SV Lemberg absolviert Probelauf zur Zertifizierung des DFB
- DFB Vizepräsident Peter Frymuth (rechts) beglückwünscht die beiden Vertreter des SV Lemberg Marc-Kevin Schaf und Fabian Roesinger in Anwesenheit des Club Beraters Manuel Gaa (links) vom Südwestdeutschen Fußballverband
- Foto: SV Lemberg
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Lemberg. Der SV 1919 Lemberg ist als Vertreter des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV) und einer von 21 Fußballvereinen in ganz Deutschland für ein Zertifizierungsprojekt des DFB ausgewählt worden. Die Abschlussveranstaltung mit Zertifikatsübergabe fand am 20. und 21. Februar am DFB Campus in Frankfurt statt.
Vor knapp einem Jahr startete der Probelauf zur Zertifizierung am 14. März mit einer Kick-off-Veranstaltung auf dem DFB-Campus. Ziel dieser Initiative des Deutschen Fußball-Bundes ist es, ein einheitliches Qualitäts- und Strukturkonzept in Sportvereinen zu etablieren. Aus jedem Landesverband nahm ein Amateurverein teil. Aus dem Gebiet des SWFV reiste der SV 1919 Lemberg mit seinem Vorstandsmitglied Fabian Roesinger an.
Säulen der Zertifizierung
Die Zertifizierung der Vereine basiert auf drei tragenden Säulen:
- Organisation und Strategie
- Spielbetrieb und Fußballangebote
- Vereinskultur
Insgesamt 29 Kriterien beziehungsweise Aufgaben wurden definiert, die als Grundlage für die Zertifizierung gelten. Diese Kriterien decken ein breites Spektrum ab – von internen Verwaltungsstrukturen über strategische Planungsprozesse bis hin zu den Angeboten im Spielbetrieb und der Förderung einer positiven Vereinsatmosphäre. Ergänzend dazu müssen aus einem Katalog von Zusatzkriterien sechs weitere Anforderungen erfüllt werden. Diese Kombination aus festgelegten und zusätzlichen Kriterien soll sicherstellen, dass die Vereine nicht nur ihren aktuellen Status abbilden, sondern sich kontinuierlich weiterentwickeln und optimieren.
Für den SV Lemberg bedeutete dies, dass neben dem Tagesgeschäft des Spielbetriebs und der regulären Vorstandsarbeit weitere Aufgaben warteten. Im Laufe des Jahres wurden so unter anderem ein Kinder- und Jugendschutzkonzept erarbeitet, ein Leitbild erstellt, Organigramme sowie Aufgabenbeschreibungen der Vorstandspositionen aufgestellt und die Ziele der nächsten drei Jahre konkret formuliert.
Verein hatte viele Kriterien bereits erfüllt
„Zu Beginn des Probelaufs haben wir gesehen, dass wir 20 von 29 Kriterien bereits erfüllen. Dies hat uns einerseits in unserer jetzigen Arbeit bestärkt, andererseits aber natürlich auch angespornt, die restlichen neun Kriterien zu erfüllen. Die Einbeziehung aller Verantwortlichen im Verein reichte dabei von den Vorstandssitzungen bis hin zur Mitgliederversammlung, in welcher wir das Kinder- und Jugendschutzkonzept einstimmig beschließen konnten. Dies alles konnten wir innerhalb eines Jahres komplett erledigen und erfüllen, sodass wir nun sehr glücklich darüber sind, als erster Verein im Südwesten bei diesem Probelauf dabei gewesen zu sein“, so Roesinger, der als Vorstand Sport den gesamten Prozess innerhalb dieses Jahres im Verein steuerte.
Darüber hinaus wurden im Rahmen des Projekts mehrere Workshops abgehalten, in denen die Machbarkeit und Durchführung des Zertifizierungsprozesses intensiv diskutiert wurde. Ziel war es, praktikable Ansätze zu entwickeln, die es ermöglichen, die Zertifizierung zukünftig bei bis zu 24.000 Vereinen deutschlandweit flächendeckend umzusetzen. In diesen interaktiven Sitzungen brachten die Teilnehmer ihre praktischen Erfahrungen ein und erarbeiteten innovative Lösungen, um den Zertifizierungsprozess nachhaltig zu gestalten. Dieser partizipative Ansatz stärkt die Akzeptanz des neuen Systems und bildet die Basis für eine effiziente Implementierung im gesamten Vereinswesen.
„Gerade auch der Austausch zwischen den Vereinsvertretern, insbesondere bei den Präsenzveranstaltungen, war ein enormer Gewinn. Man profitiert vom Wissen der anderen, gibt sein eigenes Wissen weiter und erweitert seinen Horizont, ohne dabei das Rad neu erfinden zu müssen. Dieser Mehrwert hat die Zertifizierung neben den inhaltlichen Schwerpunkten besonders gemacht“, so der erste Vorsitzende Marc-Kevin Schaf, der den Abschlusslehrgang ebenfalls mit begleitete. „Es ist für uns eine Auszeichnung, bei diesem Pilotprojekt dabei gewesen zu sein.“red
Autor:Frank Schäfer aus Pirmasens |
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