20 Jahre gemeinschaftliches Wohnen: PS:Patio! feiert Geburtstag
- Norbert Becker (ehemaliger theologischer Vorstand des Diakoniezentrums), Svetlana Mancos (Quartierszentrum P11), Carsten Steuer (kaufmännischer Vorstand des Diakoniezentrums), Oberbürgermeister Markus Zwick, Cornelia Schwarz (Quartierszentrum P11) und Bauhilfe-Geschäftsführer Ralph Stegner (von links) freuen sich auf das Jubiläumsfest.
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Pirmasens. Jung und Alt Hand in Hand in gelebter Quartiersgemeinschaft: Mit PS:Patio! haben die Stadtverwaltung, die Bauhilfe und das Diakoniezentrum vor 20 Jahren im Winzler Viertel ein zukunftsweisendes Wohnprojekt auf den Weg gebracht – mit einer seither stetig wachsenden Zahl an Mehr- und Einfamilienhäusern.
"Wohnen für Generationen", so lautete damals der Arbeitstitel. "Einer der wichtigsten Impulsgeber war der damalige Baudezernent Michael Schieler", betont Bauhilfe-Geschäftsführer Ralph Stegner. Mittlerweile hat sich das Wohnmodell erfolgreich als ein Ort etabliert, an dem Bewohner verschiedener Altersgruppen und Lebenssituationen gemeinsam im Quartier leben. Gemeinschaft, Nachbarschaftshilfe, Soziales Netzwerk und Versorgung stehen dabei im Vordergrund. Die Idee dahinter ist die Bereitstellung von Wohnraum für Menschen, die im gemeinschaftlichen Miteinander der Generationen als zukünftige Nachbarn voneinander profitieren können – sei es durch gegenseitige Hilfe, durch das offene, kommunikative Mit- und Füreinander im täglichen Leben oder professionelle Serviceangebote vor Ort.
Pionierarbeit im Winzler Viertel
"Bauhilfe-Geschäftsführer Ralph Stegner, Carsten Steuer, kaufmännischer Vorstand des Diakoniezentrums, und Norbert Becker, der ehemalige theologische Vorstand, sind die Männer der ersten Stunde, die das Ganze aus der Taufe gehoben haben. Ihre Weitsicht beeindruckt mich und ich bewundere ihren Mut, denn das Projekt war auch mit großen finanziellen Risiken verbunden", betont Oberbürgermeister Markus Zwick. "Mit PS:Patio! wurde das Winzler Viertel nachhaltig positiv beeinflusst – eine Pionierarbeit, die ihrer Zeit damals weit voraus war und segensreich für das Quartier ist. Das Projekt hat gezeigt, dass es möglich ist, Menschen durch Gemeinschaft wieder stark zu machen", so Markus Zwick.
"Die Finanzierung war äußerst schwierig. Dabei sind wir immer wieder an Grenzen gestoßen", erinnert sich Norbert Becker. Als vorbildlich lobt er die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand, Bauhilfe und Diakoniezentrum. "Mit PS:Patio! sind wir anderen Städten immer noch weit voraus. Uns war wichtig, die Menschen mit ins Boot zu nehmen und ihnen die Möglichkeit zu geben, etwas in ihrem Quartier zu bewirken – ein Stück weit Demokratisierung vor Ort", betont Norbert Becker.
Die Nachfrage ist groß. Heute sind nicht nur alle Wohneinheiten belegt, es gibt sogar eine lange Liste von Interessenten. Im Rahmen eines Sommerfestes soll das Jubiläum am 19. Juni gebührend gefeiert werden.
Lebensraum für Generationen
PS:patio! ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Pirmasens, dem Diakoniezentrum und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Bauhilfe Pirmasens GmbH. Die Partner haben es sich zur Aufgabe gemacht, im Winzler Viertel Lebensraum für mehrere Generationen in aktiver Nachbarschaft zu schaffen. Im PS:patio!-Quartier entstanden barrierefreie Wohnungen mit dem Ziel, dass Personen auch im Alter noch in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Dieser zukunftsweisende Wohnansatz – der hier im Gegensatz zum klassischen betreuten Wohnen im Vordergrund steht – wirkt einer Vereinsamung im Alter entgegen.
Selbstbestimmtes Wohnen
PS:patio! orientiert sich am Bielefelder Modell: Selbstbestimmtes Wohnen mit Versorgungssicherheit ohne Betreuungspauschale. Das Wohnmodell richtet sich an Familien, Singles, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung und alle, die für neue Formen des Wohnens und Zusammenlebens offen sind. Junge und ältere Menschen mit Hilfebedarf sind ausdrücklich Teil der PS:patio!-Gemeinschaft. Nachbarn sollen Pflegebedürftige unterstützen und so die Teilhabe am Alltag ermöglichen. Dienstleistungen des Diakoniezentrums oder des ambulanten Pflegedienstes vor Ort bieten eine gewisse Versorgungspräsenz. red/fsc
Autor:Frank Schäfer aus Pirmasens |
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