Rheintor Quartiere
Rathausplatz und Danziger Platz bekommen neues Gesicht
- Das Modell stellt den Altbestand in Gelb der Neubebauung in Grau gegenüber. Die Haltestelle führt links des L-Hochhauses unter der Kohl-Allee hindurch.
- Foto: Ingenieurbüro Trier
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Ludwigshafen. Zwischen Baustellen und provisorischen Wegen ließ Stadtplaner Buchholz auf seiner Tour vergangene Woche ein erstes Bild von den Plätzen vor dem geistigen Auge entstehen.
Von Julia Glöckner
Vor allem Rathausplatz und Danziger Platz stehen vor einem tiefgreifenden Umbau. Noch ist vieles offen, doch genau diese Übergangsphase macht deutlich, wie stark sich die Verbindung zwischen Innenstadt, Hemshof und Friedenspark in den kommenden Jahren verändern wird.
Vor dem Lichttor am Rathausplatz bleibt Helmut Buchholz stehen und blickt auf die aktuellen Arbeiten. „Vielen ist noch gar nicht bewusst, wie stark sich dieser Bereich verändern wird“, sagt er. Fest stehe jedoch, dass künftig genau hier eine neue Verbindung in Richtung Hemshof entstehen soll. Noch ungeklärt sei dagegen die Reihenfolge der Arbeiten: „Ob zuerst die Gebäude entstehen oder zunächst die Kohl-Allee komplett fertiggestellt wird, ist momentan offen.“ Buchholz hat Städtebau und Architektur studiert, arbeitet heute aber in einem Architekturbüro Ludwigshafen und kalkuliert dort die Hochbauprojekte.
Von hier aus soll künftig eine Passage über die Helmut-Kohl-Allee direkt zur Prinzregentenstraße verlaufen. Deshalb könnte sogar das markante Lichttor versetzt werden. Zwei davon werden als Unterführungen unter der neuen Stadtstraße hindurchführen – einmal unter der Rampe zum Rheinufer, außerdem unter dem Bereich der Bahnhofsrampe. Weitere Übergänge sind am Rathausplatz, am Europaplatz, am Danziger Platz und an der Heinigstraße vorgesehen.
Auch die Bahntrasse wird künftig anders verlaufen: Die Strecke soll nahe des L-förmigen Stadthauses an der Ludwigstraße in einer Unterführung unter der Kohl-Allee verlaufen. Währenddessen laufen bereits umfangreiche Vorbereitungen für den Grund der neuen Kohl-Allee. „Der jetzige Boden hier liegt etwa vier Meter unter der späteren Höhe der Allee“, erklärt Buchholz. „Spannend wird sein, wie die zukünftige Bebauung diese Höhenunterschiede aufnimmt.“
Am Danziger Platz zeigt sich ebenfalls, wie umfassend die Planungen sind. Die heutige Struktur wird weitgehend verschwinden. „Die Sumgaitallee wird es nicht mehr geben“, erklärt Buchholz. Künftig münde die Heinigstraße direkt in die Helmut-Kohl-Allee. Nach dem Rahmenplan gibt es Hochhauspläne an der Ecke Heinigstraße/Helmut-Kohl-Allee.
Mitten auf dem Danziger Platz erinnert der Brunnen an die Befreiung der deutschen Ostgebiete. Sein Erscheinungsbild wirkt fast düster, sagt Buchholz, auch durch das Motiv. Das Brunnendenkmal aus Beton sei jedoch kein historisches Denkmal. In den 1980er-Jahren wurde es noch einmal saniert, Anfang der 1990er-Jahre jedoch stillgelegt, nachdem sich eine Reparatur der Pumpentechnik nicht mehr lohnte. Heute nutzen Besucher vor allem die umliegenden Stufen zum Sitzen und den kleinen Spielplatz. Stadtplaner Buchholz erklärt, dass Begrenzungen einen Platz meist zu einem attraktiven Ort machen. In den 60ern, der Zeit großer Bausünden, entstanden weite, vollversiegelte, uneinladende Plätze mit betondominierter Optik, an denen sich Menschen heute verloren fühlen.
- Die Heinigstraße mündet direkt in die Allee. An der Ecke steht das Hochhaus am Danziger Platz. Der Platz soll Baumbestand erhalten zur Heinigstraße offen sein, aber einen Begrenzung durch weitere Bebauung erhalten.
- Foto: JG
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- So plante man Plätze in den 60ern. Heute wissen Planer, Menschen fühlen sich an weiten Orten ohne klare Begrenzung verloren. Der Jakobsplatz im Pilgerpfad (Frankenthal) war lange verwaist und wird mit dem Stadtentwicklungskonzept allmählich aufgewertet.
- Foto: Julia Glöckner
- hochgeladen von Gisela Böhmer
Erhalten bleibt dagegen die unterirdische Haltestelle. Anders als andere Tunnelanlagen soll sie laut Buchholz nicht verfüllt werden, da die Kohl-Allee nicht direkt über ihr verläuft. Sichtbar wird sie künftig allerdings wohl kaum noch sein: Nach den aktuellen Planungen verschwindet die Anlage weitgehend unter dem Boden. jg
- Der Brunnen kommt aus dem Jahr 39, und wird nicht mehr gepflegt, sei es, weil der Beton ohnehin zu sehr bröckelt oder weil er Erbe aus der Zeit des Nationalsozialismus ist. Er erinnert an die die Eingliederung der "Ostprovinzen ins Deutsche Reich, die Nazis nannten dies "Befreiung". Abgebildet sind auf der Motiv menschliche Köpfe, denen durch den Kalk etwas Geisterhaften anhaftet.
- Foto: JG
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Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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