Stadt erweist verstorbenem Künstler mit Ausstellung die Ehre
Die „inneren Landschaften“ des Klaus Heinrich Keller

Von Klaus Heinrich Keller stammt das Bild „Kosmisches Spiel“.  Foto: Uniprint PS GmbH
  • Von Klaus Heinrich Keller stammt das Bild „Kosmisches Spiel“. Foto: Uniprint PS GmbH
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Pirmasens. Einblick, Ausblick, Rückblick: Unter diesem Leitthema werden Werke verschiedenster Schaffensperioden von Klaus Heinrich Keller bei einer Sonderausstellung vom 18. November bis 13. Januar im Forum Alte Post.
In „Innere Landschaften“ zeigt das Pirmasenser Kulturzentrum eine Retrospektive mit zahlreichen Malereien sowie zuletzt entstandenen Zeichnungen des im April verstorbenen Künstlers aus Rodalben. 2003, vor dem Umbau des ehemaligen Königlich Bayerischen Postamts, hatte Keller bereits Arbeiten aus den Jahren 1960 bis 2003 gezeigt. Mit einer „Neuauflage“ der Präsentation seines vielfältigen Schaffens der letzten Jahrzehnte ehrt die Stadt Pirmasens den auch international bekannten und mehrfach ausgezeichneten Künstler, der seine Passion einmal selbst mit der Aussage „Im Grunde male ich mein ganzes Leben an einem Bild“ auf den Punkt gebracht hate.
Noch bis einschließlich 29. Juli können Besucher der Alten Post die Ausstellung „Still Silver – Bilder der Dinge“ des Fotografen Steffen Diemer mit ausgewählten Arbeiten im Nassplatten-Kollodium-Verfahren sehen. Im Anschluss heißt es vom 19. August bis 28. Oktober 2018 „Es dauert. Es ist riskant. Es bleibt womöglich für immer.“ Gezeigt werden Keramik-Arbeiten der Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral und des Landes Rheinland-Pfalz.
Ab November steht dann Klaus Heinrich Keller im Fokus. „Das Forum Alte Post bietet nach seiner Restaurierung einen guten Rahmen für die eindrucksvolle Auswahl dieses regionalen Malers. Damit würdigen wir einen Philosophen unter den Malern, wie er einmal genannt wurde“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Bernhard Matheis.
Die langjährige Faszination für Klaus Heinrich Kellers Kunst kommt nicht von ungefähr, spricht sie den Betrachter doch in gegenständlicher, surrealer und abstrakter Form auf vielfältige Weise an. Zugleich begegnet man auf der emotionalen Ebene seiner Arbeiten essenziellen Fragen von Liebe und Schuld sowie Urgefühlen wie Einsamkeit und Zukunftsangst, die sich in Symbolik, dann wiederum als Übertragung in Form einer Pinselbewegung äußern. Diese Emotionen spiegeln sich auf mentale Weise wieder. So streift Keller philosophische Aspekte und stellt die Frage nach der Bedeutung des Menschen und seiner Existenz im Verhältnis zu seiner Umwelt und dem Kosmos im Allgemeinen, unter anderem verdeutlicht am Aufgriff des Homunkulus-Themas. Nicht zuletzt wird mit der Haptik eine dritte Stufe erreicht. Kellers Arbeiten sind strukturell eine Herausforderung – seine Experimentierfreude und seine Vielseitigkeit im Umgang mit den technischen Mitteln lassen die Betrachter seine Arbeiten als dreidimensional und raumgreifend wahrnehmen.
Klaus Heinrich Keller wurde 1938 in Landau-Gondramstein geboren und studierte an der Akademie Mannheim bei Professor Paul Berger-Bergner. Von 1995 bis 2002 war er Lehrbeauftragter an der Universität Kaiserslautern. Seine Werke waren in Einzelausstellungen unter anderem in München, Hamburg, Frankfurt/Main und der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin, aber auch an verschiedenen Orten seiner Heimatregion zu sehen sowie international in New York, Paris, Bern, Atlanta, Lugano und Ascona. Er ist Gewinner des Pfalzpreises für Malerei (1969), des Hans-Purrmann-Preises der Stadt Speyer (1972) und des Kahnweiler-Preises der Stadt Rockenhausen (1981).
Klaus Heinrich Kellers Bilder stellen keine Reproduktion der Wirklichkeit dar, sondern abstrakte Schöpfung in Form einer oft mehrdimensionalen, metamorphen Bilderfindung. Hierfür hat er sich ganz den ureigensten Möglichkeiten des Malens zugewandt. Für seine oft großformatigen Bilder nutzte der Künstler in der Vergangenheit insbesondere Acryluntermalungen mit Öl- und Lacklasuren, für die die Farben vielfach auf die Leinwand aufgespritzt, gespachtelt oder auch modelliert wurden. In den vergangenen Jahren hat Klaus Heinrich Keller sich auf ausdrucksstarke Zeichnungen fokussiert.
Am 24. April starb er nach schwerer Krankheit.
Zur Ausstellung „Innere Landschaften“ im Forum ALTE POST wird ein Katalog herausgegeben. Außerdem erscheinen im November zwei Kalender für das Jahr 2019 mit Arbeiten des Künstlers: eine Retrospektive im größeren Format sowie z Zeichnungen aus neuerer Zeit im DIN-A3-Format. ak/ps

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