Pirmasenser Schuhriese setzt auf KI: Das ist ANNA
- Mit ANNA setzt Caprice künftig auf eine virtuelle Markenbotschafterin, die Kunden Produkte, Materialien, Passformen und technische Besonderheiten der Schuhe erklären soll.
- Foto: Caprice/KI-bearbeitet
- hochgeladen von Erik Stegner
Von Erik Stegner
Pirmasens. Sie lächelt in die Kamera, trägt Schuhe von Caprice und soll schon bald für den Pirmasenser Hersteller auf Social Media auftreten. Nur: ANNA ist kein Model und auch keine neue Mitarbeiterin. Die Frau auf dem Foto gibt es nicht. Caprice hat seine neue KI-Markenbotschafterin selbst entwickelt.
Ab September geht ANNA an den Start
„ANNA bündelt die Kompetenz unserer gesamten CAPRICE-Mannschaft und vermittelt verständlich, was unsere Produkte auszeichnet“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Cölsch. Dabei soll die virtuelle Markenbotschafterin vor allem Dinge erklären, die Kunden einem Schuh auf den ersten Blick nicht ansehen. Dazu gehören besondere Materialien, unterschiedliche Schuhweiten, Passformen und technische Entwicklungen. Ab Dienstag, 1. September, bekommt ANNA ihren ersten öffentlichen Auftritt. Dann geht sie auf den deutschsprachigen Social-Media-Kanälen von Caprice online. Internationale Kanäle sollen nach und nach folgen. Dort stellt ANNA die Marke vor und erklärt Produkte, Innovationen und besondere Ausstattungsmerkmale der Schuhe.
ANNA hat ihr Wissen aus Pirmasens
Entstanden ist ANNA nach Angaben des Unternehmens im eigenen Haus. Hinter ihr stehen IT- und KI-Experten, Schuhtechniker, Produktmanager sowie Mitarbeiter aus Vertrieb und Marketing. Die virtuelle Markenbotschafterin hat ein unverwechselbares Erscheinungsbild und eine feste Stimme. Außerdem kann sie in allen Sprachen der internationalen Caprice-Märkte kommunizieren. Ihre Fähigkeiten und ihre Informationsbasis werden fortlaufend erweitert, geprüft und aktualisiert. Und das Unternehmen hat mit ANNA noch einiges vor. Nach Social Media sollen Messen, Showrooms und schließlich der direkte Einsatz am Verkaufsort folgen. Perspektivisch soll ANNA sogar dialogfähig werden. Kunden, Handelspartner und Mitarbeiter im Schuhfachhandel könnten ihr dann unmittelbar Fragen zu Caprice, den Kollektionen, Materialien, Passformen und Technologien stellen.
Wo Caprice die Grenze zwischen KI und Mensch zieht
Bei allen Plänen mit ANNA zieht Caprice jedoch eine klare Grenze: Den Menschen soll sie ausdrücklich nicht ersetzen. „Das persönliche Gespräch, die Empathiefähigkeit, Erfahrung sowie das Gespür unserer Vertriebsmanager und des Verkaufspersonals im Schuhfachhandel bleiben unverzichtbar“, sagt Cölsch. ANNA soll vielmehr zusätzliches Wissen liefern. „ANNA soll ihnen zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen, sie auf dem aktuellen Stand halten und so eine noch fundiertere Beratung ermöglichen. Wir verstehen künstliche Intelligenz nicht als Ersatz für den Menschen, sondern als Technologie, die ihn unterstützt und voranbringt“, betont der Geschäftsführer. Damit ist die Rollenverteilung klar: ANNA soll Wissen liefern und bei der Beratung helfen. Für persönlichen Austausch, Erfahrung und das Gespür im Umgang mit Kunden setzt Caprice weiterhin auf Menschen. Zunächst muss sich ANNA allerdings auf Social Media beweisen. Dort zeigt sich ab September, wie eine Markenbotschafterin ankommt, die Schuhe präsentieren und erklären kann – sie selbst aber niemals anziehen wird.
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.