Beschwerde-Chöre machen Beschwerden singend zum Stadt-Thema
„Der Berliner Platz braucht mehr Grünflächen.“

Der Beschwerde-Chor der Ludwigshafener Studis bei einem Flashmob in der Stadt.
  • Der Beschwerde-Chor der Ludwigshafener Studis bei einem Flashmob in der Stadt.
  • Foto: VIDEO Kunstverein Ludwigshafen
  • hochgeladen von Charlotte Basaric-Steinhübl

Ludwigshafen. Beschwerden und Proteste sind oft laut, eher unangenehm, manchmal mit Ausschreitungen verbunden. Aus Finnland stammt ein Trend, der friedlich und kunstvoll ist: Beschwerde-Chöre, die sich den Frust von der Seele singen!

Diese Idee der Finnen wurde Anfang des Jahres auch in Ludwigshafen aufgegriffen. Dabei wurde vom Kunstverein Ludwigshafen gemeinsam mit der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen der 1. Ludwigshafener Beschwerde-Chor gegründet. Die künstlerische Leitung lag bei Coco Safir sowie den Brüdern Roland und Bernhard Vanecek.

Etwa 200 Beschwerden hatten 15 Studierende in einem Workshop zusammengetragen und gemeinsam wurde in einem demokratischen Prozess ein Lied komponiert. Es entstand ein Song, der den Frust der Beschwerden auf den Punkt bringt. Die Studierenden singen über Probleme in der Hochschule aber auch über eine Stadt, die wenig Anreize für studentisches Leben bietet. Mit über 60 Choristen wurde am 11. April die Premiere des 1. Beschwerde-Chors auf der Außentreppe der Hochschule in der Maxstraße zelebriert.

Es folgte eine flashmobartige Prozession durch die Innenstadt zum Kunstverein Ludwigshafen. Dabei schlossen sich spontan viele weitere Passanten an und stimmten in den Gesang des Chors ein.
Damit hatte Ludwigshafen einen neuen Artikulationsraum für sich entdeckt und es wurden drei weitere Beschwerde-Chöre gegründet: Der „Chor der Arbeit“ („... über den Teufelskreis von Papierbergen, E-Mail-Flut und Selbstoptimierung“), der „Chor der Wohnungssuchenden“ („... gegen zu hohe Mietpreise und knappen Wohnraum“) und der „Chor für Artenvielfalt“ („... gegen das Schwinden von Bienen und Insekten“).

Wichtig war den Initiatoren des Projekts, dass sie das Projekt gestartet und den Akteuren eine Plattform geboten haben. Der Inhalt der Lieder war alleine Sache der Akteure. Sämtliche Lieder wurden in einem Tonstudio aufgenommen und an verschiedenen Stellen Ludwigshafens aufgeführt. Alle diese Aufnahmen wurden dann jeweils in einem Video verarbeitet.

Aus dem Projekt soll eine Bewegung werden
„Nun sind die Chöre gegründet und sie sollen am liebsten auch bestehen bleiben,“ so Bernhard Vanecek, einer der Artistic Leader der Ludwigshafener Beschwerdechöre. „Jeder von uns kann singen, jeder ist musikalisch. Dazu braucht es auch keine Noten, sondern Gefühl und Freude am Tun. Leider hat hier unser Bildungssystem versagt, viele denken, sie könnten nicht singen.“ führt er weiter aus. Er wünscht sich, dass aus dem Projekt eine Bewegung wird, dass es weiter geht.

Mitmachen!
Am Samstag, 14. September, gibt es um 17.15 Uhr einen Auftritt im Rahmen der „Singenden Balkone“ - mittlerweile eine Kultveranstaltung in Ludwigshafen. An den unterschiedlichsten Orten in der Stadt treten Sänger, Musiker, Bands und Chöre mit kurzen musikalischen Beiträgen auf. Wer Lust hat, dabei zu sein, kann sich beim Kunstverein Ludwigshafen per E-Mail an auer@kunstverein-ludwigshafen.de anmelden oder auch einfach vorbeikommen. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr im Kunstverein Ludwigshafen in der Bismarckstraße 44-48. bas

Links zu den Beschwerdesongs:
Beschwerde-Chor der Ludwigshafener Studis
Beschwerde-Chor der Arbeit
Beschwerde-Chor der Wohnungssuchenden
Beschwerde-Chor für Artenvielfalt

Hintergrund:
Die finnische Redewendung „Valituskuoro“ beschreibt Situationen, in denen eine Gruppe von Personen sich gleichzeitig, fast impulsartig über einen Zustand beschwert. Wörtlich ins Deutsche übersetzt könnte man es als „Beschwerde-Chor“ betiteln. Aus dieser Redewendung heraus entwickelte das deutsch-finnische Künstlerpaar Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen im Jahre 2005 ihr Konzept und initiierte seinen ersten Complaints Choir in Birmingham. Nach großem Erfolg wurde die Idee von dem Künstlerpaar als OpenSource Project freigestellt.

Autor:

Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen

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