört die Verbindung zwischen der Südpfalz-Metropole und dem Mittelzentrum Germersheim zu den Projekten mit besonders guten Perspektiven.
„Wir stellen die Weichen für eine klimafreundliche Mobilität – gerade auch in der Fläche. Die Anbindung an das Bahnnetz stärkt nicht nur den Umweltschutz, sondern auch die soziale Teilhabe im ländlichen Raum“, erklärte Mobilitätsministerin Katrin Eder im Landtagsausschuss für Klima, Energie und Mobilität.
Im Rahmen einer landesweiten Vorratsplanung wurden insgesamt zwölf Bahnstrecken detailliert untersucht. Zehn davon, darunter auch Landau–Germersheim, weisen einen NKI von über 1,0 auf – eine wichtige Voraussetzung für eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), das bis zu 90 % der Infrastrukturkosten übernehmen kann.
Die Strecken mit positivem Gutachten werden nun in den nächsten Planungsschritt überführt. Das bedeutet: Es werden belastbare Grundlagen und technische Daten erhoben, mit denen sich die Machbarkeit, der Bedarf und die Auswirkungen einer möglichen Reaktivierung im Detail bewerten lassen. Eine Reaktivierungsentscheidung ist damit zwar noch nicht gefallen – doch der Prozess wird nun konkret.
Auch über die klassische Nutzen-Kosten-Bewertung hinaus fließen inzwischen weitere Kriterien in die Bewertung ein: So werden unter anderem die Verknüpfung mit bestehenden Bus- und Bahnlinien, der Beitrag zum Klimaschutz, die Entlastung der Straßeninfrastruktur sowie touristische Potenziale berücksichtigt. Ziel ist es, mit einer ganzheitlichen Betrachtung die besten Lösungen für jede Region zu finden.
Für Landau und Germersheim bedeutet die positive Bewertung einen wichtigen Impuls: Die Schiene würde nicht nur Pendlerinnen und Pendlern neue Möglichkeiten bieten, sondern auch die Attraktivität beider Städte als Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandorte weiter erhöhen.
Bahnstrecken mit positivem Nutzen-Kosten-Ergebnis (NKI > 1,0)
- Engers – Siershahn („Brexbachtalbahn“) – NKI: 3,89
- Koblenz-Lützel – Bassenheim – NKI: 2,63
- Landau – Germersheim – NKI: 1,86
- Langmeil – Monsheim („Zellertalbahn“) – NKI: 1,50
- Staudernheim – Lauterecken-Grumbach („Glantalbahn“) – NKI: 1,44
- Hinterweidenthal Ost – Bundenthal-Rumbach („Wieslauterbahn“) – NKI: 1,30
- Kaisersesch – Gerolstein („Eifelquerbahn“) – NKI: 1,12
- Linz – Kalenborn („Kasbachtalbahn“) – NKI: 1,12
Hinweis: Nur Strecken mit einem NKI über 1,0 sind derzeit förderfähig nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) und werden in Planungsphase 1 und 2 überführt.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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