Bye-bye, hässliche Brache: Baustart des Palatineo im Herbst 2026
- Das schöne Bürohaus bekommt eine Natursteinfassade in Klinkeroptik.
- Foto: Architekturbüro Max Dudler
- hochgeladen von Julia Glöckner
Ludwigshafen. Das aufwertende Bauprojekt Palatineo am Berliner Platz sollte zunächst im Juni starten, nach Ende der Vorvermietungsverhandlungen mit der Stadt. Nun warten die Bewohner auf den Baustart im Herbst.
Erst 2025 erteilte die Stadt verbindliches städtebauliches Planungsrecht. OB Blettner hatte Anfang Juni mitgeteilt, dass man sich auch gemeinsam mit der ADD nun auf einen Mietpreis geeinigt habe.
Vorvermietung ist für Investoren heute vor allem ein Mittel, um Risiken zu reduzieren. Investoren kalkulieren heute nicht mehr so knapp wie noch bis in die 2000er. Der Baupreisindex steigt und damit die Baukosten. Vorvermietung in geplanten Bürohäusern ist heute üblich. Investoren stoßen dabei auf eine große Nachfrage, auch von Verwaltungen, Behörden und Ämtern, für die bisherige Immobilien aufgrund der wachsenden Fülle an Aufgaben oft nicht mehr ausreichend Büros bereitstellen. Das aufwertende Bauprojekt kostet 70 Millionen Euro, der Entwurf stammt von dem renommierten Architekturbüro Max Dudler.
Wenn sich Unternehmen und die Verwaltung Ludwigshafens im Palatineo bereits vor Baubeginn verpflichten, später mehrere Etagen anzumieten, trägt der Projektentwickler Unmüssig ein geringeres Risiko für Leerstand. Dass sich die Vorvermietung über längere Zeiträume hinzieht, ist nicht unüblich. Lange Brachen entstehen nur dann, wenn Investoren über Jahre keine ausreichende Vorvermietung finden. Die innerstädtische Brache entstand, weil der Investor für das Metropolhochhaus, der das Grundstück 2013 kaufte, insolvent ging. Der Stadtrat hob Mitte Juni 2024 den Bebauungsplan für das Metropolhochhaus mit dem insolventen Investor auf. Erst durch die Nichteinhaltung vertraglich vereinbarter Fristen für den Baufortschritt wurde das rechtlich möglich. In einer ersten Runde wurde ein Bebauungsplan gemeinsam mit dem neuen Investor erstellt.
„Das große Loch gibt es nun seit elf Jahren. Es ist immer noch unklar, was nun aus dem Projekt wird“, sagte Buchholz bei seiner letzten Führung. „Die Umsetzung der Pläne zieht sich. Auf dem Bauzaun steht: ‚bereit ab 2027‘, das ist mittlerweile ein äußerst sportliches Vorhaben.“ Buchholz, der von Anfang an glaubte, dass sich das Grundstück auch anders nutzen lässt und die City genug verdichtet ist, erklärte, dass er eher davon ausgehe, dass "wir nächstes Jahr zwölf Jahre Loch erleben".
Unmüssig teilte im Frühjahr auf Anfrage mit, dass die Bagger im Juni anrollen, sobald die Vorvermietungsverhandlungen über den Mietpreis mit der Verwaltung abgeschlossen seien. Die Verwaltung erklärte Ende Juni, als Unmüssig auf eine endgültige Entscheidung pochte, dass man sich einigen konnte: Die Stadt habe in den vergangenen Monaten mit dem Investor einen Vertrag ausgehandelt, der es diesem erlaubt, im Herbst mit dem Bau des „Palatineo“ zu beginnen. Die Flächen für Shops, eine Drogerie und Görtz sind längst vergeben.
„Dadurch wird eine städtebauliche Wunde, die viele Ludwigshafenerinnen und Ludwigshafener schmerzt, endlich geheilt. Mein Dank gilt den Stadträtinnen und Stadträten, die uns das Mandat zu harten Verhandlungen gegeben und mit ihrem heutigen Beschluss den Weg freigemacht haben“, so der OB.
Teile des Baudezernats und des Bildungsdezernats werden in die Ludwigstürme ziehen. Büros in der Jägerstraße, im Faktorhaus und in der Bismarckstraße werden aufgegeben. Die Finanzverwaltung und Teile der Verwaltung, die zum Dezernat des OB gehören, sowie breite Bürgerservices sollen ins Palatineo ziehen. Bis Ende 2027 wird die Fertigstellung jedoch nicht zu schaffen sein. Helmut Buchholz verkauft derweil seine Ansichtskarten vom Loch – wer weiß, wie bald die innerstädtische Brache aus dem Herzen der Stadt verschwindet und ob die Karten als Erinnerung bleiben, wenn das Loch in Vergessenheit gerät. jg
- Helmut Buchholz ist Künstler und versucht es mit Humor zu nehmen.
- Foto: Helmut Buchholz: Das Loch von Ludwigshafen
- hochgeladen von Julia Glöckner
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.