TVP-Prunksitzung in „alter Halle“ glänzt mit vielen Highlights
„Flinten-Uschi“, Blutsauger und Sternwarte für Zwick

Bei Fasching ist auch Mut zur Hässlichkeit gefragt: Die Damen der Line Dance Group „Happy Feet“ begeisterten als mondäne Horror-Ladys beim Mitternachtsspektakulum in der geheimnisvoll beleuchteten TVP-Halle.  Foto: Kling-Kimmle
  • Bei Fasching ist auch Mut zur Hässlichkeit gefragt: Die Damen der Line Dance Group „Happy Feet“ begeisterten als mondäne Horror-Ladys beim Mitternachtsspektakulum in der geheimnisvoll beleuchteten TVP-Halle. Foto: Kling-Kimmle
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von andrea katharina Kling-Kimmle

Pirmasens.
Die pfiffigen „Orgel-Pfeifen“ der TVP-Jockelei nehmen kein Blatt vor den Mund und brachten wieder das leidige Thema „neue TVP-Halle“ aufs Tapet. Bei der ersten Faschingsveranstaltung des Vereins, der traditionellen Prunksitzung, bemühten sie den verstorbenen Oberbürgermeister und einstigen Turnbruder Joseph Krekeler, der „Nägel mit Köpfen“ gefordert hatte. Darauf wartet der TVP, der in diesem Jahr seinen 155. Geburtstag und das närrische Jubiläum „66 Jahre Jockelei“ feiern kann, bislang vergebens. Das tat allerdings der guten Stimmung keinen Abbruch.

Fasching ist, wenn man trotzdem lacht. Das konnten die Besucher beim abwechslungsreichen Programm von Herzenslust. Dank der straffen Moderation des bestens gelaunten Sitzungspräsidenten Andreas Petry gab es keinen Leerlauf. Gut gemischt mit vielen bunten Showeinlagen und versierten Büttenrednern hatte der TVP seine Hausaufgaben mit Bravour gemacht. Dass die Resonanz doch eher verhalten ausfiel, begründete Vorstandsmitglied Manuela Sauer mit nachlassendem Interesse des Publikums an den üblichen Prunksitzungen. Mehr Zuspruch erhalten dagegen die Weiber- und die Gaudi Sitzung.
Trotzdem war es ein gelungener Abend für alle Gäste, die zum großen Teil prächtig kostümiert waren. Auch die VIP’s zeigten Fantasie und verblüfften mit verändertem Aussehen. Bürgermeister Markus Zwick mit seinem pinkfarbenen Lockenkopf hätte dem Struwwelpeter echt Konkurrenz machen können. Der neu gewählte Beigeordnete Denis Clauer entpuppte sich als „Blutsauger“ und MdB Angelika Glöckner erschien als rothaarige Gangsterbraut, die ihren Platz neben der gut behüteten Mamsell Traudel Buser-Hussong gefunden hatte. Ihr Kommen wurde nach guter alter Sitte mit dem Jahresorden der TVP-Jockelei honoriert. Das originelle Motiv zeigt „Pumps-City“, das geplante Mammutprojekt der „Schuhstadt Pirmasens“ sowie den designierten OB Markus Zwick als Turner – gesponsert vom Wasgau Center.
Sitzungspräsident Petry als Zeremonienmeister sagte aber auch „neue Zeiten“ an. So wurde die bisherige Saaluhr durch ein stylishes Modell ersetzt und der „Teigorden“ für die jüngsten Akteure von Buttons abgelöst. Hatte bislang die Bäckerei Scherer das lustige Gebäck zur Verfügung gestellt, gab es nun gemeinsam mit der Firma Rodal-Bär finanzielle Unterstützung für die Anstecker.
Stolz ist der Verein auf seinen Nachwuchs, der sich aktiv in die Faschingskampagne einbringt. Ob Tanzgarden (Trainerinnen sind Kirstin Gehring und Alina Biller) und Cheerleaders in unterschiedlichen Altersstufen (unter der Leitung von Pauline Durm, Julia Knerr, Natascha Grünfelder, Aylin Lambright, Vera Scherer, Lina Klug und Christine Schieler) oder die Stützpunktturner des Westpfalz Turngaus mit ihren Trainern Adrian Eichberger, Uwe Reichert, Andreas Schieler und Jochen Stengel - an diesem Abend waren über 80 Jungen und Mädchen mit viel Begeisterung im Einsatz.
Ohne das ehrenamtliche Engagement sei eine solche Veranstaltung überhaupt nicht möglich, machte Andreas Petry deutlich. Ob das die 155 Aktiven, die (männlichen und weiblichen) Mitglieder des Elferrates oder die über 30 Helfer in den Kulissen betrifft, nur wenn alle in ihrer Freizeit an einem Strang ziehen, wird ein stimmiges Ganzes daraus. Da ist es umso bedauerlicher, dass an einigen Stellen private Unterhaltungen das Bühnenprogramm erheblich störten.
An Fasching herrscht Narrenfreiheit, die nutzten die Büttenredner für ihre recht humorvollen „Ansprachen“. So hatte der „Mann vum Amt“ Hermann Groh die Lacher auf seiner Seite, als er von der „Flinten-Uschi“ (von der Leyen) erzählte, die dank einiger ersparter Euro den Bundeswehrangehörigen die Erlaubnis gab, nach sechs Wochen die Unterwäsche zu wechseln: „Mayer mit Schmitt, Schmitt mit Müller …“. Bei soviel Hygiene zeigte sich der Beamte froh, dass er zum 60. Geburtstag von der Gattin die tolle Bodylotion „Voltaren“ bekam. Auch „de Labbeduddel“ Julian Hunsicker (von der MGV Eselei Obersimten) und „schönster Mann im Saal“ schwärmte von seiner „besseren Hälfte“. Eigentlich wollte er ja eine Frau, die kochen und backen kann, „wie die Mamme“. Stattdessen habe er nun ein Exemplar, „das saufe kann, wie de Babbe“. Ohnehin kam er zu dem Schluss, dass er beim Anblick „des Porzellans im Publikum“ nur „Scherben“ zu Hause habe. 
Ein Eigengewächs der TVP-Jockelei ist Dr. Ralf Jakobi, der als „Friedhofsgärtner“ nicht über mangelnde Arbeit klagen kann: „Gestorb’ wärd immer“. Dabei könne man sich bei so manchen Ereignissen schon jetzt „grad begrawe losse“. Ob es sich um die Politik des „Narrebeidel“ Trump, den Brexit in England oder um die Politik von Emmanuel Macron, „der viele uff die Makron“ gehe handelte, Jakobi gab zu allem seinen Senf dazu. Auch „Queen Angi“ kam nicht ungeschoren davon: „Wer zu lange als Kanzler(in) hoppelt, ist schnell bei den Bürgern abgekoppelt.“
Einen kritischen Blick werfen Jahr für Jahr die pfiffigen „Orgelpfeifen“ (mit ihrem Orgelmann Thomas Sefrin und ihrem Musikus Markus Paul) auf das Geschehen in ihrer Heimatstadt. Vom „Snickers“-Tunnel bei Fehrbach über die Leerstände bis zum leidigen Thema „Neubau TVP-Halle“ die roten Lockenköpfe Andreas Persch, Joachim Groh und Jürgen Zapp (konnte an diesem Tag seinen 60. Geburtstag feiern) sparten kein Problemfeld aus. Die geplante Kooperation der Stadtwerke Pirmasens mit den Werken in Kaiserslautern ließen die Orgelpfeifen angesichts der Erhöhung der Strom- und Gaspreise das Schlimmste vermuten: „Hoffentlich müssen die Pirmasenser nicht die Schulden des FCK mittragen“. Positiv kam dagegen der Vorschlag der CDU-Stadtratsfraktion an, im alten Rathaus einen gastronomischen Betrieb anzusiedeln: „Dann könnte OB Matheis an der Einschenke stehen, Eric Kunz sorgt für das Mittagessen und Wolfgang Kuchem braut das Bier dazu“. Nicht verzagen, die Orgel fragen, denn die hat auch eine Lösung für den Fehrbacher Wasserturm: Hier soll eine Sternwarte integriert werden, damit der künftige OB Zwick stets schauen kann, „wie die Sterne für Pirmasens stehen“.
Bei der Prunksitzung gab’s nicht nur was „auf die Ohren“, sondern auch ganz viel für die Augen: perfekter Garde-Tanz der Eselei Obersimten, ein gar gruseliges Mitternachtsspektakulum der „Happy Feet Line Dancers“ (Trainerinnen sind Silke Ehl und Manuela Klein), „König der Löwen“-Aufführung der Showtanz-Gruppe um Vera Scherer und Jascha Zapp, orientalische Bauchtanz-Ekstase (einstudiert von Ramona Marischka List) und das „fliegende“ Männerballett „Daramdada“ (Regie: Gabi Persch und Nadine Wieser) sorgten für optische Highlights an diesem kurzweiligen Abend. ak

Autor:

Andrea Kling aus Pirmasens

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