Bahn-Sanierung in der Pfalz: Verbände dringen auf weniger Sperrungen
- Verbände fordern, die Bahnstrecke Homburg bis Ludwigshafen während der Sanierung möglichst nutzbar zu halten.
- Foto: Heike Schwitalla
- hochgeladen von Julia Glöckner
Ludwigshafen/Limburgerhof. Auf der wichtigen Bahnstrecke zwischen Homburg und Ludwigshafen stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Arbeiten an. Für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Menschen, die auf den Nahverkehr angewiesen sind, geht es dabei um eine zentrale Frage: Wie viel Zugverkehr bleibt während der Sanierung erhalten?
Der Verkehrsclub VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz und die Bürgerinitiative David Vorderpfalz fordern, lange Vollsperrungen nicht vorschnell festzulegen. Wie die Organisationen mitteilen, haben sie DB InfraGO ein gemeinsames Empfehlungspapier mit zehn Forderungen und 24 Fragen vorgelegt. Ziel ist eine Sanierung, die die Strecke zuverlässiger und leistungsfähiger macht und sie während der Arbeiten möglichst nutzbar hält.
In regionalen Planungsunterlagen steht für den Abschnitt Homburg bis Böhl-Iggelheim der Zeitraum vom 15. September bis 10. November. Für die Hauptsanierung des Gesamtkorridors Forbach bis Ludwigshafen führt DB InfraGO derzeit den Zeitraum vom 22. Juni bis 8. Dezember auf. Welche Gleise und Anschlussstrecken wann tatsächlich gesperrt werden, muss die Bahn nach Ansicht der Organisationen noch in einem verbindlichen Bauphasenplan offenlegen.
Was die Verbände konkret verlangen
VCD und BI David verlangen einen transparenten Vergleich verschiedener Bauweisen. Geprüft werden sollen Vollsperrungen, abschnittsweise Sanierungen bei eingleisigem Betrieb und Mischlösungen mit kurzen Intensivsperren. Bereits erneuerte und weiterhin geeignete Anlagen sollen dabei berücksichtigt werden.
Nach Vorstellung der Organisationen sollen Vollsperrungen technisch begründet und so kurz wie möglich gehalten werden. Das Empfehlungspapier nennt höchstens vier zusammenhängende Wochen je notwendigem Intensivfenster. Längere Ausnahmen sollen nur mit einem bauwerksspezifischen Nachweis möglich sein.
Besonders wichtig ist den Initiativen der Erhalt der Anschlussachsen nach Landau, Bad Dürkheim und Grünstadt sowie über Schifferstadt nach Speyer und Germersheim. Auf weiter nutzbaren Abschnitten soll es nach ihren Vorstellungen mindestens stündlich Nahverkehr in jede Richtung geben. In der Vorderpfalz soll das Angebot bei Bedarf dichter ausfallen.
Auch Schul- und Schichtzeiten, erste und letzte Verbindungen sowie gesicherte Anschlüsse sollen in ein veröffentlichtes Fahrplankonzept einfließen. Ausgewählte Umleitungsstrecken müssen nach Ansicht der Organisationen vor ihrem Einsatz betriebsbereit sein. Dazu zählen ausreichende Kapazitäten, passende Fahrzeuge, Personal und eine gesicherte Finanzierung.
Die Zellertalbahn soll aus Sicht von VCD und BI David als dauerhaft nutzbares regionales Alternativangebot entwickelt werden. Außerdem fordern sie, die örtliche Güterbedienung und die Fernverkehrsanbindung der Pfalz zu sichern.
Nach der Sanierung sollen messbare Verbesserungen bei Zuverlässigkeit, Kapazität und Barrierefreiheit stehen. Die Organisationen verlangen zudem durchgehend stufenlose Wege und nutzbare Alternativen bei Aufzugsausfällen. Rolltreppen sollen erhalten, zuverlässig betrieben und bedarfsgerecht ergänzt werden.
Der offene Brief richtet sich neben DB InfraGO auch an das zuständige Landesministerium, den ZÖPNV Süd und den Bezirksverband Pfalz. Gefordert werden ein öffentliches Begleitgremium, nachvollziehbare Entscheidungen und eine vergleichende Untersuchung der Folgen für Fahrgäste, Wirtschaft und Umwelt. Innerhalb von acht Wochen bitten die Organisationen um eine Rückmeldung und danach um einen gemeinsamen Fachtermin.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |