Autofahrer bedroht Politesse in Pirmasens – Stadt spricht von zunehmenden Übergriffen
- Vor der Horebschule in Pirmasens soll ein Autofahrer eine Politesse bedroht haben. Nach Angaben der Stadt fuhr er mit stark überhöhtem Tempo auf sie zu, versperrte ihr den Weg und schrie sie anschließend an.
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Ein Autofahrer soll in Pirmasens mit stark überhöhtem Tempo auf eine Politesse zugefahren sein, ihr anschließend den Weg versperrt und sie angeschrien haben. Für die Stadt ist der Vorfall kein Einzelfall: Beleidigungen, Bedrohungen und Einschüchterungen gegenüber Mitarbeitern des Ordnungsamtes nähmen zu. Jetzt kündigt die Verwaltung Konsequenzen an.
Pirmasens. Eigentlich sollte der Autofahrer nur weiterfahren. Doch eine Verkehrskontrolle in der Nähe der Grundschule Horeb ist nach Angaben der Stadt Pirmasens eskaliert. Ein Mann soll mit seinem Auto auf den Gehweg und auf eine Politesse zugefahren sein, ihr den Weg versperrt und sie anschließend angeschrien haben. Die Stadt nimmt den Vorfall zum Anlass, öffentlich auf zunehmende Bedrohungen und Einschüchterungen ihrer Mitarbeiter hinzuweisen. Der Vorfall ereignete sich am Montag, 21. September, gegen 11.45 Uhr in der Vogelstraße. Eine Hilfspolizeibeamtin der Stadtverwaltung traf dort nach Angaben der Stadt auf einen Autofahrer, der mitten auf der Fahrbahn stand. Offenbar wartete er auf sein Kind. Die Mitarbeiterin forderte ihn auf, weiterzufahren.
Autofahrer versperrt Politesse den Weg
Daraufhin soll der Mann mit stark überhöhtem Tempo auf die Verkehrsüberwachungskraft zugefahren und mit seinem Wagen auf den Gehweg gefahren sein. Dort habe er der Politesse den Weg versperrt. Anschließend sei der Autofahrer ausgestiegen, habe sich unmittelbar vor ihr aufgebaut und lautstark herumgeschrien. Für den Mann bleibt es damit nicht bei einer Verwarnung wegen des Verkehrsverstoßes. Nach Angaben der Stadtverwaltung wird wegen seines Verhaltens auch Strafanzeige erstattet.
Der Vorfall wirft aus Sicht der Stadt ein Schlaglicht auf ein größeres Problem. Mitarbeiter des kommunalen Vollzugsdienstes und insbesondere Politessen seien bei ihrer Arbeit im öffentlichen Raum zunehmend mit Beleidigungen, Bedrohungen und körperlicher Einschüchterung konfrontiert. Dabei gehöre es zu ihren Aufgaben, unter anderem den ruhenden Verkehr zu überwachen, Verwarnungen auszusprechen und Verkehrsverstöße zu ahnden. Dass Betroffene mit einer Entscheidung nicht einverstanden seien, rechtfertige keine Angriffe auf die Mitarbeiter.
Stadt Pirmasens kündigt Anzeigen an
„Unsere Mitarbeiter müssen damit rechnen, dass ihre Entscheidungen nicht jedem gefallen. Sie müssen sich mit Kritik auseinandersetzen“, sagt der zuständige Beigeordnete Denis Clauer. Eine klare Grenze zieht er jedoch bei Bedrohungen und Angriffen: „Wer unsere Beschäftigten angreift oder bedroht, überschreitet eine Grenze.“ Die Stadtverwaltung kündigt an, Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Einschüchterungen gegenüber ihren Mitarbeitern nicht hinzunehmen und entsprechende Vorfälle konsequent zur Anzeige zu bringen.
Gleichzeitig richtet sie einen Appell an mögliche Zeugen. Wer beobachtet, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes bedroht oder angegriffen werden, sollte nach Ansicht der Verwaltung nicht einfach wegsehen. Schon die Anwesenheit weiterer Personen könne in angespannten Situationen helfen. Zeugen könnten Unterstützung anbieten und bei Bedarf die Polizei verständigen. Selbst in eine Auseinandersetzung eingreifen sollen Passanten allerdings nicht, wenn sie sich dadurch in Gefahr bringen oder die Situation weiter eskalieren könnte. „Wir wünschen uns eine Stadtgesellschaft, in der man füreinander einsteht“, sagt Clauer. Mitarbeiter der Stadt verdienten Respekt – auch dann, wenn jemand mit einer Verwarnung oder einer anderen Maßnahme des Ordnungsamtes nicht einverstanden sei. red/est
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |