25 Jahre „Stileben“: Wie Harald Kröher die Fotoszene prägt

Harald Kröher und zwei Beispiele seiner fotografischen Arbeit: Seit 25 Jahren ist „Stileben“ für ihn weit mehr als nur ein Fotostudio. | Foto: KI-gestützte Collage: Erik Stegner; Originalfotos: Harald Kröher
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  • Harald Kröher und zwei Beispiele seiner fotografischen Arbeit: Seit 25 Jahren ist „Stileben“ für ihn weit mehr als nur ein Fotostudio.
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Harald Kröher macht „Stileben“ zum Ausgangspunkt für Fototage, Workshops und Projekte mit Wirkung weit über Pirmasens hinaus.

Pirmasens. Ein Vierteljahrhundert Fotostudio „Stileben“ – dahinter stecken weit mehr als unzählige Porträts und der Druck auf den Auslöser. Für den Pirmasenser Fotografen Harald Kröher wurde sein Studio über die Jahre zur Basis für Fotoreisen, Workshops, Ausstellungen, Bücher, Kalender und große Projekte. Manche davon führten ihn weit über die Südwestpfalz hinaus, andere rückten gerade seine Heimat ins Bild.

Wie sich „Stileben“ weiterentwickelte

Die Geschichte von „Stileben“ ist eng mit verschiedenen Pirmasenser Orten verbunden. Ende der 1990er Jahre arbeitete Kröher bereits im Rheinberger und veranstaltete professionelle Workshops. 2001 wechselte er mit seinem Studio ins Banana Building auf der Husterhöhe. Dort rückte neben der eigentlichen Studiofotografie zunehmend die Vermittlung seines Wissens in den Mittelpunkt: Kröher baute die Workshops aus und setzte größere fotografische Projekte um. 2004 entstand unter anderem eine Arbeit mit Emil Schweizer für „Luxury Lifestyle“, 2006 folgte gemeinsam mit Stefan Gesell eine große Fotoausstellung.

Harald Kröher bei seiner Arbeit und unterwegs: Ob im Studio, auf Fotoreisen oder in der Landschaft – die Kamera gehört seit Jahrzehnten zu seinem Leben. | Foto: Harald Kröher
  • Harald Kröher bei seiner Arbeit und unterwegs: Ob im Studio, auf Fotoreisen oder in der Landschaft – die Kamera gehört seit Jahrzehnten zu seinem Leben.
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Die Fototage werden zum großen Projekt

Aus dieser Entwicklung entstand schließlich eines der Projekte, die Kröhers Arbeit in Pirmasens über viele Jahre prägen sollten: 2007 fanden die ersten Pirmasenser Fototage statt. Als „Stileben“ 2008 in den Rheinberger zurückkehrte und Kröher dort sein neues Atelier bezog, bekamen auch die Fototage eine neue Heimat. Der Start am neuen Standort wurde mit einer Baustellenparty gefeiert. Von dort aus entwickelte Kröher das Konzept kontinuierlich weiter. 2009 wurde die Bevölkerung stärker einbezogen, Workshops und Fotoreisen gewannen an Bedeutung, zugleich entstanden neue Verbindungen zu Touristik und Kultur. Kröher war schließlich 15 Jahre lang künstlerischer Leiter der Pirmasenser Fototage. 2019 erreichte die Veranstaltung mit mehr als 16.000 Besuchern einen Besucherrekord. 2023 wurde sie noch einmal mit einem neuen, verkürzten Konzept veranstaltet. Damit wurden die Fototage zu einem der sichtbarsten Projekte, die aus Kröhers fotografischer Arbeit in Pirmasens hervorgingen.

Ein Beispiel aus Harald Kröhers fotografischer Arbeit: Die inszenierte Aufnahme zeigt seinen kreativen Umgang mit Porträt, Mode und Bildidee | Foto: Harald Kröher
  • Ein Beispiel aus Harald Kröhers fotografischer Arbeit: Die inszenierte Aufnahme zeigt seinen kreativen Umgang mit Porträt, Mode und Bildidee
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Mehr als 1000 Workshops

Überhaupt wurden Workshops zu einem Markenzeichen von „Stileben“. Was zunächst im eigenen Studio begann, führte Kröher zunehmend auch an andere Orte. Seine fotografischen Reisen und Kurse brachten ihn durch Europa, zugleich arbeitete er über Jahre mit namhaften Unternehmen aus der Fotobranche zusammen und war bei Liveshows in ganz Deutschland unterwegs. Die Bandbreite seiner Arbeit reichte dabei von Porträt- und Aktfotografie über Architektur bis zur Landschaftsfotografie. Kröher vermittelte nicht nur technische Kenntnisse. Die Workshops boten ihm zugleich die Möglichkeit, eigene Bildideen umzusetzen und seine Erfahrungen an andere Fotografen weiterzugeben. Die Bilanz nach einem Vierteljahrhundert fällt entsprechend umfangreich aus: In seinen Aufzeichnungen nennt Kröher mehr als 1000 Workshops. Hinzu kommen rund 30 Kalender für Firmen und Institutionen sowie 14 Bücher, an denen er beteiligt war.

Ein Beispiel für Harald Kröhers inszenierte Fotografie: Mit aufwendigen Bildideen verbindet er Porträt und Natur zu außergewöhnlichen Motiven. | Foto: Harald Kröher
  • Ein Beispiel für Harald Kröhers inszenierte Fotografie: Mit aufwendigen Bildideen verbindet er Porträt und Natur zu außergewöhnlichen Motiven.
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Bilder für die Region

Bei aller überregionalen und internationalen Tätigkeit blieb die Pfalz ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Besonders liebt Kröher seine Heimat, den Pfälzerwald, den er immer wieder in Bild und Film festhält. Als Landschaftsfotograf machte er sich zugleich mit Reisedokumentationen aus ganz Europa einen Namen. Mit seinen Aufnahmen und den Bildern zahlreicher Workshop-Teilnehmer trug Kröher zugleich dazu bei, die Pfalz und insbesondere den Wasgau fotografisch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die markanten Felsen, Burgen und Waldlandschaften gehören inzwischen zu den bevorzugten Motiven zahlreicher Landschaftsfotografen. Für besondere Aufnahmen nehmen sie erheblichen Aufwand in Kauf: Sie arbeiten mit Stativen zu ungewöhnlichen Tageszeiten, nutzen Drohnen oder Hubschrauber und planen ihre Bilder anhand von Wetterlagen sowie Sonnen- und Mondständen.

Kröhers Bilder in zahlreichen Veröffentlichungen

Auch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern nahm im Laufe der Jahre immer breiteren Raum ein. Seine Aufzeichnungen nennen unter anderem Projekte aus Touristik und Landschaftsfotografie sowie Arbeiten rund um das Pfalztheater, die Pfälzer Sagen und historische Kalender. Selbst außergewöhnliche Zeiten fanden ihren Niederschlag in seiner Fotografie. 2021 beschäftigte sich Kröher mit einer Corona-Dokumentation. 2022 folgte „Die Sagen der Pfalz“ mit Film, 2023 ein Jubiläumsband zum Pfalztheater.

Harald Kröher rückte mit seinen Landschaftsaufnahmen immer wieder die Schönheit der Pfalz und besonders des Wasgaus in den Blick. Seine Bilder und Workshops trugen dazu bei, die Region auch fotografisch bekannter zu machen. | Foto: Harald Kröher
  • Harald Kröher rückte mit seinen Landschaftsaufnahmen immer wieder die Schönheit der Pfalz und besonders des Wasgaus in den Blick. Seine Bilder und Workshops trugen dazu bei, die Region auch fotografisch bekannter zu machen.
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Goldmedaillen und internationale Anerkennung

Auch bei internationalen Fotowettbewerben war Kröher erfolgreich. Beim Super Circuit, einem der großen internationalen Fotowettbewerbe, gewann er zahlreiche Goldmedaillen in unterschiedlichen Kategorien. Die Erfolge trugen dazu bei, seinen Namen weit über die Region hinaus bekannt zu machen. Zwölf Jahre lang arbeitete Kröher zudem mit international bekannten Unternehmen aus der Fotobranche zusammen und war für Liveshows in ganz Deutschland unterwegs. Gleichzeitig blieb „Stileben“ die Basis seiner Arbeit – der Ort, an dem fotografiert, geplant, experimentiert und die nächsten Projekte vorbereitet wurden. Dass seine Fotografie und seine Erfahrungen weiterhin auf großes Interesse stoßen, zeigte sich auch bei einem abendlichen Vortrag in der VR-Bank Pirmasens bei der Kreativitti: Die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mit Stativ und Kamera auf Motivsuche: Harald Kröher nimmt für seine Landschaftsfotografie auch anspruchsvolle Standorte und ungewöhnliche Bedingungen in Kauf. | Foto: Harald Kröher
  • Mit Stativ und Kamera auf Motivsuche: Harald Kröher nimmt für seine Landschaftsfotografie auch anspruchsvolle Standorte und ungewöhnliche Bedingungen in Kauf.
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„Fotos sind meine Leidenschaft“

Inzwischen ist Harald Kröher 71 Jahre alt. Ruhiger geworden ist es um seine Fotografie deshalb nicht. Schon anlässlich seines 70. Geburtstags brachte er seine Haltung auf einen einfachen Satz: „Fotos sind meine Leidenschaft.“ 25 Jahre „Stileben“ stehen zugleich für eine Zeit, in der sich die Fotografie grundlegend verändert hat. Kröher erlebte den Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie selbst mit. Bereits Anfang der 1990er Jahre beschäftigte er sich mit der Digitalisierung – ein Schritt, der ihn vom engen Labor an den Computer führte und seiner Arbeit nach eigener Einschätzung einen neuen kreativen Schub gab. Geblieben ist über all die Jahre der Anspruch, mit Bildern mehr zu zeigen als das Offensichtliche. Und vielleicht ist das die treffendste Bilanz nach einem Vierteljahrhundert: „Stileben“ war nie nur ein Fotostudio. Es war Ausgangspunkt für Ideen, Reisen, Begegnungen und Projekte – und damit für einen beträchtlichen Teil von Harald Kröhers fotografischem Leben. est

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Autor:

Erik Stegner aus Landstuhl

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