Poetry Slam hinter Gittern: JVA Frankenthal wird zur Bühne
- Osca ist nicht nur zum Zuhören gekommen. Er tritt selbst auf.
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Frankenthal. In der Justizvollzugsanstalt Frankenthal wurde die Turnhalle zur Bühne. Ein Poetry Slam brachte Insassen, Künstler und Anstaltsleitung zusammen und setzte ein Zeichen für Resozialisierung durch Sprache.
Die Sporthalle der JVA Frankenthal ist kein klassischer Kulturort. Abgenutzte Spielfeldlinien und der Geruch von Reinigungsmitteln prägen den Raum. Dennoch entstand dort für zwei Stunden eine besondere Atmosphäre. Rund 40 Gefangene verfolgten einen Dichterwettstreit hinter Gittern. Sie bildeten zugleich die Jury.
Insassen als Publikum und Juroren
Hobbyliteraten und erfahrene Poetry-Slammer traten mit eigenen Texten an. Die Häftlinge vergaben Punkte und entschieden über den Sieger. Die Beiträge reichten von pointiert über poetisch bis nachdenklich. Am Ende gewann der Autor Gusto den Wettbewerb.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Auftritt eines Insassen. Der 32 Jahre alte Osca, verurteilt wegen Körperverletzung mit Todesfolge, trug einen Rap über Haft, Zeit und verlorene Nähe zur Familie vor. Der Applaus der Mitgefangenen fiel deutlich aus. Der Auftritt galt als mutig und offen.
Resozialisierung durch Sprache
Anstaltsleiterin Gundi Bäßler sieht in solchen Abenden einen wichtigen Baustein des Vollzugs. Kultur bedeute Abstand vom Haftalltag und fördere Austausch. In der JVA Frankenthal sind rund 400 Männer untergebracht. Die Anstalt ist für Haftstrafen bis zu acht Jahren zuständig.
Organisiert wurde der Abend vom Verein Die Landkulturschaffenden Südwest. Initiator Rolf Suter setzt seit mehreren Jahren auf Kulturangebote an ungewöhnlichen Orten. Sprache sei Identität und Grundlage für Bildung, Beruf und soziale Bindung.
Kulturangebote im Strafvollzug
Kulturelle Projekte in Gefängnissen haben international Vorbilder. Beispiele sind Theaterprogramme in den USA oder Kunstinitiativen in Großbritannien und Norwegen. Auch in Frankenthal gab es zuletzt neben dem Poetry Slam einen Gitarrenkurs, einen Deutschkurs in Kooperation mit der Volkshochschule sowie Konzerte.
Wie es weitergeht, ist offen. Für dieses Jahr rechnet die JVA mit einer längeren Pause bei Kulturangeboten. Der Verein plant jedoch weitere Abende in anderen Justizvollzugsanstalten der Region, darunter Ludwigshafen und Saarbrücken. dpa
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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