Interview mit Citymanagerin Janine Regauer
Wie managt man eine City?

Citymanagerin Janine Regauer | Foto: Cornelia Bauer
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Motivieren, vernetzen, beraten, fördern, veranstalten, werben und eigene Impulse setzen – all das hat sich die Wirtschaftsförderung in Speyer auf die Fahnen geschrieben. Seit Februar bildet das Team um deren neuen Leiter Mario Daum dafür die Anlaufstelle. Citymanagerin Janine Regauer soll innerhalb dieser Schaltzentrale als nahbare Ansprechpartnerin für Innenstadthandel und Gastronomie fungieren. Mit ihr sprach Cornelia Bauer.

???: Frau Regauer, Managerinnen kennt man aus Unternehmen oder vom Sport. Wie aber managt man eine ganze City?
Janine Regauer: Managerinnen planen, organisieren und koordinieren. Das braucht eine Stadt auch. Als Citymanagerin verstehe ich mich als Bindeglied zwischen dem innerstädtischen Einzelhandel und der Gastronomie einerseits und der Stadtverwaltung andererseits. Ich unterstütze, bin Ansprechpartnerin bei Fragen und Problemen und trage Anregungen und Kritik ins Team.

???: Ganz konkret: Wie wird Ihr Arbeitstag aussehen?
Regauer: Ich werde an einem oder zwei Tagen pro Woche aktiv in der Innenstadt unterwegs sein, um Gespräche zu führen und Anliegen aufzunehmen. Die gebe ich dann weiter - mit dem klaren Ziel, zeitnah auch Antworten liefern zu können. Wir haben im Mai mit dem „Runden Tisch Einzelhandel“ begonnen und wollen diesen ebenso wie weitere Netzwerktreffen etablieren. Wir möchten die Vernetzung unter den Einzelhändlern fördern und würden uns freuen, wenn noch mehr Menschen an diesen Treffen teilnehmen würden.

???: Gibt es bereits konkrete Ansatzpunkte für die Arbeit des Citymanagements? Was können und wollen Sie mit Ihrer Arbeit verändern?
Regauer: Mir geht es in erster Linie darum, Verwaltungswege zu verkürzen. Indem ich als direkte Ansprechpartnerin präsent bin, greifbar bin, hoffe ich, dass ich dazu beitragen kann, kleine Probleme schnell vor Ort zu lösen. Das gemeinsame Ziel ist ganz klar eine belebte Innenstadt voller Menschen. Das geht nur, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich kenne Speyer zwar von Kindheit an, aber die Erfahrungen der Einzelhändler und Gastronomen ist unglaublich wertvoll. Diese können wichtige Impulse einbringen und selbst innovative Ideen umsetzen. Wir als Team der Wirtschaftsförderung wollen das unsere tun, um Handel und Gastronomie zu unterstützen.

???: Was sind Ihre ersten Amtshandlungen?
Regauer: Unterstützt von zwei Azubis erfassen wir derzeit den Bestand an Geschäften für ein Innenstadt-Monitoring, das wir jährlich fortschreiben wollen. Zusammen mit Florian Ofer bin ich in den Geschäften unterwegs, um den geplanten Stadtgutschein vorzustellen. Diese ersten Besuche wurden sehr positiv aufgenommen. Die Händler waren sehr freundlich - und haben sehr positiv darauf reagiert, dass sich jemand Zeit für ihre Anliegen nimmt. Es gab Kritik, aber auch Lob. Beides nehme ich mit und will zeitnah Rückmeldungen geben. Dabei ist mir ein ehrlicher Umgang miteinander wichtig. Nicht auf alles hat die Stadt Einfluss - und auch das muss man ehrlich kommunizieren. Für mich ist es mitunter einfacher, Verwaltungsvorgänge zu erfragen, vielleicht kann ich dadurch das ein oder andere ein bisschen beschleunigen.

???: Wenn Sie durch die Speyerer Innenstadt gehen – was ist in Ihren Augen ein Ort mit besonders viel Potenzial?
Regauer: Unsere Maximilianstraße ist wunderschön. Auf unserer zentralen Flaniermeile kann man viel erleben und entdecken. Besonderer Charme liegt auch in den Seitenstraßen unserer Innenstadt, die vielfältigste Geschäfte und Gastronomieangebote aufweisen. Das gemeinsam zu hebende Potenzial ist sicherlich, dass wir die Besucher und Touristen durch eine aktive Lenkung zu diesen Orten und Straßen führen – quasi eine Besucherlenkung.

???: Können sich alle anderen Akteure jetzt gemütlich zurücklehnen, weil Sie das Kind schon schaukeln werden?
Regauer: Auf keinen Fall - Citymanagement ist Teamarbeit. Wir werden das gemeinsame Ziel - eine attraktive und gut frequentierte Innenstadt - nur erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen. Für den langfristigen und nachhaltigen Erfolg ist es wichtig, dass Stadt, Wirtschaftsförderung, Händler und Gastronomen gut zusammen arbeiten.

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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