Vierte Insolvenz in sechs Jahren: Was wird aus Galeria in Speyer?
- Die Stadt Speyer will sich nach dem erneuten Insolvenzantrag weiter für den Galeria-Standort und die Beschäftigten einsetzen.
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Speyer. Der erneute Insolvenzantrag von Galeria sorgt in Speyer für neue Unsicherheit. Für die Stadt stehen vor allem die Beschäftigten der Filiale im Mittelpunkt. Auch die Landtagsabgeordneten Marlene Gottwald und Michael Wagner sowie Bundestagsabgeordnete Isabel Mackensen-Geis sprechen sich für den Erhalt des Speyerer Standorts aus.
Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler erklärt: „Meine Gedanken sind heute vor allem bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Galeria. Sie haben in den vergangenen Jahren schon mehrfach um ihre berufliche Zukunft bangen müssen und dennoch immer wieder mit großem Einsatz für ihren Standort gekämpft. Dass sie nun erneut mit dieser Unsicherheit konfrontiert sind, ist bitter. Wir stehen als Stadt fest an ihrer Seite und werden uns weiterhin für den Erhalt des Speyerer Standorts einsetzen“.
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, bedeutet der Insolvenzantrag zunächst noch keine Entscheidung über die Zukunft der Speyerer Filiale. Auch die drei vorherigen Insolvenzverfahren seit 2020 führten nicht zum Ende des Unternehmens. Zugleich nimmt die Stadt die Entwicklung nach eigenen Angaben sehr ernst, weil Speyer in den vergangenen Monaten zu den Standorten gehörte, deren weitere Entwicklung geprüft wurde.
Warum der Standort für die Innenstadt wichtig ist
Aus Sicht der Stadt bringt die Filiale in Speyer gute Voraussetzungen mit. Sie verweist in einer Presseerklärung auf die hohe Frequenz in der Innenstadt, die touristische Anziehungskraft und ein starkes Einzugsgebiet in der Region. Galeria gehöre seit Jahrzehnten fest zur Innenstadt und habe als Arbeitgeber und Frequenzbringer große Bedeutung für den innerstädtischen Handel.
Seiler sagt dazu: „Es gilt, weiter gemeinsam für den Einzelhandelsstandort Speyer einzustehen. Dazu können wir alle beitragen, indem wir Galeria und unseren gesamten lokalen Einzelhandel gerade jetzt durch den Einkauf vor Ort unterstützen“.
Die Stadtverwaltung und die Wirtschaftsförderung stehen nach eigenen Angaben seit Langem in engem Austausch mit Galeria und den Beschäftigten vor Ort. Diesen Austausch will die Stadt fortsetzen und die weitere Entwicklung eng begleiten.
Für die Stadt reicht das Thema über ein einzelnes Unternehmen hinaus. Sie sieht den stationären Einzelhandel seit Jahren unter wirtschaftlichem Druck. Hohe Lebenshaltungskosten und die angespannte wirtschaftliche Lage belasteten viele Haushalte und damit auch die Kaufkraft vor Ort.
Seiler erklärt: „Lebendige Innenstädte brauchen starke Unternehmen, aber genauso Menschen, die sich den Einkauf vor Ort leisten können. Deshalb brauchen wir spürbare Entlastungen insbesondere für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen und Rahmenbedingungen, die Konsum, nachhaltige Investitionen und wirtschaftliche Zuversicht wieder stärken. Hier sind Bund und Land gefordert“.
Das Amtsgericht Düsseldorf hat das vorläufige Insolvenzverfahren für die Kaufhaus-Kette Galeria am Montag angeordnet, nachdem die Geschäftsführung am Freitag Insolvenzantrag gestellt hatte - der vierte in sechs Jahren. Insgesamt bangen fast 12.000 Mitarbeiter um ihre Jobs. Es heißt, mehr als 30 der 83 Filialen stünden akut vor dem Aus.
Wie die Bildzeitung berichtet, sei der Umsatz so weit abgestürzt, dass die Septemberlöhne nur mit Mühe gezahlt werden konnten. Von einem Finanzloch in Höhe von 36 Millionen Euro ist die Rede. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde eingesetzt. Galeria erhält allerdings dieses Mal voraussichtlich kein Insolvenzgeld.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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