Fitness, Corona und 5 Elemente
Gesund durch die Corona-Krise 2

Sieben Monate! Das ist mehr als die Hälfte des Jahres, 210 Tage und ein Zeitrahmen, in dem einiges passieren kann. Beispielsweise habe ich von Juni 2018 bis Januar 2019 45 Kilo Körpergewicht verloren und von Ende Januar 2020 bis August 2020 einen Sprachkurs abgeschlossen.
Kurzum: Einige spannende Veränderungen erlebt, nicht nur persönliche, sondern auch gesellschaftliche. So auch der November-Lockdown, der uns nun nicht nur ins Haus steht, sondern uns wieder einmal daran fesselt.

Der Winter bringt Zeit zur Besinnung. Manchmal kann es sehr spannend sein, sich seine älteren Arbeiten anzusehen, um zu sehen, ob man mit ihnen noch übereinstimmt oder nicht. Ergo habe ich einen Blick auf meinen ersten Artikel „Fit durch die Corona-Krise“ geworfen. Darin bin ich auf Training und Ernährung eingegangen, woran sich relativ wenig geändert hat; ich betreibe weiterhin mein Körpergewichtstraining, setze auf bewusste Anspannung, Progression und habe im Hinterkopf, wofür ich trainiere. So sind zwar alle Laufveranstaltungen dieses Jahr ausgefallen, aber ich trainiere trotzdem, um im Jahr 2021 bei inklusiven Läufen dabei sein zu können.

Bezüglich Ernährung habe ich neue Erkenntnisse gewonnen. Während meines kurzen Ausflugs nach Trier sind mir in einer Bücher-Tauschecke zwei Bücher zur 5-Elemente-Küche (Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin) in die Hände gefallen, die ich buchstäblich verschlungen habe.

Ich habe in meinem ersten Corona-Artikel den menschlichen Körper mit einem Kraftwerk verglichen. Diesen Vergleich finde ich nach wie vor recht anschaulich, allerdings würde ich heute die Umwelt ergänzen.

Wir Menschen der westlichen Welt zerlegen alles gern in seine Einzelteile; so auch Justus von Liebig, der in den 1840ern die Nahrung in Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße zerlegte. Seitdem haben wir das Modell vom menschlichen Körper als eine Art Verbrennungsofen im Kopf, dem man bloß die richtigen Sachen zuführen muss.

Im Vergleich dazu scheinen die Menschen der östlichen Welt mehr auf das große Ganze zu achten und die Umwelt miteinzubeziehen. Die 5-Elemente-Lehre unterscheidet Lebensmittel nach thermischem Effekt (heiß-wärmend-neutral-erfrischend-kühl): Beispielsweise gelten Bananen und Milchprodukte als kühlend, während Hafer, Lauch und Walnüsse als wärmend gelten. So sollten im Sommer kühlende Gerichte und im Winter wärmende Lebensmittel auf dem Plan stehen. Weiterhin ordet sie jeder Geschmacksrichtung (sauer, bitter, süß, scharf, salzig) ein Element (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) zu und ist überzeugt, dass jedes Gericht, das man zu sich nehmen soll, von jedem Element etwas haben sollte.

Das heißt jetzt nicht, super exotisch zu kochen und dafür ein Vermögen auszugeben, weil es in 96% der Fälle einfach nur darum geht, Gewürze hinzuzufügen.

Um mein Kraftwerk-Vergleich heranzuziehen: Wenn unser Körper im Sommer starker Hitze ausgesetzt ist, sollte die Kühlanlage angeschaltet werden (kühlende Nahrung), während bei großer Kälte im Winter die Heizung (wärmende Nahrung) zum Zuge kommt.

Zum Abschluss noch ein Rezept zum Ausprobieren, passend für diese Jahreszeit:

Süßer Hirsebrei:
100ml Milch kochen (süß), 50g Hirse hinzufügen (bei Bedarf noch eine Handvoll Sultaninen) und bei kleiner Hitze ziehen lassen, bis die Hirse aufgequollen ist. Zimt hinzufügen (scharf), dann ein bisschen Salz (salzig), gefolgt von etwas geriebener Zitronenschale (sauer) und schließlich ein bisschen Kakao (bitter). Dazu noch ein Apfel (süß).

Autor:

Stephan Riedl aus Rodalben

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