Fünf Jahre Schum in Mainz, Worms, Speyer: Das ändert sich jetzt
- Das Besucherzentrum am jüdischen Friedhof in Mainz ist so gut wie fertig. (Archivfoto)
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Rheinland Pfalz. Für Besucher und Schulen in Mainz, Worms und Speyer wird das Welterbe Schum in den kommenden Jahren sichtbarer und leichter zugänglich. Fünf Jahre nach der Unesco-Auszeichnung zeigt sich in den drei Städten, wie stark das jüdische Erbe im Südwesten inzwischen wahrgenommen wird.
Am 27. Juli wurde das Ensemble aus Speyer, Worms und Mainz von der Unesco vor fünf Jahren zum Welterbe erklärt. Es war das erste Mal, dass jüdisches Kulturgut in Deutschland diesen Status erhielt.
Mehr Aufmerksamkeit für jüdisches Erbe
Schum steht für die hebräischen Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz. Dazu gehören in Mainz der Alte Jüdische Friedhof, in Worms die Synagoge, die Mikwe und der Friedhof „Heiliger Sand“ sowie in Speyer die Mikwe aus der Zeit um 1120.
Nach Angaben des Vereins Schum-Städte Speyer, Worms, Mainz hat der Welterbe-Status den Kulturtourismus gestärkt. Zugleich sei das Bewusstsein vor Ort gewachsen, wie eng jüdische und christliche Geschichte in den drei Städten seit Jahrhunderten verbunden sind.
Der Landesvorsitzende des Verbands der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, Avadislav Avadiev, sieht in den Schum-Stätten einen Teil der Geschichte Deutschlands und Europas. Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder offener sichtbar werde, machten die Orte deutlich, wie tief jüdisches Leben hier verwurzelt sei.
Besucherzentren in allen drei Städten geplant
In allen drei Städten sollen Besucherzentren entstehen. In Mainz wird ein Zentrum direkt neben dem Alten Jüdischen Friedhof nach Angaben des Vereins in diesem September eröffnet. Für Worms gibt es bereits EU-Fördermittel. Dort laufen die Bauantragsverfahren. In Speyer ist ein gemeinsames Zentrum mit dem Dom geplant. Derzeit wird dazu eine Machbarkeitsstudie erarbeitet.
Kulturminister Sven Teuber betont, das Welterbe müsse erlebbar bleiben und dürfe nicht nur verwaltet werden. Eine wichtige Aufgabe sei es, Barrieren abzubauen und vor allem junge Menschen besser zu erreichen.
Warum die Denkmalpflege schwieriger wird
Auch für die Denkmalpflege bringt der Welterbe-Status neue Anforderungen. Nach Angaben von Schum-Geschäftsführerin Birgit Kita setzt auch das veränderte Klima den historischen Bauwerken zu. Unter der Synagoge in Worms habe sich wegen Trockenheit eine Lehmschicht zusammengezogen. Dadurch seien Risse an der Fassade entstanden.
Statt das Bauwerk dauerhaft mit Mikropfeilern zu stützen, wurde nach ihren Angaben ein System entwickelt, das die Feuchtigkeit im Untergrund überwacht und bei Bedarf Wasser zugibt. So soll das Gebäude gesichert werden, ohne mögliche Spuren der Geschichte im Boden zu verbauen.
Für die Verantwortlichen überwiegen trotz längerer Abstimmungen die Vorteile des Welterbe-Status. Entscheidend sei nun, das jüdische Erbe in Rheinland-Pfalz dauerhaft sichtbar, zugänglich und verständlich zu machen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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