8. Finanzgespräche der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Finanzgespräche: Entspannt und günstig zum Anlageerfolg

(v.l.): Dominique Riedl, Markus Weis, Christoph R. Kanzler und Hartmut Walz.
  • (v.l.): Dominique Riedl, Markus Weis, Christoph R. Kanzler und Hartmut Walz.
  • Foto: HWG Ludwigshafen
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Ludwigshafen. Die 8. Finanzgespräche an der HWG Ludwigshafen standen ganz im Zeichen von Anlagevehikeln, die aktuell in aller Munde sind: „ETFs, Indexfonds und Assetklassenfonds: entspannt und günstig zum Anlageerfolg“, so lautete das Thema, das Veranstaltungsinitiator Dr. Hartmut Walz, Professor am Fachbereich Dienstleistungen und Consulting der Hochschule, gemeinsam mit drei Fachexperten beleuchtete: Dominique Riedl von der ETF-Internetplattform justETF, Markus Weis vom Indexfondsanbieter Vanguard sowie Christoph R. Kanzler vom globalen Vermögensverwalter Dimensional. Das Thema traf deutlich das öffentliche Interesse, so kamen Anfang April rund 300 Gäste an die Hochschule.
Was sind ETFs, Indexfonds oder Assetklassen-Fonds? Warum sind sie für Privatanleger so empfehlenswert? – mit diesen einführenden Fragen und den passenden Antworten startete Hartmut Walz in den Abend: „Ein Indexfonds ist eine Zusammenstellung von Wertpapieren wie Aktien, Anleihen oder anderes, der einen bestimmten Börsenindex möglichst exakt nachbilden soll“, erläuterte Walz und ergänzte: „Soweit Indexfonds zum Börsenhandel zugelassen sind, werden sie als ETFs bezeichnet. Sie sind, ebenso wie ihre Variante der passiven Assetklassen-Fonds kostengünstig, breit diversifiziert und bestechen durch ihre Einfachheit.“ Der Anleger investiere mit diesen Produkten zudem in ein Sondervermögen; im Insolvenzfall der Investmentgesellschaft sei das Anlegervermögen also geschützt, so Walz weiter.
Wie man sein ETF-Portfolio sinnvoll aufbaut und welche Faktoren zu berücksichtigen sind, erläuterte im Anschluss Dominique Riedl, Gründer von justETF – dem führenden ETF-Portal Europas. „Über das Portal können Privatanleger einfach und übersichtlich ETFs suchen, analysieren und vergleichen“, erklärte der Experte. Zudem könne ein Anleger sein Geld einmalig oder fortlaufend in einem Sparplan anlegen und sein ETF-Portfolio mit verschiedenen Bausteinen gestalten: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilien oder Währungen (Geldmarkt). Dabei sei justETF als Vergleichs- und Analyseplattform mit neutralen Informationen eine gute Entscheidungshilfe, so Riedel.
Anschließend stellte Markus Weis, Chef Deutschland und Österreich des großen Fondsanbieters Vanguard, das besondere Konzept seiner Gesellschaft vor, das auf einer genossenschaftsähnlichen Konstruktion beruht. So gehört das Unternehmen quasi seinen Anlegern; Überschüsse werden in Form von Preissenkungen an die Kunden weitergegeben. Dabei finden sich die Vorteile von Indexfonds laut Weis für den Privatanleger in den Vanguard-Fonds besonders konsequent umgesetzt: eine weltweite Streuung der einzelnen Wertpapiere in den Fonds zu geringen Kosten.
Christoph R. Kanzler, Chef Deutschland und Schweiz des ebenfalls global tätigen Vermögensverwalters Dimensional, empfahl ebenfalls ETFs, Indexfonds oder Assetklassen-Fonds. Jeder Erwerbstätige leiste täglich seinen Beitrag zum wirtschaftlichen Wohlstand und solle deshalb auch an der erwirtschafteten Rendite teilhaben. Während jedoch die Aktienmärkte in den letzten Jahrzehnten eine durchschnittliche Renditesteigerung von über 9 Prozent aufgewiesen hätten, seien davon beim deutschen Anleger gerade mal rund 1,5 Prozent angekommen, erläuterte Kanzler die momentane Anlagesituation. „Das vergleichsweise kostenarme und leistungsfähige Angebot von ETFs, Indexfonds oder Assetklassen-Fonds bietet hier einen Ausweg, denn damit kommt ein erheblich höherer Anteil der Marktrendite beim Privatanleger an“, so Kanzler.
Im zweiten Teil des Abends lag der Fokus auf den Fragen des Publikums: „Der direkte Austausch mit den Experten ist durch nichts zu ersetzen“, meinte ein Zuhörer. „Es ist toll, dass sich die Referenten so offen auch kritischen Fragen stellen“, meinte eine andere Teilnehmerin. Man fühle sich dadurch ernst genommen.
Prof. Dr. Hartmut Walz lehrt Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule in Ludwigshafen; sein Spezialgebiet ist die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Psychologie. Er ist außerdem Autor von über 200 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und mehrerer Fachbücher.
Die nächsten Finanzgespräche finden am Donnerstag, 7. November 2019 , um 19 Uhr in der Aula der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen statt und widmen sich dem Thema: „Konstruktive Crashgedanken – Fakten, Szenarien und Wohlfühlstrategien“. Anmeldungen per Mail an finanzgespraeche@hwg-lu.de.ps

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