Mit 108 Dezibel im Festzelt gewählt
Anne-Susann Sperling ist die neue Speyerer Brezelkönigin

Die "alte" und die "neue" Brezelkönigin von Speyer
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Speyer. Am Ende war es ein deutlich hörbares Ergebnis: Mit über 108 zu 107 Dezibel hat die 22-jährige Anne-Susann Sperling die Wahl zur zweiten Speyerer Brezelkönigin gewonnen. Auf dem zweiten Platz landete die 29-jährige Natascha Dorn aus Ketsch. Nicht in die Finalrunde geschafft haben es die Prinzessinen Anna Lisa Lang, Linda Herrmann und Viktoryia Perez. 

Bei der Wahl im Festzelt auf dem Brezelfest merkte man am Samstagabend schnell, wer die Favoritin für den Titel der zweiten Speyerer Brezelkönigin war: Sobald Anne-Susann Sperling das Mikro nur ergriff, tobte das Publikum. Beste Voraussetzungen; entschied doch eben dieses Publikum mit seiner Geräuschkulisse am Ende der Veranstaltung über die Titelvergabe. 

Von der Prinzessin zur Königin

Die 22-jährige Auszubildende ist schon mit ihren jungen Jahren ein echtes Speyerer Urgestein. Bei der ersten Wahl sei sie nicht angetreten, weil sie damals bereits als Prinzessin der SKG im Amt gewesen sei, war zu vernehmen, und dass sie sich seit Jahren sowohl für das Brezelfest als auch das Altstadtfest immer Urlaub nehme, um keinen Tag zu verpassen. Bessere Voraussetzungen kann es für  ja eigentlich gar nicht geben, befand auch das Publikum und wählte die sympathische 22-Jährige auf den Thron der Brezelkönigin.

In einer Vorstellungsrunde hatten die fünf Kandidatinnen jeweils maximal fünf Minuten Zeit ihre Präsentation: Während die eine von ihrem Pool mit Brezel-Luftmatratze berichtete, die andere im Falle eines Sieges Freibier versprach und eine weitere Kandidatin ganz unverblümt Werbung für ihren Onlineshop und ihre Yogakurse machte, brachte Anne-Susann das Publikum mit ihrer burschikos-deftigen Art gleich auf ihre Seite: "Ich rede jetzt aber keine fünf Minuten, sonst wird ja das Bier warm", versprach sie und hielt sich mit einer kurzen, knackigen, aber nicht minder eindringlichen Ansprache auch daran: "Ich bin hier aufgewachsen, hier zu Schule gegangen, ich lebe hier, ich mag die Speyerer und die Speyerer Feste. Ich möchte Speyer so wie ich bin, auf seine natürliche Art repräsentieren und als ehemalige SKG Prinzessin habe ich darin ja schon Erfahrung."
Auf die Frage, wie sie sich fühle, die alle anderen Kandidatinnen vorher mit "Aufgeregt und nervös" beantwortet hatten, sagte Anne-Susann nur keck: "Noch nüchtern!". 
So gewinnt man ein Festzelt-Publikum für sich, fast konnte man meinen, man habe einen echten Bühnenprofi vor sich. Mit einem zünftigen: "Hebt Eure Gläser, seit auf meiner Seite und wählt mich - ich glaube da geht was", beendete sie ihre Präsentation und war sich der Unterstützung des Publikums. Bei der akustischen Abstimmung hätte es dann eigentlich gar keine Toningenieure und Mikrophone gebraucht - so deutlich hörbar war der Vorsprung. Das Publikum tobte, klatschte, grölte, johlte, stampfte für Anne-Susann - die kompletten 30 Sekundenlang. Allerdings habe man nach den "Schummel-Vorwürfen" bei der ersten Wahl, dieses Mal auf Nummer sicher gehen wollen, um einen fairen Wettkampf zu garantieren", wie Moderator Thomas Zander den Einsatz der Tontechnik erklärte.

Zwei Jahre in Amt und Würden

Aus den Händen von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler erhielt die neue Brezelkönigin ihr Diadem - und schon morgen startet sie in ein straffes Programm: Gottesdienst, Festumzug, Fotosession, Autogrammkarte, Interviews - das alles liegt in den nächsten Tagen nun vor Anne-Susann. Danach geht es ans Repräsentieren - auf den diversen Festen und Feierlichkeiten, in Speyer und in der Region. "Die 2. Speyerer Brezelkönigin ist ehrenamtliche Repräsentantin für die Dauer von zwei Jahren im Auftrag der Verkehrsverein Speyer Veranstaltungs GmbH und der Stadt Speyer. Nach der Wahl hat die Königin die ehrenvolle Aufgabe, das Brezelfest auf diversen Veranstaltungen zu repräsentieren" - heißt es in der Ausschreibung zur Wahl.
Für Anne-Susann aber kein Problem -  mehr Vergnügen als Arbeit. Denn sie nimmt sich ja ohnehin zu jedem Speyerer Fest ein paar Tage Urlaub und feiert gerne. Das kann sie nun ganz offiziell, zwei Jahre lang, und dabei mit ihrer charmant-natürlichen Art ein echtes Aushängeschild für Speyer sein.

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