Sieben Frauen, sieben Handschriften
Malgruppe der Freunde des Karlsterns
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Sieben Frauen, sieben Handschriften und eine Leidenschaft
Die Malgruppe der Freunde des Karlsterns verbindet seit vielen Jahren Kunst und Gemeinschaft – Bei der Ausstellung 2026 hat jede Künstlerin ihre eigene Wand
Mannheim-Gartenstadt. Sieben Frauen, sieben unterschiedliche Handschriften und eine gemeinsame Leidenschaft: die Malerei. Seit vielen Jahren gehört die Malgruppe zu den festen Bestandteilen der Freunde des Karlsterns. Monika Fink,Monika Hald, Margarethe Hofmann-Bsirske, Brigitte Jäger, Eva Kaulard, Claudia Ludwig und Elke Scherer treffen sich regelmäßig, um gemeinsam kreativ zu sein. Und wenn sie ihre Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren, zeigt sich schnell: Gemeinsam malen heißt noch lange nicht, dass alle das Gleiche malen.
Bei der Ausstellung erhält jede der sieben Künstlerinnen im Max-Jaeger-Haus am Karlstern ihre eigene Wand. Dort kann sie sich, wie Elke Scherer es im Gespräch beschreibt, künstlerisch nach Herzenslust „austoben“. Unterschiedliche Motive, Techniken und Formate finden dort ihren Platz. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus.
Ein verbindendes Element gibt es dennoch. Für ihre Ausstellung setzen sich die Malerinnen auch mit einem gemeinsamen Motto auseinander. 2026 lautet dieses „Wasser“. Wie das Thema umgesetzt wird, bleibt jeder Einzelnen überlassen. Wasser kann als Meer, See, Fluss oder Regentropfen erscheinen, ruhig oder bewegt sein – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Doch das Motto ist nur ein Teil der Ausstellung. Auf ihren eigenen Wänden zeigen die Künstlerinnen ebenso Arbeiten, die unabhängig davon entstanden sind.
Seit vielen Jahren gemeinsam
Die Geschichte der Malgruppe reicht weit zurück. Bereits 2017 wurden die sieben heute noch aktiven Frauen als Mitglieder genannt. Damals gehörte mit Dieter Brotkorb auch ein Mann zur Runde. Inzwischen besteht die Gruppe ausschließlich aus den sieben Frauen. Bei einer Ausstellung 2017 wurden rund 200 Arbeiten gezeigt. Das Spektrum reichte von Zeichnungen bis zu Werken in Acryl, Aquarell, Öl und Kohle. Geleitet wurde die Gruppe damals von Willi Schnurr.
Bei der inzwischen fünften Bilderausstellung zwei Jahre später kamen erneut mehr als 200 Exponate zusammen. Die lange gemeinsame Zeit hat die Gruppe geprägt. Man kennt sich, weiß um die Vorlieben der anderen und kann sich gegenseitig Anregungen geben. Dennoch hat sich jede Malerin ihre Eigenständigkeit bewahrt.
Denn bei den Treffen geht es nicht darum, nach einer bestimmten Vorgabe zu arbeiten. Die Frauen bringen ihre eigenen Ideen mit, probieren Techniken aus und entwickeln ihre Bilder nach ihren Vorstellungen. Der Austausch gehört ebenso dazu wie die Freude daran, gemeinsam Zeit zu verbringen. Malerei und Geselligkeit schließen sich dabei keineswegs aus.
Wenn aus echten Blumen kleine Kunstwerke werden
Eine Besonderheit innerhalb der Gruppe sind die Arbeiten von Brigitte Jäger. Bei ihr kommen nicht nur Pinsel und Farbe zum Einsatz. Sie verwendet echte, getrocknete und gepresste Blüten und Pflanzenteile und gestaltet daraus filigrane Blumenbilder. Auf kleinen Leinwänden entstehen Sträuße und florale Arrangements, die zum Teil auf Miniaturstaffeleien präsentiert werden.
Jedes dieser Bilder ist ein Unikat. Form und Farbe der verwendeten Blüten bestimmen mit, wie das fertige Werk aussieht. Was zunächst wie ein gemalter Blumenstrauß wirken kann, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als feine Handarbeit mit echtem Naturmaterial. Und die kleinen Kunstwerke erfüllen noch einen weiteren Zweck. Brigitte Jäger verkauft sie nicht für die eigene Tasche. Der Erlös geht nach Sri Lanka und kommt dort einem Waisen- und Altersheim zugute. Damit verbindet sie ihr Hobby mit sozialem Engagement und lässt aus Blumenbildern Hilfe entstehen.
Der Karlstern bleibt ihre künstlerische Heimat
Die Malerinnen sind mit ihren Arbeiten längst nicht nur im Max-Jaeger-Haus präsent. Auch außerhalb des Karlsterns waren Werke der Gruppe bereits zu sehen. So stellten die Frauen unter anderem in der YOUNITY Gallery im Kulturhaus Käfertal aus. Dort gehörten Käfertaler Motive ebenso zum Spektrum wie abstrakte Bilder und andere Arbeiten.
Ihre künstlerische Heimat aber ist der Karlstern geblieben. Das Max-Jaeger-Haus ist Treffpunkt und Ausstellungsort zugleich. Und direkt vor der Tür beginnt der Käfertaler Wald – eine Umgebung, in der sich Motive praktisch von selbst anbieten. Natur, Pflanzen, Tiere und Landschaften haben deshalb immer wieder ihren Weg auf Leinwand und Papier gefunden.
Dabei dürfte gerade die Beständigkeit ein Erfolgsgeheimnis der Gruppe sein. Die sieben Frauen, die schon 2017 gemeinsam malten, sind auch heute noch dabei. Über die Jahre haben sich Techniken verändert, neue Ideen sind hinzugekommen und zahlreiche Bilder entstanden. Geblieben ist die Freude am gemeinsamen kreativen Arbeiten.
Bei der Ausstellung 2026 kommt mit dem Motto „Wasser“ wieder ein neuer Impuls hinzu. Doch wer vor den sieben Wänden steht, sieht weit mehr als Variationen eines vorgegebenen Themas. Jede Wand erzählt ein Stück von der Frau, die sie gestaltet hat.
Vielleicht lässt sich die Malgruppe deshalb am einfachsten mit einem Satz beschreiben: Sie malen gemeinsam – aber jede bleibt unverwechselbar sie selbst.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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