Kindermusical begeistert
„Pinocchio“ verzaubert den Spiegelpalast
- Die Macher
- Foto: Wolfgang Neuberth
- hochgeladen von Wolfgang Neuberth
„Pinocchio“ verzaubert den Spiegelpalast
Kindermusical begeistert Familien im Mannheimer Palazzo
„Es war einmal ein alter Mann, der wollte Papa werden“ – mit diesen Worten beginnt im festlich geschmückten Palazzozelt in Mannheim die dritte Ausgabe des Kindermusicals nach „Jim Knopf“ (2023) und „Dschungelbuch“ (2024). In der Musicalfassung von Christian Berg, mit einfühlsamer Musik von Konstantin Wecker und inszeniert mit viel Herz, Humor und Fantasie, feierte „Pinocchio“ am Sonntag, 7. Dezember 2025, seine viel umjubelte Premiere.
Schon kurz nach Einlass füllten zahlreiche Kinder, Eltern und Großeltern die Tische rund um die Manege und warteten gespannt auf die weltbekannte Geschichte des italienischen Autors Carlo Collodi. Im Mittelpunkt steht die kleine Holzpuppe Pinocchio (Sonja Caterina Grenz) und ihr holpriger Weg, ein richtiger Junge zu werden. Der arme und einsame Holzschnitzer Geppetto (Bas Timmers) sehnt sich danach, Vater zu sein. Um ihm diesen Wunsch zu erfüllen, erweckt die Fee Antonella (Lena Schuler) die Puppe zum Leben – unter der Bedingung, dass Pinocchio bis zum Abend beweist, dass er ein guter Mensch sein kann.
Doch der Weg dorthin ist voller Versuchungen und Gefahren: Der gerissene Fuchs Amadeo (Denis Bode) und die etwas einfältige Katze Cherubino (Corinna Kurth) locken ihn von seinem Schulweg ab, und das verführerische Faulenzerland entpuppt sich als Falle. Nur die Grille – ebenfalls von Lena Schuler gespielt – bleibt seine mahnende Begleiterin. Immer wieder muss die gute Fee eingreifen, um Pinocchio vor den Folgen seiner Leichtsinnigkeit zu bewahren. So lernt er wichtige Lektionen: dass Lügen keine Lösung sind, dass falsche Freunde gefährlich sein können und dass Dummheit ihren Preis hat – im Faulenzerland sogar in der Verwandlung zum Esel.
Erst als Pinocchio sich auf die Suche nach dem verschwundenen Geppetto macht und ihn mutig rettet, begreift er die letzten und wichtigsten Lektionen: Hoffnung nicht aufzugeben, Verantwortung zu übernehmen und vor allem Liebe zu zeigen. Im berührenden Lied „Danke Papa, ich hab’ dich lieb“ findet die Geschichte ihren emotionalen Höhepunkt, bevor die Fee die beiden schließlich belohnt. Ende gut, alles gut.
Fünf Darstellerinnen und Darsteller schlüpfen in insgesamt acht Rollen und wirbeln in fantasievollen Kostümen und lebendigen Choreografien über die Bühne. Die musikdramatische Umsetzung von Konstantin Wecker trägt viel zur magischen Atmosphäre bei. Immer wieder werden die Kinder aktiv ins Geschehen einbezogen – sie fiebern, lachen und staunen mit dem hölzernen Helden.
Regisseurin Melanie Herzig setzt das Stück mit viel Witz und einem Augenzwinkern in Szene – ein Erlebnis, das nicht nur Kinder, sondern ebenso Erwachsene berührt.
Für Kai Kemper, Chef der Mannheimer Kreativagentur GO7, und Christian Doll, Geschäftsführer des Tourneeveranstalters C2 Concerts, ist das Kindermusical mehr als nur ein Bühnenprojekt. „Kultur fängt schon bei den Kleinsten an. Man muss Kindern nur die Möglichkeit geben, sie zu erleben“, betont Kemper. In den kommenden zwei Wochen finden neben den Familienvorstellungen am Sonntagvormittag täglich Schulaufführungen statt, zu denen bis zu 400 Kinder pro Vorstellung erwartet werden. Empfohlen ist das Musical für Kinder ab vier Jahren. Karten gibt es unter mannheimer-kindermusical.de.Palazzo-Chef Rolf Balschbach unterstützt mit Begeisterung: "Gerade für Kinder diesen Palast zu öffnen, da geht mir das Herz auf "
Damit alle Kinder – unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern – an dieser kulturellen Erfahrung teilhaben können, unterstützen mehrere Mannheimer Initiativen das Projekt. Die „Mannheimer Runde“ übernimmt die Kosten für den Besuch von 20 Schul- und Kindergartengruppen aus sozial benachteiligten Familien. Zudem gehen von jedem verkauften Ticket der öffentlichen Vorstellungen 50 Cent an die Bülent Ceylan für Kinder Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt.
So verbindet das Musical große Unterhaltung mit gelebtem sozialen Engagement. Wenn im Dezember der Vorhang für „Pinocchio“ aufgeht, treffen Fantasie, Musik und Menschlichkeit aufeinander – und ein kleines Stück Holz wird zum Symbol dafür, dass Träume manchmal tatsächlich lebendig werden.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
|
| Wolfgang Neuberth auf Facebook | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.