Ehrenamt in Neustadt: „Ohne bürgerschaftliches Engagement läuft nichts“

Michael Landgraf mit der Jubiläums-Ehrenamtskarte Rheinland-Pfalz. | Foto: Michael Landgraf
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Neustadt. Ob in der Jugendarbeit, bei Rettungsdiensten, in Kulturprojekten oder als Stadtrat: Michael Landgraf aus Neustadt engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich. Im Gespräch mit dem Stadtanzeiger Neustadt erzählt er, was ihn antreibt, welche Möglichkeiten es zum Mitmachen gibt – und warum das Ehrenamt heute mehr denn je vor großen Herausforderungen steht.

??? Wo waren und sind sie ehrenamtlich tätig?
Landgraf: Ehrenamt kenne ich mein Leben lang. Mit 15 Jahren machte ich einen Jugendleiterlehrgang und engagierte mich zwei Jahrzehnte in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Nach dem Zivildienst war ich noch als ehrenamtlicher Rettungshelfer aktiv. Nachdem ich vor 26 Jahren in Neustadt gelandet bin, brachte ich mich im Bibelhaus ein, gestaltete ehrenamtlich die Ausstellung, die Aufgabe als Vereinsvorsitzender nehme ich nun bald 25 Jahre wahr. Meine Ehrenämter liegen vor allem im Bereich Kultur, so derzeit auf Bundesebene als Generalsekretär der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland und im Deutschen Kulturrat sowie im Bereich Soziales für kirchliche Einrichtungen und bei den Lions. Auch meine Tätigkeit als Stadtrat ist ein Ehrenamt.

??? Was motiviert, ehrenamtlich tätig zu sein?
Landgraf: Vor allem die Lust, mit anderen aktiv und kreativ gute Ideen umzusetzen, die den Menschen nützen. Ein Beispiel ist das Neustadter Kulturszenario an diesem Wochenende, das ehrenamtlich vom Stadtverband für Kultur organisiert wurde. Ein anderes sind Projekte in Afrika, für die ich mich einsetze. Am Ende muss das gute Gefühl da sein, etwas Gutes bewirkt zu haben. Auch der Gemeinschaftsaspekt ist hier wichtig.

??? Welche Möglichkeiten gibt es, aktiv zu werden?
Landgraf: Da gibt es für jeden etwas. Im Kulturbereich kann man sich vom Chor über den Kunstverein bis zur Trachtengruppe einbringen. Einen hohen Stellenwert haben die „Blaulicht“-Ehrenamtlichen bei der Feuerwehr und bei den Rettungsdiensten, die auch gut ausgebildet werden. Man kann sich in Sozialdiensten einbringen, wozu auch kirchliche und freie Träger gehören, ob in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in der Betreuung von Geflüchteten, in der Hilfe bei der Tafel oder bei der Obdachloseneinrichtung „Lichtblick“. Da viele Kinder derzeit Probleme in der Schule haben, werden auch Ehrenamtliche im Bereich Nachhilfe oder Lernpaten gesucht. In einer immer älter werdenden Gesellschaft spielt die Seniorenhilfe sowie die Unterstützung der Hospizarbeit eine wichtige Rolle. Viele werden im Bereich Sport gebraucht, vor allem Trainer und Betreuer. Dann gibt es da noch den Umwelt- und Naturschutz, wo sich junge Menschen wie die „Waldschatten“ einsetzen. Schließlich funktionieren unsere demokratischen Strukturen ohne das Ehrenamt nicht, weswegen es Menschen braucht, die sich für die kommunalen Gremien zur Wahl stellen.

??? Wie ist es um das Ehrenamt bestellt?
Landgraf: Es gibt einen spürbaren Rückgang an Ehrenamtlichen. Junge Menschen sind meist sehr im Beruf eingebunden und durch die Verlängerung der Arbeitszeit gibt es weniger Ältere, die sich voll einbringen können. Vor allem Verantwortungsträger, beispielsweise Schatzmeister, werden gesucht. Wenn ein Verein keinen Vorstand findet, muss er aufgeben, denn daran hängt die Gemeinnützigkeit. Bekannter werden muss, dass es in Kommunen Unterstützung für das Ehrenamt gibt, beispielsweise in Neustadt (https://www.neustadt.eu/ehrenamt). Das Land Rheinland-Pfalz würdigt eine stetige Ehrenamtsarbeit durch die Ehrenamtskarte sowie für ein Engagement über 25 Jahre mit der Jubiläums-Ehrenamtskarte, für die man in vielen Kommunen Vergünstigungen bekommt. Hier kann Neustadt in Sachen Angebote sicher noch nachbessern.

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Autor:

Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße

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