Kunsthaus Frankenthal
Wenn junge Kunst den Raum verändert

Foto: Martina Stepper
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Kunsthaus Frankenthal

Wenn junge Kunst den Raum verändertBenefiz-Vernissage des Lions Club am 15. März im Kunsthaus Frankenthal

Ein Sonntagvormittag, der heller wirkt als sonst.

Kurz vor elf füllt sich der Vorplatz des Kunsthauses am Mina-Karcher-Platz. Kein hektisches Gedränge – eher dieses gespannte Ankommen. Gespräche im Flüsterton, erwartungsvolle Blicke. Und bei manchen jungen Künstlerinnen und Künstlern vermutlich auch ein leises Herzklopfen.

Drinnen fällt das Licht weich durch die hohen Fenster. Gläser klirren, Sektperlen steigen auf, erste Gespräche entstehen. Musikalisch begleitet wird die Vernissage vom jungen Simon Fuchs am Keyboard, dessen zurückhaltende Klänge dem Raum eine ruhige, fast schwebende Atmosphäre verleihen. Man bewegt sich tastend durch den Raum – bleibt stehen, tritt näher, schaut genauer hin.

Die Vernissage „Junge Künstlerinnen und Künstler im Fokus“ ist eine Initiative des Lions Club Frankenthal und wird unterstützt von der Kunst- und Kulturstiftung Frankenthal sowie dem Kulturamt der Stadt. Auch Oberbürgermeister Nicolas Meyer ließ es sich nicht nehmen, zur Eröffnung ins Kunsthaus zu kommen und den jungen Talenten seine Wertschätzung zu zeigen.

Eröffnet wird die Ausstellung von Volker Deppert, dem amtierenden Präsidenten des Lions Club Frankenthal, und von der Kuratorin und Künstlerin Uschi Freymeyer, die die Gäste begrüßt und in das Konzept der Ausstellung einführt.

Freymeyer begleitet das Projekt seit vielen Jahren. In ihrer Ansprache erinnert sie daran, dass diese Ausstellungsreihe bereits seit 2018 besteht und ursprünglich aus dem Wunsch entstanden ist, jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu geben.

„Im Laufe der Zeit, ursprünglich als regionales Projekt gedacht, kamen immer mehr junge Künstlerinnen und Künstler auch aus anderen Orten hinzu“, erklärt sie. „Da entstand die Idee, ihnen gezielt Raum zu geben – für ihre Arbeiten, aber auch für Begegnungen und Gespräche.“

Denn was hier an den Wänden hängt, ist mehr als Farbe auf Leinwand.Es ist die Sichtweise junger Menschen auf das Leben.Und es ist dieser Mut, dieser Sicht einen Ausdruck zu geben.

Das Kunsthaus wirkt dabei wie ein ruhiger Verbündeter. Seine lichtdurchfluteten Räume und die exquisite Beleuchtung geben den Arbeiten genau das, was sie brauchen: Raum zum Atmen – und diesen besonderen Glanz der Sichtbarkeit, in dem Kunst plötzlich zu sprechen beginnt.

Und während Besucherinnen und Besucher stehen bleiben, nachfragen, ins Gespräch kommen, entsteht das, was gute Kunst immer schafft – Begegnung.

Die jungen Künstlerinnen und Künstler – darunter Denise Hutmacher, Fabienne Marquardt, Fotini Filothea Strataki, Jamila Nawra, Lena Birkenmeier, Leonard Hoepke, Luca Arthur Hörer, Max Kühborth, Melissa Sacher, Milena Waliser, Patrick Jörns, Rebecca Gräf, Ruth-Ellen Schäffer und Tim Burger – bringen ganz unterschiedliche Perspektiven in diese Ausstellung ein.In Gesprächen mit den Künstlerinnen und Künstlern wird schnell deutlich, wie viel Herzblut und Ideenreichtum in den einzelnen Arbeiten steckt.

Manche arbeiten mit kräftigen Farben, andere mit filigranen Zeichnungen oder ungewöhnlichen Materialien. Einige beschäftigen sich mit persönlichen Erfahrungen, andere mit gesellschaftlichen Themen. Zusammen entsteht ein vielstimmiges Bild einer Generation, die ihre eigenen Themen, Fragen und Hoffnungen in künstlerische Formen übersetzt.

Die Stile sind vielfältig, die Handschriften individuell – und doch verbindet sie ein gemeinsamer Schritt: der Mut, sich zu zeigen.

Dabei geht es in diesem Projekt bewusst nicht um eine große Inszenierung. Freymeyer betont, dass die Ausstellung keinen Wettbewerb und keinen Titel trägt. Der Fokus liege auf den Kunstwerken selbst – und auf dem Dialog zwischen Publikum und Künstlern.

Ein wichtiger Bestandteil ist auch das Zusammenspiel der Generationen. Erfahrene Künstlerinnen und Künstler unterstützen die jungen Talente mit Rat und Erfahrung – ein Austausch, der dem Projekt eine besondere Atmosphäre verleiht.

Solche Plattformen entstehen nicht von selbst. Sie entstehen, weil Menschen sie möglich machen.Der Lions Club Frankenthal organisiert diese Ausstellung seit 2018 als Benefizprojekt. Beim Verkauf der Werke spenden die Künstlerinnen und Künstler 20 Prozent des Erlöses an den Club. Mit diesen Mitteln unterstützt der Lions Club wiederum unbürokratisch soziale Projekte in Frankenthal.Erstmals wird im Rahmen der Ausstellung auch ein Jugendkunstpreis des Lions Club vergeben. Die Auszeichnung soll bei der Finissage am 29. März überreicht werden.

Zwischen Sektgläsern und konzentrierten Blicken wird deutlich:

Hier wächst etwas.Hier entsteht Selbstbewusstsein.Hier beginnt vielleicht für manche ein Weg.

Diese Ausstellung ist mehr als eine Momentaufnahme.Sie ist ein Versprechen.

Ein Versprechen, dass Frankenthal jungen Stimmen Raum gibt.Dass Kreativität hier nicht am Rand steht, sondern im Mittelpunkt.Und dass Zukunft genau dort beginnt, wo Mut sichtbar wird.
© M.S.

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Autor:

Martina Stepper aus Frankenthal

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