Preisträger*innen der Hans-Purrmann-Preise stehen fest

Sophie Thun   | Foto: red
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Speyer. In der Schlussrunde des Wettbewerbs um die Hans-Purrmann-Preise der Stadt Speyer für Bildende Kunst 2025 hat die hochkarätige Künstlerjury, der neben Sabrina Fritsch (Düsseldorf), Leiko Ikemura (Berlin/Köln), Karin Kneffel (Düsseldorf/München), Marcel Odenbach (Köln), Martin Liebscher (Berlin/Offenbach) und Matthias Weischer (Leipzig) auch der Direktor des Wilhelm-Hack-Museums Ludwigshafen, René Zechlin, angehört, über die eingereichten Originalarbeiten der vorausgewählten Künstler*innen für den „Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer“ und den Förderpreis „Hans-Purrmann-Preis für Bildende Kunst der Stadt Speyer“ eingehend beraten.

Nach langer und intensiver Diskussion hat sich die Gesamtjury unter der Sitzungsleitung von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und dem Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Bee dafür ausgesprochen, die Hans-Purrmann-Preise der Stadt Speyer wie folgt zu vergeben:

Bei der siebten Auflage geht der von der Hans Purrmann Stiftung ins Leben gerufene „Große Hans Purrmann-Preis der Stadt Speyer“ an Sophie Thun. Der Große Preis zählt mit einem Preisgeld von 20.000 Euro sowie einer eigenen Katalogpublikation zu den höchstdotierten deutschen Kunstpreisen. Honoriert werden soll eine individuelle künstlerische Leistung, die eine eigenständig gefundene und konsequent verfolgte Thematik ausdrückt.

Sophie Thun (geboren 1985, lebt und arbeitet in Wien) arbeitet vor allem mit Techniken der analogen Fotografie, ihren Räumen, Prozessen sowie Produktions- und Ausstellungsbedingungen.

Aufgewachsen in Warschau, absolvierte Thun ihr Masterstudium an den Akademien der bildenden Künste in Wien (2017, Martin Guttmann und Daniel Richter) und Krakau (2010, Agata Pankiewicz und Jacek Gaj). Derzeit ist Thun Interimsprofessorin der Klasse für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf.

Sophie Thun hat die Jury mit einem komplexen, fotografischen Werk überzeugt. Raffiniert überlagert sie mit einer analogen Fototechnik verschiedene Realitäten und verknüpft die Konstruktion des Bildes mit der Konstruktion des Selbst. Häufig inszeniert sie ihren Körper, erzeugt Abdrücke, Schatten und Spuren, die zu vielschichtigen Bildarrangements ausgebaut werden. Darüber hinaus verdichten sich in vielen Arbeiten historische, räumliche und theoretische Referenzen. Dennoch bleiben die Werke gut zugänglich und erinnern nicht selten an ihr ursprüngliches künstlerisches Medium, an die Malerei.

Der Förderpreis „Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst“ wurde vor genau 60 Jahren anlässlich des 85. Geburtstages von Hans Purrmann von der Stadt Speyer gestiftet und wird bereits zum 22. Mal vergeben. Der mit 6.000 Euro und einer eigenen Katalogpublikation dotierte Förderpreis soll, so der ausdrückliche Wunsch von Hans Purrmann, an förderungswürdige junge Künstler*innen verliehen werden, die einen europäischen Blick und Bezug, aber auch einen Bogen von europäischen Metropolen und ländlichen Räumen aufweisen. Die Auszeichnung erhält Elizaveta Ostapenko.

Elizaveta Ostapenko (geboren 999) ist eine bildende Künstlerin, die in Hamburg lebt und arbeitet. Sie schloss ihr Studium 2024 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg ab. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem auf der Zweiten Internationalen Druckbiennale in Jerewan (Armenien), in der Galerie Aparte (Rumänien) und im Klub der Künste der Deichtorhallen Hamburg (Deutschland). 2022 wurde Ostapenko mit dem DAAD-Preis sowie dem Preis für zeitgenössische Kunst des Rotary Clubs Straßburg ausgezeichnet.

Ostapenkos Arbeit entwickelt sich aus der Beobachtung der alltäglichen Umgebung, in der sie sich für den Transformationsprozess sowie die Zustände von Bewegung und Statik interessiert. Die Künstlerin sammelt architektonische Fragmente und de-/rekonstruiert sie zu neuen, zusammengesetzten Räumen. Sie arbeitet mit farbigen und reduzierten Oberflächen, vorwiegend in den Medien Malerei, Druckgrafik und Skulptur.

Elizaveta Ostapenko hat bereits mit jungen Jahren eine sehr eigenständige Bildsprache entwickelt. Indem sie farbige Formen sammelt, trennt und wieder verbindet, indem sie das Gesehene und Gefundene fragmentiert und wieder synthetisiert entstehen beeindruckende Malereien. Ausgehend von Landschaften und vom Stadtraum tendieren ihre Arbeiten alle zur Abstraktion. Ohne zu illustrieren erzielt sie durch das Verschränken der Formen eine überzeugende, sehr eigenständige malerische Dynamik.

Den Nominierten für den „Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer“ , sowie für den Förderpreis „Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst“, richtet die Stadt Speyer im Kulturhof Flachsgasse bis zum 30. März 2025 eine Ausstellung aus. Diese kann bei freiem Eintritt jeweils donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. Parallel zur Ausstellung ist die Maximilianstraße, die Hauptgeschäftsstraße der Stadt Speyer, mit den Wettbewerbsarbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger aus den Jahren 2012 bis 2023 beflaggt.

Ein ausführlicher Flyer zum Fahnenprojekt mit Informationen zu den künstlerisch gestalteten Fahnen sowie den Künstler*innen ist im Kulturhof Flachsgasse, im Museum Purrmann-Haus oder bei der Tourist-Information der Stadt Speyer erhältlich. red/bas

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Sophie Thun   | Foto: red
Elizaveta Ostapenko  | Foto: Julien Kartheuser
Autor:

Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen

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