• 9. August 2018, 17:00 Uhr
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Oldtime Jazz Festival im Innenhof des Speyerer Rathauses
Traditionsbewusst und doch jung

Ihr Name ist inzwischen zum Markenzeichen geworden: am Samstagmittag, 18. August, stehen Die „Original-Blütenweg-Jazzer“ auf der Bühne.
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Ihr Name ist inzwischen zum Markenzeichen geworden: am Samstagmittag, 18. August, stehen Die „Original-Blütenweg-Jazzer“ auf der Bühne. (Foto: Thomas Neu )

Speyer. Bereits zum 25. Mal lockt das beliebte Internationale Oldtime Jazz Festival vom 16. bis 19. August in den wunderschönen Innenhof des historischen Rathauses. Mit „Krüger Rockt!“ und den „Original-Blütenweg-Jazzern“ stehen zwei altbekannte Bands auf der Bühne. Bei der Jubiläumsauflage ebenfalls mit von der Partie sind die „Mama Shakers“, die „Whiskydenker“ und die „Men in Blue“ des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz. Unter dem Motto „frisch und frech, ungestüm und galant, traditionsbewusst und doch jung“ wird vier Tage getanzt, gesungen und gelacht.

Neue Rock’n’RollMaßstäbe

Zum Auftakt des Festivals betritt mit „Krüger Rockt!“ am Donnerstag, 16. August, um 19.30 Uhr die schärfste Rock’n’Roll-Band seit Einführung der Anschnallpflicht die Bühne. Elvis kann post mortem froh um das Glück seiner frühen Geburt sein. Der bekannte Heidelberger Boogie Woogie Pianist Harald „Lee“ Krüger malträtiert das Piano mit Händen, Füßen und anderen Körperteilen. Zu hören gibt es alles, was die Fünfziger zu bieten hatten, ob Schnulze, Doo-Wop, Boogie oder Rockabilly. Chuck Berry, Little Richard, Bill Haley, Everly Brothers, Jerry Lee Lewis, Elvis, Gene Vincent, Buddy Holly und viele mehr zählen zu den Musikern, die den Stoff für die größte Rock’n’Roll Show südlich von Spitzbergen lieferten.

„Wild Songs from the Roaring Twenties“

Am Freitag, 17. August, um 19.30 Uhr werden die Besucher von den „Mama Shakers“ empfangen. Die fünf jungen, temperamentvollen Künstler kommen aus Frankreich, Schweden und der Türkei, haben sich in Paris kennengelernt und aus Liebe zum ganz alten, wilden Jazz der „Roaring Twenties“ vor zwei Jahren ihre Band gegründet. Sie spielen eine bunte Mischung aus tanzbaren Jazz- und Blues-Titeln der 20er und 30er Jahre, gewürzt mit Gesangseinlagen aus dem Fundus des Jazz, Blues und Chanson. Beim Nachwuchswettbewerb des Jazzfestivals in Megève/Frankreich gewannen die Mama Shakers im vergangenen Jahr den ersten Preis der Jury und wurden vom Publikum unter 20 Bands aus ganz Europa zur beliebtesten Band des Festivals gewählt.

Dixieland und Oldies von der Bergstraße

Ihr Name ist inzwischen zum Markenzeichen geworden: am Samstagmittag, 18. August, ab 11.30 Uhr stehen Die „Original-Blütenweg-Jazzer“ auf der Bühne. Original steht für die unverwechselbare Art sowie humorvolle Interpretation bekannter und weniger bekannter Jazzstandards und Oldies, die ein breites Publikum aus Alt und Jung gleichermaßen begeistert. Blütenweg heißt die Straße in Bensheim, in der sich 1979 eine Gruppe von begeisterten Amateurmusikern um Bandleader Bruno Weis formierte. Jazzer gibt die Musikrichtung der Gruppe an, deren umfangreiches Repertoire vom klassischen Dixieland und verjazzten Oldies gekennzeichnet ist. Der Einsatz „exotischer“ Instrumente wie beispielsweise Mundharmonika, Akkordeon und Waschbrett beweist die Kreativität der Musiker, zeigt aber auch den Spaß, den die Band an der Musik hat und den sie an die Zuhörer weitergibt.

Grammophonesk scheppernder Swing

Am Samstagabend, 18. August, um 19.30 Uhr laden die Whiskydenker dazu ein, eine flotte Sohle auf’s Parkett zu legen. „Die ham dit jewisse avec“, könnte der Berliner sagen. Und das kommt nicht von ungefähr, sondern von vier Musikern, die sehr häufig wissen was sie tun und dies dazu ausgefallen instrumentieren: deutscher Gesang und Trompete, Banjo, Schlagwerk – und der Bass bläst aus dem Tubax, einem monströsen Bastard aus Saxophon und Tuba.  Hier besinnt man sich darauf zurück, was Swing eigentlich sein sollte: tanzbar, geradeheraus und unterhaltsam. Mischt man nun noch eine gehörige Portion Straßenköter-Charme, Ballhaus-Atmosphäre, Garagenband-Attitüde und musikalische Unverfrorenheit bei, kann man sich ganz gut vorstellen, wie Whiskydenker klingen.

„Make serious music,
but make it funky and make it fun“

Mit den „Men in Blue“, der Brass-Band des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz, klingt das Festival am Sonntag, 19. August, ab 11.30 Uhr aus. Mit Saxophonen, Trompeten, Posaunen, mit Sousaphon und Schlagzeug ist die neunköpfige Band genauso besetzt, wie die Marching-Bands und Brass-Bands aus New Orleans. Die Musiker haben sich die „Dirty Dozen Brass-Band“ und Lester Bowies „Brass Fantasy“ zum Vorbild genommen und daraus ein eigenständiges Konzept entwickelt. Sie machen ernsthafte Musik, aber spielen funky und mit viel Spaß Jazzklassiker, Hits der 70er und 80er Jahre sowie Highlights aus den aktuellen Charts.
Die Eintrittskarten für die Abendkonzerte kosten 15 Euro (ermäßigt 13 Euro) beziehungsweise 38 Euro im Dreier-Paket und sind bei der Tourist-Information Speyer, Maximilianstraße 13, Telefon 06232 14 2392, sowie allen anderen ReserviX-Vorverkaufsstellen oder auf der Internetseite erhältlich. Der Eintritt zu den Mittagskonzerten ist frei. ps

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