Rückzug aus Zukunftstechnologie: Warum die Freudenberg Group jetzt umdenkt
- Der Technologiekonzern Freudenberg hat 2025 deutlich weniger Gewinn gemacht. (Archivbild)
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Weinheim. Der Technologiekonzern Freudenberg hat deutlich weniger Gewinn erzielt. Für Beschäftigte, Zulieferer und Industriepartner zeigt der neue Geschäftsbericht vor allem eines. Der Umbau des Unternehmens kostet viel Geld.
Der Mischkonzern aus Weinheim meldete für das vergangene Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 361,9 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 724,8 Millionen Euro gewesen. Auch der Umsatz sank leicht auf gut 11,7 Milliarden Euro.
Freudenberg ist vielen Menschen durch die Haushaltsmarke Vileda bekannt. Der Konzern liefert jedoch auch Technik für zahlreiche Branchen. Dazu zählen Autoindustrie, Maschinenbau und Medizintechnik.
Ausstieg aus Batterie und Brennstoffzellen belastet Ergebnis
Der wichtigste Grund für den Gewinneinbruch ist eine strategische Entscheidung des Unternehmens. Freudenberg hat das Geschäft mit Batteriezellen, Batteriemodulen und kompletten Brennstoffzellensystemen eingestellt. Die Kosten für diesen Umbau haben das Ergebnis stark belastet.
Bereinigt um diese Sondereffekte zeigt sich ein stabileres Bild. Das operative Vorsteuerergebnis lag bei rund 1,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von etwa 3,5 Prozent.
Weitere Belastungen kamen aus schwächeren Märkten. Besonders in der Autoindustrie ging die Nachfrage zurück. Gleichzeitig wirkten sich Wechselkurse negativ aus. Zukäufe und Preiserhöhungen konnten diese Effekte nicht vollständig ausgleichen.
Chef sieht Rückzug als notwendige Entscheidung
Vor einigen Jahren hatte Freudenberg stark auf Wasserstofftechnik gesetzt. Das Unternehmen entwickelte unter anderem komplette Module für Anwendungen wie Kreuzfahrtschiffe.
Konzernchef Claus Möhlenkamp erklärte, mehrere Entwicklungen hätten das Geschäft zunehmend erschwert. Staatliche Unterstützung sei zurückgegangen. Große Kunden hätten Projekte verschoben oder ganz gestrichen. Auch die nötige Infrastruktur habe sich langsamer entwickelt als erwartet.
Freudenberg will dennoch weiter Komponenten für die Wasserstofferzeugung herstellen. Der Rückzug aus der Systemtechnik sei Teil einer normalen strategischen Anpassung.
Umbau wirkt sich auch auf Jobs aus
Der Konzern beschäftigt weltweit knapp 51.000 Menschen in rund 60 Ländern. Im Zuge des Umbaus wurden etwa 2.000 Stellen abgebaut. Gleichzeitig entstanden durch Übernahmen in der Medizintechnik und in der Lebensmittelindustrie rund 1.000 neue Arbeitsplätze.
Freudenberg wurde im Jahr 1849 als Gerberei gegründet. Heute ist das Familienunternehmen ein internationaler Technologiekonzern mit Geschäftsbereichen von Dichtungstechnik über Filtration bis zu Haushaltsprodukten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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