Fischadler zurück in Baden‑Württemberg: Brut bei Chronos und Kepler steht bevor
- Fischadler
- Foto: NABU/Daniel Schmidt-Rothmund
- hochgeladen von Charlotte Basaric-Steinhübl
Baden‑Württemberg. Gute Nachrichten für den Artenschutz im Südwesten: Das bekannte Fischadlerpaar „Chronos“ und „Kepler“ ist wieder an seinem Brutplatz in Baden‑Württemberg angekommen. Nach Einschätzung des NABU steht der Beginn der Brut unmittelbar bevor. Die beiden Greifvögel haben ihr Nest vorbereitet und sich mehrfach gepaart.
„Die Aufnahmen der Nestkamera zeigen ein typisches, ruhiges Verhalten kurz vor der Eiablage. Es kann jederzeit das erste Ei im Nest liegen“, erklärt Daniel Schmidt‑Rothmund, Fischadlerexperte beim NABU. Die Rückkehr der Art zeige, dass konsequenter Artenschutz Wirkung entfaltet, gleichzeitig bleibe die Situation jedoch empfindlich.
Gezielte Schutzmaßnahmen am Brutplatz
Damit Chronos und Kepler ungestört zurückkehren konnten, wurde das Nest im Vorfeld gezielt gesichert. In enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Elsass verhinderte eine Schutzplane zunächst die Ansiedlung konkurrierender Arten. Zusätzlich schützt eine Blechmanschette am Stamm den Horst vor Nesträubern.
Die Nestkamera ermöglichte zuletzt eindrucksvolle Einblicke in das Verhalten der Fischadler. Aktuell ist die Übertragung jedoch wegen eines technischen Defekts unterbrochen. Um die sensible Brutphase nicht zu gefährden, verzichtet der NABU derzeit auf Reparaturen vor Ort. Diese sollen im Juni, bei der geplanten Beringung der Jungvögel, nachgeholt werden.
Hoffnung auf weiteres Fischadlerpaar
Auch abseits des bekannten Horsts gibt es positive Signale: In der Umgebung wurde ein weiterer Fischadler gesichtet. Ein zusätzlich vorbereiteter Brutplatz könnte daher bald von einem zweiten Paar angenommen werden. „Sollte sich auch dort ein Paar ansiedeln, wäre das ein weiterer wichtiger Schritt für die dauerhafte Rückkehr der Fischadler nach Baden‑Württemberg“, so Schmidt‑Rothmund.
Hintergrund: Rückkehr einer einst ausgerotteten Art
Der Fischadler war bis ins frühe 20. Jahrhundert entlang von Rhein, Neckar und Donau heimisch, wurde jedoch 1907 im Südwesten ausgerottet. Erst 2023 gelang Chronos und Kepler die erste erfolgreiche Brut nach mehr als 115 Jahren. Möglich wurde das durch jahrzehntelanges Engagement des NABU, zahlreiche ehrenamtliche Helfer sowie Kooperationen mit Partnern in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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